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Daler

mnd. bis Dial. · 7 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

MeckWB
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Eintrag · Mecklenburgisches Wb.

Daler Pl.

Bd. 2, Sp. 226
Wossidia Daler Pl. -s m. Taler, Reichsmünze seit 1566. 1. Wert und Sorten: nach der Niedersächsischen Münzordnung von 1610 galt ein Reichstaler 37 ßl (Schilling) lübischer Währung, ein Reichsgüldentaler 32 ßl, ein Königstaler 1 Fl (Florin, Gulden) 13 ßl; die Münzordnung von 1620 setzt 2 Fl für den Reichstaler, 2 Fl 3 ßl für den Philipps- oder dicken Taler und 32 ßl für den sog. Zahltaler an; später wurden 48 Schillinge auf den Taler gerechnet, 1 Schilling zählte 2 Sechslinge, 1 Sechsling 2 Dreier zu je 3 Pfennigen; in Preußen zerlegte man den Taler in 24 gute Groschen, seit 1821 in 30 Silbergroschen zu je 12 Pfennigen; Mecklenburg besaß als größere Münze noch ein 32 Schillingstück, also ⅔ Taler, gewöhnlich als N(eu) ⅔ bezeichnet, im Volksmunde als Drüttel geläufig. Nach dem Bild oder der Art oder dem Anlaß der Prägung unterschied man: Frugens-, Kronen-, Krönungs-, Löwen-, Spezies-, Sieges-, Will'mannsdaler; den Zahlungsanlaß oder die Gelegenheit bedeuten: Baut-, Kauh-, Meid's-, Paden-, Vadderdaler; besondere magische Kräfte besaßen: Arw-, Heck-, Sägensdaler; ferner Utgäwer-, Wesseldaler. 2. Die Beliebtheit, deren sich dieses Zahlungsmittel erfreute, spiegelt sich in zahlreichen Redewendungen: 'de roden Gülden unde de witten Daler' Gry. Wed. K 7a; wo de Daler slagen is, gellt he am mihrsten Mahnung, in der Heimat zu bleiben Wa; dor höllt de Daler ok 48 Schilling (in der Fremde ist es auch nicht besser) Firm. 3, 71b; 48 Schilling sünd ok 'n Daler (es kommt auf dasselbe heraus) 73b; Widerwillen drückt aus: wenn 'ck den Minschen seih, fählen mi ümmer 48 Schilling an 'n Daler Ratz. Mitt. 3, 51; dor fallen 100xa0000 Daler hen, säd' de Buersfru, dor smet se sick in 'n Lähnstauhl PaParchim@PlauPlau; Zier. Kiesb. 22; wenn de See von achter kümmt, rullen den Schipper de Dalers in de Hand dann hat er eine schnelle und lohnende Fahrt RoRostock@WarnemündeWarn; hest 'n Daler funnen? zum Kinde, das hingefallen ist; Gott sall mi 'n Daler schenken! Ausruf der Verwunderung RoRostock@KlockenhagenKlock; Ribn; erweitert: wenn dor 'n Witten an fählt, nähm ick em nich Ro; dit is so gaut, as wenn mi einer 'n Daler gifft schadenfroh beim Mißgeschick eines Feindes Börg; Knabenneckerei: pass up, ick heff 'n Daler in 'n Noors, wenn he rutkümmt, sast em half afhebben PaParchim@DammDamm; RoRostock@AltheideAHeide; upputzt as 'n Sœbendalerpierd von aufgedonnerter Kleidung WaWaren@JabelJab; dee hett 'n Noors as 'n Achtzigdalerpierd ein sehr starkes Hinterteil StaStargard@FriedlandFriedl; Mir; 'dißen dicken Daler' Laur. Nd. Jb. 13, 47; süll he krägen hebben eenen dicken, harten, runden Daler im Schäfergruß StaStargard@WulkenzinWulk; de preuschen Dalers bölkt em up vom Geldprotz SchöSchönberg@DemernDem; hüt rägent 't preusch Dalers vom lange ersehnten Regen SchöSchönberg@GrevesmühlenGrev; Wa; so lang' as wi läben, ward 't ok preusch Dalers gäben SchöSchönberg@WölschendorfWölsch; een groten Daler ein silbernes Fünfmarkstück Ro; dee kann sinen Flur mit Dalers