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dünne

mhd. bis spez. · 12 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

WWB
Anchors
21 in 12 Wb.
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Eintrag · Westfälisches Wb.

dünne Adj.

Bd. 2, Sp. 357
dünne Adj. [allg.] 1.1. von geringer Stärke, Dicke, von geringem Umfang. Ne dünne Schuiwen (Kr. HöxterHöx Kr. Höxter@SandebeckSb). Dünn schnieden un dick drup vom Schinken auf dem Brot (Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@OchtrupOc). Dünne ploigen flach pflügen, etwa um eine Grasnarbe umzubrechen (Kr. OlpeOlp Kr. Olpe@RepeRp). Dat Is ist dinne wenn unter dem Eis das Wasser abgelaufen ist (Kr. OlpeOlp Kr. Olpe@MarmeckeMa). — Phras. Vbdg.: Dünne Diarben Dünndarm (Kr. HalleHal Kr. Halle@BrockhagenBh || mehrf.). Dünne treen ein Gerücht verbreiten, aufbauschen (Kr. DetmoldDet Kr. Detmold@IstrupIs = PLATE-NAUWB). — Ra.: Heu bohrt cherne dünne Breer er liebt leichte Arbeit, er arbeitet nicht gern (Kr. DetmoldDet Kr. Detmold@IstrupIs || mehrf.). Hei het man en dünnet Fell er ist sehr empfindlich (Kr. MindenMin Kr. Minden@KutenhausenKh). Vom vüellen Waschen wiärd dat Fell dünner sagt man scherzhaft zu einem wasserscheuen Menschen (die krfr. Städte Bochum, Herne u. WattenscheidBch die krfr. Städte Bochum, Herne u. Wattenscheid@LaerLr). De Söcke dicke lappen (flicken) un de Botter dünne schmeern Regel sparsamer Leute (Kr. AhausAhs Kr. Ahaus@VredenVr). — Sprichw.: Dicke Ägger het dünne Schalen enge Freundschaften halten oft nicht lange (Kr. ArnsbergArn Kr. Arnsberg@HagenHg || mehrf.). — Sagw.: Se schnitt mi ’t Brout immer terächte, saggte de Junge, es et mi te dicke, dann spoall (spalte) iek et, nu es et mi te dünne, dann foall (falte) iek et (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@LüdenscheidLü || ähnl. mehrf.). — 1.2. von geringer Dichte, Konsistenz; flüssig. — Phrs.Vbdg.: Dünne Katuffel Kartoffelsuppe (Kr. HöxterHöx Kr. Höxter@SandebeckSb || mehrf.), dünne Knollen dass. (Kr. IserlohnIsl Kr. Iserlohn@IserlohnIs). Dünne kacken Durchfall haben (Kr. HalleHal Kr. Halle@BrockhagenBh). — Sprichw.: Je mahr diu de Schüiten (Scheiße) trampest, ümme seo dünner wärt seu (Kr. DetmoldDet Kr. Detmold@IstrupIs). — 1.3. hager, mager, schlank. — Ra.: Dat Luüt es so dünne, dat et sick achtern Bessenstell iuttoin kann das Mädchen ist sehr schlank, hager (Kr. HalleHal Kr. Halle@BrockhagenBh || mehrf.), säo dünne ase ne Spinnekowwe dass. (Kr. ArnsbergArn Kr. Arnsberg@HagenHg), so dünn äß ne tappseerte Telegraphenstang dass. (Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@KatenhornKa). Hei is so dünne win Strickestock er ist sehr schlank, hager (Kr. Wolfhagen (niederdeutscher Teil)Wol Kr. Wolfhagen (niederdeutscher Teil)@EhringenEr || mehrf.), ose ne Fütsebaunenstangen dass. (Kr. HöxterHöx Kr. Höxter@SandebeckSb), osse ’ne Vikesticken dass. (Kr. TecklenburgTek Kr. Tecklenburg@LeedenLd), äs ne Latt dass. (Kr. AhausAhs