Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)
beheben V.
2 ‘erwerben’ (vgl. behaben 1 )
1 ‘etw. (bei sich/ für sich) behalten’ (vgl. behaben 2): – ‘festhalten’ ouch womitte sú der boͤse geist in der gevengnisse behebet Tauler 76,6; vil gelernig was oͮch dú guͦte / und behuͦb wol in ir muͦte / was man sy guͦtes lerte WernhMl 828; vergift hie vor behebende [draußen festhaltend] JTit 6224,2; SHort 4960. – ‘etw. bewahren, (einen Zustand) aufrecht erhalten’ er halff ir mit gottes hilff, das si ir guͦt behuͦb, vnd ir ir êr vnd guͦt wider ward Kuchim 30,25; nun behüb sÿ doch ir maͤgtlich wesen KvHelmsd 227; ân die pfruͦnden uf dem Heiligenberge, da behuͦb die heirschaft ir selben die ere und den gewalt, das si die pfruͦnden und die kilchen lihen sol und nieman ander, want die heirschaft rechtstifter da ist UrbHabsb 1:317,1; sich in etw. ~ : swele mensch woͤltiͤ alle zit ruͦwe haben, der behuͤbi sich selb dar inne als wol als in andren dingen Seuse 167,13. – den strît ~ ‘Recht behalten’ welliche irem mann das [Kraut] geitt, / die behebt an im iren streitt WvGriven 12; rechtl. ‘etw. bekräftigen, rechtskräftig beweisen’ (vgl. behaben 4): Melchinor do ain mort / behuͦp uf den ellenden: / nieman do kund erwenden / des werden Wildehelmes tot WhvÖst 10563; swaz ein man mit klage vor gerihte erwirbet unde mit dem rehten behebt SSpAug 228,14; StRAugsb 157,17. – militärisch ‘etw. halten, behaupten’ also behuͦbent sú das velt WernhMl 7076; swer vor im behuͦp die wal, / der duht mich ain mæhtig man WhvÖst 6068; Parallelität von behaben und beheben: der grâve [...] behabte niht mêre / wan sîner stete viere: / diu nenne ich iu schiere. / Lînôde unde Rôdel, / die behuop der helt snel GFrau 652; bildl.: diu craft der suͤzzen minnen / behuͦp natuͤrlich die wal WhvÖst 1661; geht über zu ‘erobern’ Eleander der held / mit mannes mütte usserweltt / behüb do veld unde wald. / schiltt, gesmide über all, / daz behüb [zu 2?] er mit der hand. / baide lütt unde land / ward im alles under ton GTroj 20057 2 ‘erwerben’ (vgl. behaben 1): daz er die sîme lîbe / behüebe z’einem wîbe Häslein 490; der ritter [...] behuob daz ewig himelrich RitteruT 486
MWB 1 508,18; Bearbeiterin: Baumgarte