decken ist sehr reich WaWaren@Groß FlotowGFlot; hei späält sick up mit sin koppern Dalers will für reicher gelten, als er ist Penzl; up 'n Penning schitt he, up 'n Daler sitt he vom Geber geringer Gaben Sta Stargard@Groß QuassowGQuass; wenn 'ck di den Drier to 'n Daler slagen kann, dat do ick mihr as giern ich will dir gerne in deinem Fortkommen helfen User; för 'n Daler von dat, wo de Herren sonn bäten von nähmen, hadd' de Buer seggt, dunn hadd' hei Semp hebben wullt Ro; häufig beim Handel: unner 'n Daler dau ick 't nich, kœnen œwer ok drei Mark sin Wa; willen 't laten bi 'n Daler un acht Schilling PaParchim@KladrumKladr; lat 't man so bi 'n Daler un acht Schilling, 'n Daler un sössteihn warden 't doch nich Ro; de Lus up 'n Daler setten etwas riskieren Pa Parchim@DobbertinDobb; dee sett't de Lus up 'n Daler un söcht 'n Kopmann dortau SchwSchwerin@GadebuschGad; übertr. die großen silbernen Knöpfe an dem Sonntagsrock des Bauern, die ursprünglich Taler waren RoRostock@DoberanDob; ein vielversprechender Wurf beim Kegelspiel: got (echt) is de Daler Ro. 3. Volksreim und Glaube: Oh Hannes, wat 'n Haut! De Haut dee hett drei Daler kost't, Kein Rand doran, Kein Band doran, Un doch is dat 'n Haut Tanzlied; indem man das kleine Kind in die offene Hand schlägt und es am Schluß in der inneren Handfläche kitzelt, werden folgende Verse aufgesagt: Dor hest 'n Daler in din Hand, Dorvon köp di Land un Sand, Eenen Ossen, eene Kauh Un een Kribbelkrabbel dortau Wo. V. 3, 355; Dor, du Prahler, Hest 'n Daler, Gah tau Mark, Köp di ne Kark, Köp di ne Kauh Un 'n Tüsskalf dortau 355; ..., Gah tau Mark, Köp di 'n Quark, Köp di 'n Fisch, Wo Läwer un Lung' an is 359 u. öft.; im Wiegenlied: In de Rosmarienstrat, Wo de blanken Jungfers gaht, Dee de witten Schörten drägen Un de blanken Dalers hägen 29; Möller Möller Mahler, Dei Dierns dei krigen 'n Daler, Dei Jungs dei krigen 'n Sadelpierd LuLudwigslust@StresendorfStres; Kinderspiel: die Kinder sitzen in einem Kreis, geben eine Geldmünze von Hand zu Hand und singen: 'Taler Taler, du mußt wandern Von dem einen zu dem andern, Ach wie herrlich, ach wie schön Läßt sich dieser Taler sehn'. Ein in der Mitte stehendes Kind muß erraten, wer das Geldstück in der Hand hat. Das Kind, in dessen Hand der Taler gefunden wird, stellt sich dann in die Mitte. Am Weihnachtsmorgen muß das Vieh œwer 'n blanken Daler supen HaHagenow@BelschBelsch; dann wird es selber blank und fett Bartsch 2, 242; dann wird es teuer ebda; wenn man den Pferden Weihnachten einen Taler in den Tränkeimer legt, haben diese 'n Dalerglück PaParchim@SuckowSuck; den ersten Taler, den ein Mann in seiner Ehe einnimmt, muß er auf dem Boden seiner Geldschatulle festnageln GüGüstrow@SchwaanSchwaan; vor der Trauung legt man der Braut einen Taler und etwas Leinsamen in den Kranz, dann hat sie Glück in ihrer Wirtschaft und im Flachsbau Bartsch 2, 61; um ein Freischütz zu werden, muß man eine Kugel von eenen willen Daler (einem Mansfelder Gulden) gießen Wo. Sag. 1, 210; wenn die Butter nicht geraten will, wirft man einen Taler in das Butterfaß RoRostock@ElmenhorstElm. — Br. Wb. 1, 182; Dä. 71b; Kü. 1, 297; Me. 1, 660; Schu. 73.
5793 Zeichen · 41 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    dālerm.