Kr. Ahaus@LegdenLe || mehrf.). De Kauh is so dünne wien Hansken die Kuh ist sehr mager (Kr. MindenMin Kr. Minden@VennebeckVe). Et gaiht dünn diär iähne er muß hungern (Kr. MeschedeMes Kr. Meschede@BrachtBr || mehrf.). Hai hiät sick dünne māket er hat sich heimlich entfernt (Kr. IserlohnIsl Kr. Iserlohn@IserlohnIs || mehrf.). — Sprichw.: Wenn man en Piärd outlennt, krigg man et dünne wïer; wenn man ’ne Seiße outlennt, krigg man se dicke wïer (Kr. WiedenbrückWie Kr. Wiedenbrück@BatenhorstBa). Dicke Melke un Soöde (Süße), dat giff schwanke Foöde; Plunnamelke un Wacken (Molke), dat giff dünne Backen (Kr. HerfordHfd Kr. Herford@GohfeldGo). — 1.4. in geringer Menge (sich über eine Fläche erstreckend). — Bauernregeln: Dünne saien, dicke düngen (Kr. MindenMin Kr. Minden@WindheimWh). Dünn un like, dann wött ’n armen Bur rike Rat an den Arbeiter vor dem Miststreuen (Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. GladbeckRek Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. Gladbeck@KirchhellenKh). — 2.1. fein, zart, leicht. ’n dünn Sletken ein dünnes Gewebe (Kr. TecklenburgTek Me). He häw en dünn Tüngesken er ist wählerisch im Essen und Trinken (Kr. MünsterMün Kr. Münster@WestbevernWb || mehrf.). — 2.2. nicht dicht, spärlich. De Weite is dünne innekummen (Kr. Waldeck u. Kr. Frankenberg (niederdeutscher Teil)Wal Kr. Waldeck u. Kr. Frankenberg (niederdeutscher Teil)@BenkhausenBh). — Ra.: Hä geng met em düer dick un dünn er war ihm ein treuer Freund (die krfr. Städte Bochum, Herne u. WattenscheidBch die krfr. Städte Bochum, Herne u. Wattenscheid@LaerLr || mehrf.). — 2.3. schwach. Ne dünne Stimme hawwen (Kr. Waldeck u. Kr. Frankenberg (niederdeutscher Teil)Wal Kr. Waldeck u. Kr. Frankenberg (niederdeutscher Teil)@BenkhausenBh). — 3. wenig gehaltvoll. Dünne Soppe (Kr. BürenBür Kr. Büren@EickhoffEi). Dat was en to dünne (Kr. HalleHal Kr. Halle@BrockhagenBh). — Ra.: Dat is mi do dünn af das ist mir nicht gut genug (Kr. BeckumBek Kr. Beckum@VorhelmVh). De (Kaffee) es so dünne as Püttwaeter der Kaffee ist äußerst schwach (Ennepe-Ruhr-KreisEnr Ennepe-Ruhr-Kreis@HattingenHt || mehrf.). De makt mi ’n Papp so dünne dieser Handel, dieses Geschäft lohnt sich nicht (Kr. AhausAhs Kr. Ahaus@VredenVr). Et is mi te dünne dertau an dieser Sache habe ich kein Interesse, sie ist mir zu unwichtig (KKWB || mehrf.). — Sprichw.: Vull Swine makt den Drank dünn (Kr. Borken u. die krfr. Stadt BocholtBor Kr. Borken u. die krfr. Stadt Bocholt@RamsdorfRd || mehrf.). Wenn de Tropp gräot es, weiat de Drank dünne maket (Kr. HerfordHfd Kr. Herford@GohfeldGo || mehrf.). — 4. kalt. Et es nen dünnen Wind (Kr. IserlohnIsl Kr. Iserlohn@LehmuferLu). — Ra.: Dünne doun sich abweisend verhalten (Kr. Waldeck u. Kr. Frankenberg (niederdeutscher Teil)Wal Bh). Zus.: → drīten~, spinne-ge-weªwen~.
3606 Zeichen · 105 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    dünneswv.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +7 Parallelbelege

