Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Bresche f.
Bresche f.
Bresche f. ‘(durch Beschuß entstandene) Lücke in einer Befestigungsanlage’ ist seit dem Ende des 16. Jhs. im Dt. nachzuweisen und löst älteres gleichbed. Lücke, Sturmloch oder Sturmlücke ab. Das Wort wird auf frz. brèche, afrz. breche zurückgeführt, wofür FEW 15, 264 f. wegen der frühen Bezeugung (12. Jh.) anfrk. Ursprung annimmt (anfrk. *breka; zur Etymologie s. brechen). Ins Dt. wird es aus dem Frz.-Ital. (ital. breccia, im 16. Jh. aus dem Frz. entlehnt) übernommen: Bresche, Prescha, Brescha (um 1600), dann auch Breche (17./18. Jh.). Um die Mitte des 18. Jhs. hat sich die heutige Form Bresche durchgesetzt. Im 17. Jh. stehen daneben Formen mit -ss- (Bresse, Pressa, Press), die auf nl. bres (im 16. Jh. ebenfalls aus dem Ital. entlehnt) zurückgehen. Alle Formen, einschließlich gleichbed. engl. breach und (ohne Tradition zum obigen) ahd. mūrbrehha (8. Jh.) für lat. aries ‘Belagerungsmaschine, Sturmbock’, gehören zu brechen (s. d.). Bresche erscheint mehrfach in festen Wendungen wie eine Bresche schießen (16. Jh.), in die Bresche schlagen, springen, werfen (alle 19. Jh.). Zesen schlägt vor (1645), Bresche mit Mauerbruch zu verdeutschen.