Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)
dierne stswF.
2 ‘junge Frau’
3 ‘Dirne, Prostituierte’
1 ‘(unfreie) Dienerin, Magd’ ancilla: dirna GlHvB 396,59; ein dirne heizet, di umme sust dinet oder ûffe gnâde; aber ein maget heizet, di umme lôn dinet und umme kost HvFritzlHl 112,8; alse sich der hohe fúrste und die kleine dirne alsust behalsent und vereinet sint Mechth 1: 4,7. – häufig in der Verbindung knëht und ~ : er het vm sich / gesament die guͦten / die sines gebotes hvͦten, / sin diern vnd sin knehte / die im dienten rehte Wernh A 4157; sî mugen ouch lûte, wîp unde man, knehte unde dirnen, zu êwelicheme rehte besizzen StatDtOrd 30,16; swer einen kneht oder ein dirne in sinem brot hat UrkCorp (WMU) 3452,9. – Dienerin Gottes, der Kirche (oft zur Bezeichnung Mariens, v.a. nach Lc 1,38 ancilla dei): do sprach vnser froͮwe: ‘herre, ich pin din diern, nach dime wort muͤs ez miͤr ergen.’ Konr 8,30; duͦ du würds godes muͦder genant, / du nandes dich gods diͤrn alzehant MarlbRh 61,7; ein diern gots Suchenw 41,151; UrkCorp (WMU) 951,6 2 ‘junge Frau’ minne, trœsterinne, / sinne, wie ich sender brinne / von der dirne dîn, / sunder schulde mîn SM:Ro 4: 1,14; nû was dy muͦme ein wîse wîf. / sy sach der junger dyrnen lîf / noch kranc noch zart noch linde Yolande 3138; UrkCorp (WMU) 3183,37. – ‘(armes) Bauernmädchen’ (offen zu 1): eine süezze selderîn [Häuslerin] , / mînes herzen frowen. / eine dirne, diu nah krûte / gât, die hân ich zeinem trûte / mir erkorn SM:St 7: 1,5 3 ‘Dirne, Prostituierte’ der sines ebenmenschen guͦt / empfacht und unrecht vertuͦt / mitt dirnen; [...] / die oͮgen sin oͮch im verblendet KvHelmsd 2145
MWB 1 1291,10; Bearbeiter: Diehl