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beunde

mhd. bis Dial. · 9 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

beunde f.

Bd. 1, Sp. 1747
beunde, f. ager septus, hortus, pratum, privatgrundstück, im gegensatz zur gemeinweide, almende, ein altes, aber noch unaufgeklärtes wort, dessen formen erst umständlicher anzugeben sind. 11) ahd. biunda, piunta: infra fine, qui dicitur scalchinbiunda. ch. a. 774 bei Zeusz trad. wizenb. no 133; Heibistesbiunta. ch. finium wirzeburg. bei Massm. abschw. form. s. 183; Bubo ex duobus mansis et prato et de una biunda XXX denarios solvere debet. descr. hubarum curiae Furde im cod. lauresham. no 140; curtilem locum cum duobus pratis, quod piunti dicimus. Kleinmayr cod. juvav. p. 196; Sigifrit de Pholespiunt. MB. 9, 404; Eburespiunt, Tutilispiunt, Uochinpiunt in andern bair. urkunden mehr, so dasz alamannische und fränkische biunda, bair. piunt, gen. piunti gewähren. der vocab. s. Galli gibt clausura piunte. 22) mhd. Hainrich in der búnde. mon. zoller. no 249 p. 120 a. 1305; zwêne morgen in den bünden. habsb. urbarbuch 8, 9; Wernher Ror git von der bunten fünf schilling. Neugart cod. dipl. alem. 2, 461 a. 1363; dâ was versperret niht diu biunt. Wh. 391, 7; dô liefen durch des meiers piunt hiuʒer getelinge drî die stuonden dâ ze vrône mæn und wolden riuten gras. MSH. 3, 266a; wâ im rücke unde bûch in der keverpeunte sî. Helbl. 1, 177; ich habe weder velt noch biunt durch ritterschaft niht überritten. Suochenw. 31, 58; Henslein ausz der peund. Diut. 2, 79. Hätzl. s. 259; Slucken ûʒ der biund. Ls. 3, 399. 33) nhd. ouch söllent alle hofstetten und bünten der andern frid geben. weisth. 1, 78; schargassen, widegassen sambt den angehengten etlichen peunten. 3, 680. in der Schweiz sagt man noch heute beunde, bünde, bünte. Stald. 1, 244; in Baiern peunt, puint, paint. Schm. 1, 287; in Östreich point, peont. Höfer 2, 342. Dasypodius 82c hat bünt fundus, weingart, acker oder matt. in Nürnberg hiesz der stadtbauhof die beund, und der rathsherr, welcher zugleich aedilis war, der herr in der beund. 44) da manche oberdeutsche ortsnamen mit diesem wort gebildet sind, wäre die frage nach niederdeutschen. im Braunschweigischen an der Oker ist ein dorf Biwende gelegen und schon die urkunden nennen Grotenbiwende, Westerbiwende, Osterbiwende (Falke trad. corb. s. 20. 921. 924); anderwärts erscheinen ortschaften des namens Bünde und bungarten. ganz verschieden scheint das nnl. beemd weide, mnl. bampt. 55) in der Wetterau, auf dem Hundsrücken zeigt sich aber die form beune: in die beune fahren, in die beune kommen heiszen. weisth. 2, 151; in der herren wies, die beun genannt gehen und mehen helfen. 2, 210; soll auch der gerichtsbot mit den mahern in der beune, mit einem groszen kroge wasser zu tragen erscheinen. das.; ein garten stoszet uf der hern bune. zinsbuch der pfarrkirche zu Grüningen bei Gieszen vom j. 1471 no 40; zuschen dem jungen Hartman und der burgbunen. das. no 95; ein garten stoszt unden uf der herren beunen. das. no 43. auch zu Unterflorstadt war die beune ein umzäunter, an gärten stoszender acker. das volk spricht beune. Hinzunehmen dürfte man das sp. 1196 angezogne baune = Bûnaha, den an der baune, beune her flieszenden bach, vgl. Echardus de Bûnahe in den Arnsberger urkunden no 415 a. 1312. 66) Neugart a. a. o. erklärt: parva terrae arabilis portio, plerumque prope domum seu villam sita, quae cannabi aut olerum seminibus conseri solet, unde hanfbünte. Stalder: eingezäuntes stück land a) wo man hanf, flachs, rüben säet. b) wo man bäume pflanzt, baumgarten. Schmeller: grundstück, das, ohne ein garten zu sein, dem gemeindeviehtrieb verschlossen werden kann, oder worauf das recht liegt, es eingefriedigt und nicht eingefriedigt, ohne die auszerhalb zu befolgende zelgenabwechselung, zu jeder beliebigen art ackerfrüchten, oder was sehr oft geschieht, blosz zu gras zu benutzen. hie und da heiszen auch die im brachfeld zum anbau von flachs, erdäpfeln, rüben eingezäunten äcker peunten, woher hortus, qui vulgo peunt dicitur, pratum quod dicitur neʒʒelpeunt, mein eigen krautpeunt. die Windberger psalmen 380. 382. 383 verdeutschen vinea mit wînbiunte. Dasz die peunt versperrt werden konnte, lehren die ausgehobnen stellen und [] eben dadurch unterscheidet sie sich von dem offenen feld, mag sie nun durch zaun oder stangen gehegt worden sein; auch scheint sie in der nähe des wohnhauses gelegen zu haben. die herrnpeunt, die burgpeunt bezeichnet einen besonders verschlossenen herschaftlichen gras- oder baumgarten, und der vorgesetzte gen. Pholespiunt, Eburespiunt dessen eigner. das mähen in der herren wies stimmt ganz zum mhd. ze vrône mæn. von dem gewöhnlichen mansus wird die biunda unterschieden, oft aber auch von der wiese und dem garten, mit welchen sie anderemal zusammenfällt. so kann beunde und beundehof einen gesonderten feldraum, dem ein beundehofmann vorsteht, ausdrücken. 77) die unter 5 angeführte, freilich nicht die älteste gestalt des wortes läszt an das mlat. buna und bonna, terminus, limes denken, woraus engl. bound, prov. born, franz. borne entsprangen, in den alten urkunden des fränkischen reichs begegnet bunarium, bunnarium, bonnarium, engl. boundary allenthalben als land- und ackermasz, obschon in allgemeinerem, nicht in dem engeren sinn jenes beune. allein buna, bonna selbst scheinen ungewisser abkunft und kaum aus dem lat. bodo oder boto, terminus agrarius, durch die vermittelnde form bodina herzuleiten; bodo als grundlage von borne und zugleich von biunda anzusetzen wäre verwegenheit. nirgend auch zeigen sich die jenem bunarium entsprechenden beuner oder mhd. biuntære. gröszern anspruch auf verwandtschaft mit piunta hat in der that das ags. pund, engl. pound septum, clausura, das für hürde und pfandstall gebraucht wird. 88) biunda, piunt sind in unsrer sprache so alt und klingen so heimisch, dasz man hier kein mundgerecht gemachtes fremdes wort, sondern ein echtdeutsches vor sich zu haben glauben darf. weder aus binden, noch zunächst aus bauen erklären sie sich, wie, wenn sie aus dem verschollnen part. biunti, piunti von biun = ags. beon, engl. bee, esse, manere übrig sind und ganz einfach stätte, locus ausdrücken? aus wesan entsprang ahd. wesandi, wesenti essentia (Graff 1, 1059), heimwist domicilium, ausn. väre esse, värelse substantia und domicilium, der ort wo man ist, und das part. beond ist noch im engl. being erhalten, ja versucht wäre man auch das lat. fundus = piunt auf fui und fuisse zurückzuführen. dasselbe part. könnte ferner in der goth. partikel bijands zu suchen sein, welche Philem. 22 ἅμα wiedergibt; was zugleich und zusammen, zur stätte ist, das besteht und ist da. dies bijands wäre im gothischen die merkwürdige, einzige spur des verb. subst. bijan, mit dem wir bis auf heute unser bin und bist bilden. mehr unter bin.
6685 Zeichen · 151 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    beundeadv.

