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Dippel

nhd. bis sprichw. · 6 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
Anchors
7 in 6 Wb.
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Dippel

Bd. 5, Sp. 39
Dippel, 1) Johann Konrad, Alchimist und Chemiker, geb. 10. Aug. 1673 auf Schloß Frankenstein unweit Darmstadt, gest. 25. April 1734 auf Schloß Wittgenstein, studierte in Gießen Theologie, hielt in Straßburg physisch-chiromantische Vorlesungen, mußte aber schuldenhalber entweichen und trat in Darmstadt in seiner »Orthodoxia orthodoxorum« zu den Pietisten über. Bald darauf erklärte er sich aber in seinem »Papismus protestantium vapulans« voll bittern Spottes gegen das orthodoxe Kirchentum. Fortan verfolgte ihn der Haß der Geistlichkeit sein ganzes Leben hindurch. 1698 begann er Medizin zu studieren, verfiel aber in alchimistische Träumereien, beschäftigte sich in Berlin 1704–1707 mit pharmazeutischer Chemie und machte großes Aufsehen mit der Erfindung seines tierischen Öls als eines Universalmittels. Er lebte dann in Amsterdam als Arzt, bis ihn seine Schrift »Alea belli muselmanici etc.« nötigte, nach Altona zu entfliehen, wo er sich als dänischer Kanzleirat so unklug über die Regierung äußerte, daß er 1719 seiner Würden entsetzt und bis 1726 auf Bornholm gefangen gehalten wurde. 1727 gewann er als Arzt Eingang am schwedischen Hofe, verscherzte sich aber auch diese Stellung durch seine Einmischung in politische Händel und seine theologischen Schriften und lebte fortan in Berleburg. D. war einer der gelehrtesten Männer seiner Zeit und ein Vorläufer der Aufklärung. Bekämpfte er die kirchlichen Dogmen, so setzte er doch das Wesen der Religion in Liebe und Selbstverleugnung. Seine Schriften (ca. 70) sind ausgeführt in Strieders »Geschichte der hessischen Gelehrten«, Bd. 3. Die meisten gab er unter dem Namen Christianus Democritus heraus. Eine Gesamtausgabe erschien Berleburg 1747, 3 Bde. Vgl. Bender, J. K. D., der Freigeist aus dem Pietismus (Bonn 1882). 2) Leopold, Botaniker, geb. 4. Aug. 1827 zu Lauterecken in der Rheinpfalz, studierte seit 1845 Forstwissenschaft in Aschaffenburg, Karlsruhe, München, dann Botanik in Jena, wurde 1856 Lehrer in Idar und war 1869–96 Professor der Botanik und Direktor des botanischen Gartens in Darmstadt. Er schrieb: »Beiträge zur vegetabilischen Zellenbildung« (Leipz. 1858); »Die Entstehung der Milchsaftgefäße« (Rotterd. 1865); »Die Interzellularsubstanz und deren Entstehung« (das. 1867); »Das Mikroskop und seine Anwendung« (2. Aufl., Braunschw. 1882–98, 2 Bde.); »Grundzüge der allgemeinen Mikroskopie« (das. 1885); »Die feinere Struktur der Zellwand« (»Abhandlungen der Senckenbergischen Gesellschaft«, Frankf. a. M. 1878); »Die Blattpflanzen und deren Kultur im Zimmer« (3. Aufl., Weim. 1890); »Handbuch der Laubholzkunde« (Berl. 1889–93, 3 Bde.); »Diatomeen der Main-Rheinebene« (Braunschw. 1903, im Druck).
2688 Zeichen · 47 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    dippelm.

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +1 Parallelbeleg

    dippel , m. s. döbel .

  2. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Dippel

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +2 Parallelbelege

    Dippel , Johann Konrad, geb. 1673 zu Frankenstein bei Darmstadt, studierte zuerst Theologie, griff die Dogmatik u. die P…

  3. modern
    Dialekt
    Dippel

    Rheinisches Wb.

    Dippel -ib- Kreuzn , Bernk-Rhaunen m.: die durch den Drehwurm im Gehirn der Schafe, des Rindes erzeugte Drehkrankheit, d…

  4. Sprichwörter
    Dippel

    Wander (Sprichwörter)

    Dippel Man muss ihm den Dippel bohren. ( Wurmlingen. ) Das Hirn tropaniren.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit dippel

15 Bildungen · 14 Erstglied · 0 Zweitglied · 1 Ableitungen

dippel‑ als Erstglied (14 von 14)

Dippelkaute

SHW

Dippel-kaute Band 1, Spalte 1535-1536

dippelbaren

DWB

dippel·baren

dippelbaren , den narren bohren? als da seind das maul- und nasenrupfen, das dippelbaren, das eselstechen Abele Gerichtshdl. 1, 257 .

dippelhaber

DWB

dippel·haber

dippelhaber , m. lolium temulentum, tollkorn, rauschhorn, schwindelhaber, schwindelkorn. s. dobel . mutterkorn und andre waare die im kopfe …

Dippel, Joh. Conr

DWBQVZ

[---] A. Ω . der vor dem throne der warheit angeklagte, verhörte und verurtheylte beicht-vatter, wie er einem wohl bekannten fremdling in ei…

dippelnarr

DWB

dippel·narr

dippelnarr , m. der mutter war angst mit dem tippelnarren Frey Garteng. 3 . s. döbel .

dippeln I

RhWB

dippeln I Kreuzn schw.: hinstürzen.

dippeln III

RhWB

dippeln III = leichte, kniffelige Arbeit machen s. dibbeln III.

dippeln IV

RhWBN

dippeln IV schw.: 1. Runkelrüben säen Goar . — 2. mit der Maschine säen Neuw .

Ableitungen von dippel (1 von 1)

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „dippel". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 15. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/dippel/meyers
MLA
Cotta, Marcel. „dippel". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/dippel/meyers. Abgerufen 15. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „dippel". lautwandel.de. Zugegriffen 15. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/dippel/meyers.
BibTeX
@misc{lautwandel_dippel_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
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