Eintrag · Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)
dulten
‚(er)dulden,〈Var.: th-,
(er)leiden, ertragen, auf sich nehmen; gestat-
845 duli – dultenS846
ten, zulassen, patiri, ferre, tolerare‘
-th-, -an〉. Das Verb erscheint südrheinfrk.-
alem. (mit den speziellen Zentren Weißenburg,
Murbach, Reichenau) als Synonym von druoên
und dolên (s. d. d.). Um 1200 ist es bereits im
gesamten hd. Sprachbereich bezeugt und seit-
dem fester Bestandteil der Schriftsprache. –
Mhd. dulten, md. dulden
‚dulden, erleiden,, nhd. dulden. Vor lt, ld ist
geschehen lassen‘
der Umlaut fast ausnahmslos unterblieben; vgl.
schuldig. Die Lautform mit -d- wird im Obd.
zuerst von Hartmann von Aue gebraucht, seit
der 2. Hälfte des 13. Jh.s überwiegt sie in md.
und obd. Texten. Bis 1800 hat sich dulden
schriftsprachlich endgültig durchgesetzt. Den
Mundarten ist das Wort weitgehend fremd ge-
blieben.