    Findebuch (Mhd. Wortschatz) · +1 Parallelbeleg

    * beunde adv. ( aus bî-unde?) infra MWVQVZ Hiob

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    beundef.

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +2 Parallelbelege

    beunde , f. ager septus, hortus, pratum, privatgrundstück, im gegensatz zur gemeinweide, almende, ein altes, aber noch u…

  3. modern
    Dialekt
    Beunde

    Bayerisches Wörterbuch · +3 Parallelbelege

    Beunde Band 2, Spalte 2,415f.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit beunde

51 Bildungen · 5 Erstglied · 46 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von beunde

be- + unde

beunde leitet sich vom Lemma unde ab mit Präfix be-.

beunde‑ als Erstglied (5 von 5)

Beundegässel

PfWB

beunde·gaessel

Beunde-gässel n. : ' das nach der Beunde führende Gäßchen ', FlN, Bennegässel [ LA-Essing ].

Beundegraben

PfWB

beunde·graben

Beunde-graben m. : ' Graben, der die Beunde von anderem Land scheidet ', Beingraben [LU-Muttstdt ( Eyselein 45)].

beunde als Zweitglied (30 von 46)

Abtsbeunde

SHW

Abts-beunde Band/Spalte unbekannt

Bockbeunde

SHW

Bock-beunde Band/Spalte unbekannt

Harbeunde

SHW

Har-beunde Band/Spalte unbekannt

Milchbeunde

DRW

milch·beunde

Milchbeunde, f. Hofstelle mit festgelegter Milchabgabe Sachhinweis: Dollinger,Bauernstand 130 apud G. de quodam agro dicto milchpiunt datur …

Mühlenbeunde

DRW

mühlen·beunde

Mühlenbeunde, f. unter Sonderrecht stehendes, meist eingehegtes Grundstück, das zu einer Mühle (I) gehört die mulenstatt, so auf den vorgesc…