    dünne ( ahd. dunnêm, dunju? Graff 5,147 ) swv. ich bin, werde dünn. ir schar begunde harte dunnen pf. K. 170, 25. unt dü…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    ²dünneadj.

    Mittelniederdeutsches Wb.

    2 dünne , adj. , dünn; schwach, gering; nicht fest, dünnflüssig (dünne spîse, dünne drank); weitläufig. — dörch dik unde…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Dünne

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    Die Dünne , plur. die -n, das Hauptwort des vorigen Beywortes. 1) Die dünne Beschaffenheit eines Körpers, ohne Plural; i…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Dünne

    Goethe-Wörterbuch

    Dünne fem zu dünn 2 a D. der Luft N1,54,11 FlD 129 Dorothea Weiss-Schäfer D. W.-S.

  5. modern
    Dialekt
    dünneAdj.

    Westfälisches Wb. · +2 Parallelbelege

    dünne Adj. [allg.] 1.1. von geringer Stärke, Dicke, von geringem Umfang. Ne dünne Schuiwen ( Höx Sb ). Dünn schnieden un…

  6. Spezial
    Dünne

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Dün|ne f. (-) 1 (in Bezug auf Menschen) magrëza (-zes) f. 2 (in Bezug auf Luft) lisirëza (-zes) f. , finëza (-zes) f.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit duenne

26 Bildungen · 24 Erstglied · 2 Zweitglied · 0 Ableitungen

duenne‑ als Erstglied (24 von 24)

dünnebêr

MNWB

duenn·eber

dünnebêr , n. , Dünnbier. Sprw. achternâ dat is d. das letzte ist schlecht. — ên d.-slēgel(en) Fäßchen für Dünnbier.

dünnebregen

DWB

duenne·bregen

dünnebregen , m. schwachkopf, dummkopf, wie düppelhirn. dünnebregen sol man gute wort geben Petri Sprichw. S., und so ist auch Henisch 769 z…

dünnede

Lexer

dünnede stf. BMZ dünnheit Mart. ;

dünnedrank

MNWB

duenne·drank

dünnedrank , m. , Dünnbier; auch sonst dünnflüssiger drank (für die Schweine).

dünneisen

DWB

duenn·eisen

dünneisen , n. eisenblech, franz. le fer-blanc, verzinnt blech Frisch 1, 211 c . man rechnet dahin federblech, kreuzblech und senklerblech. …

Dünnekamplinnen

WWB

Dünne-kamp-linnen n. grobes Sackleinen aus schlechtem Hanf oder Hedegarn (Ravensbg SCHONL 154).

dünneln

MeckWB

duenn·eln

dünneln trödeln, die Zeit unnütz hinbringen Ro NHagD .

dünnen II

RhWB

dünnen II dy·n.ə, ət dynt Sieg ; -ȳ- Sieg-Birk , MülhRh-BGladb UKürholz, Wippf-Pütz; -- Kreuzn-Waldalgesh ; -i- Neuw-Dernb ; ty- Gummb-Prei…

Dünnerich

PfWB

duenn·erich

Dünnerich m. : = Dünnschiß , Dinnerich [Kaislt verbr. SOPf (Nachlaß Heeger )]. Südhess. I 1837 ; Rhein. I 1567 .

dünnern

DWB

duen·nern

dünnern , dünn machen, wie dünnen. und wird auch das geblüt gedünnert und gereinigt Thurneisser Erdgewächse 40 . hat an sich ein wermende, d…

dünnerung

DWB

duenne·rung

dünnerung , f. wie verdünnerung verdünnung attenuatio. mit werme und dünnerung des geblüts Würtz Wundarznei 249 .

dünnethun

DWB

duenne·thun

dünnethun , n. gleichgiltiges, theilnahmloses, zurückhaltendes benehmen. die kunst sich durch ein von almosensuchender demüthigung weit entf…

DÜNNETUN

DWB2

duenne·tun

DÜNNETUN vb. meist substantiviert. untertreiben, sich zurückhaltend benehmen: 1774 die kunst, sich durch ein .. dünne thun ein gewicht zu ge…

duenne als Zweitglied (2 von 2)

dickedünne

MNWB

dicke·duenne

dickedünne eine Genter Tuchart (dickedinne) , häufig weiß, auch weißgemengt und schwarz.

Krautdünne

Wander

kraut·duenne

Krautdünne Wenn's eine Krautdünne wäre, ich gäb' ihm auch davon. ( Schweiz. ) 1 ) Dünne = Kuchen.