    Mittelniederdeutsches Wb.

    dāler , dalder , m. , Taler.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    dalerm.

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    daler , m. s. dahlen .

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Daler

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Daler , schwed. Thaler; der Reichsdaler = 1 Thlr. 15 Sgr. 9 4 / 5 Pfg. = 2 fl. 15 kr. C.-M.; der Kupferdaler = 2 Sgr. 5 …

  4. modern
    Dialekt
    Dalerm.

    Lothringisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Daler [dálər allg. — Pl. gleich] m. Taler: wer's nit glabt, bezahlt e D. Ri.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit daler

26 Bildungen · 16 Erstglied · 10 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von daler

da + -ler

daler leitet sich vom Lemma da ab mit Suffix -ler.

daler‑ als Erstglied (16 von 16)

Dālerblō¹me

WWB

daler·blome

Dāler-blō¹me f. [bes. OWestf] Dahlerbleomen ( Bür Th ) Margerite, Weiße Wucherblume (Chrysanthemum leucanthemum).

dalerch

LDWB1

dal·erch

dalerch [da·lę̄rch] I adj.inv. gespreizt, ausgebreitet II adv. auseinander, abstehend. ▬ al stá cun les iames dalerch er steht mit gespreizt…

dalerei

DWB

dale·rei

dalerei , f. joca, facetiae, dicterium, ineptiae, dicacitas, scomma Stieler 323 . sie lacht und schwätzt, damit sie nur den mann bei gutem m…

Dalerkierl

MeckWB

Dalerkierl Pl. -s m. Erntearbeiter, der einen Taler Tagelohn erhielt Schö Grev .

dāler, kȫnigs

MNWB

*° ~dāler, kȫnigs- Königstaler, Philippstaler (des spanischen Königs; Emder Jb. 4, 1, 26). —

Dālerkō¹ke

WWB

daler·koke

Dāler-kō¹ke m. Dalerkeoken Streuselkuchen: Früher kostete dieser Kuchen einen Taler ( Hal Lo).

Dalersch

MeckWB

daler·sch

Dalersch f. herumtollendes Frauenzimmer; im Volksreim: Du Dudlersch, du Dalersch, Du Lumpersch, du Prahlersch Sta Wes .

Dalershund

MeckWB

daler·s·hund

Dalershund m. Hund, der einen Taler wert ist: ji sünd man Dalershunn', œwer wi sünd Lujeduurshunn' riefen die fürstlichen Hunde, die von den…

Dalersweg

MeckWBN

daler·s·weg

Wossidia Dalersweg m. Weg, den der Taler nimmt, s. Schillingsstegg.

daler als Zweitglied (10 von 10)

Fridaler

Wander

frid·aler

Fridaler En Frîdaler sint negen Gröschen. ( Göttingen. ) – Brem. Sonntagsbl., 1855, 4. Warnt, nur nach Vermögen zu heirathen, da ein Hochzei…

josaphatsdāler

MNWB

josaphat·s·daler

° josaphatsdāler , pl. , „Brüderschaft vom Tale Josaphat” als katholische Kongregation (Nic. Gryse Spegel Mm 4a).

primrôsendāler

MNWB

primrose·n·daler

*° primrôsendāler , m. : eine (engl.?) Silbermünze , „ j primrosen daler 6 — 6 — 0 ” (Hoep- Schroeder G, 41 r ; 1590).

prinsendāler

MNWB

prinse·n·daler

* prinsendāler , princen- , prinzen- ( Printzen Daler ), ° -daller ( Prynzen Daller [Hoep- Schroeder E, 335]), m. ( Pl. -dāler -daller ): ei…

Stendaler

Wander

sten·daler

Stendaler De Stendalischen trinket gern Wyn, de Gardelever dat wilt Junkers syn, de Tangermündschen hebbet den Moth, de Soltwedelschen hebbe…