Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Brötchen
Brötchen
Brot n. mit Sauerteig gebackenes Nahrungsmittel, ahd. brōt (8. Jh.), mhd. mnd. brōt, asächs. brōd, mnl. broot, nl. brood, afries. brād, aengl. brēad, engl. bread, anord. brauð, schwed. bröd (germ. *brauda- ‘gesäuertes Brot’). Herkunft nicht mit Sicherheit bestimmbar. Wahrscheinlich ist Verwandtschaft mit brauen, brodeln (s. d.) und damit Zugehörigkeit zu ie. *bhrē̌u-, *bhrū̌-, einer Erweiterung der Wurzel ie. *bher(ə)- ‘aufwallen, in heftiger Bewegung sein’ (bezogen auf Wasser, Feuer, auf Koch- und Gärungsprozesse); s. auch brennen, braten, brühen, Brei. Außergerm. Verwandte wären dann lat. dēfrū̌tum ‘eingekochter Most’, griech. brȳ́tos (βρῦτος) ‘gegorenes Gerstengetränk’ sowie lat. fermentum ‘Gärungsstoff, Sauerteig’ (s. Ferment). Damit würde Brot ursprünglich den Gärstoff (Sauerteig), eigentlich ‘das Gegorene’, bezeichnen und älteres Laib ‘(ungesäuertes?) Brot’ (s. d.) ablösen. Angesichts aengl. bread ‘Brot’ und ‘Stück Brot, Bissen’ kann auch Zugehörigkeit zu ie. *bhrē̌us- ‘zerbrechen, zerschlagen, zerkrümeln’ (s. Brosame) vermutet werden. Bereits im Ahd. bedeutet Brot als Hauptnahrungsmittel allgemein ‘Nahrung, Speise’ (ausgehend vom biblischen Gebrauch von lat. pānis), vgl. unser tägliches Brot, ahd. unsar brōt tagalihhaʒ (9. Jh., Vaterunser). brotlos Adj. ahd. brōtelōs ‘ohne Nahrung, hungrig’ (11. Jh.), mnd. brōtlōs; im 16. Jh. in der Wendung brotlose Kunst wohl neu gebildet im Sinne von ‘nichts einbringend’. Deminutivum Brötchen n. (18. Jh.).