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bastart

mhd. bis nhd. · 10 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
12 in 10 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

bastart

Bd. 1, Sp. 1150
bastart, m. nothus, spurius, die schreibung bastard unhochdeutsch, wie denn auch Maaler, Henisch und andere immer bastart setzen; ein aus den romanischen sprachen her weit verbreiteter ausdruck für einen begrif, dem haufenweis andere benennungen zustehn, mlat. bastardus, it. bastardo, prov. bastarz, franz. bastard, bâtard, mhd. basthart (wie Reinhart, hasehart = renard, hazard) und bastart (Ben. 1, 93a), nnl. bastaard, bastert, engl. bastard, litt. bóstras (Nesselm. 233a). Um den ursprung und sinn dieses worts zu ermitteln, musz vor allem geforscht werden, wo es zuerst erscheint. man findet es nun weder ahd., noch ags., weder in den gesetzen und capitularien, noch bei den lateinschreibenden chronisten Frankreichs oder Deutschlands vor der zweiten hälfte des eilften jh. der berühmte normännische Wilhelm, der natürliche sohn herzog Roberts und eroberer Englands im j. 1066, ist der erste unter diesem namen vorkommende, und heiszt bei Adam von Bremen 2, 52. 3, 51 iste Willelmus quem Franci bastardum vocant, cui pro obliquo sanguine cognomen est bastardus; bei Anselmus gemblacensis, dem fortsetzer Sigeberts, ad a. 1138 Wilhelmus bastardus (Pertz 8, 386); beim annalista Saxo ad a. 1014 Wilhelmus, quem Franci bastardum vocant (Pertz 8, 667); ja in seinen eignen briefen nennt er sich ego Wilhelmus, cognomine bastardus, alle normännischen herzöge führen beinamen, es war natürlich, dasz er das kebskind hiesz. das wort könnte nun ein französisches scheinen und man hat es aus bas, bassus, niedrig gedeutet, da in späteren urk. des 13. 14 jh. fils de bas, fille de bas für bâtard, bâtarde vorkommt, venir de bas für ex illegitimo concubitu (Ducange 1, 614d. 615a). andere urk. setzen aber fils de bast, venir de bast, ohne zweifel richtiger, und bas ist blosze entstellung des bast, womit die vorgeschlagne ableitung fällt. wäre der ausdruck französisch gewesen, man begriffe nicht sein unterbleiben in früherer zeit, in welcher die natürlichen kinder der Carolinge oft dazu anlasz gaben; er war also normännisch, folglich altnordisch, und erst durch den titel des ruhmvollen herzogs Wilhelm nach Frankreich und in alle andern reiche des mittelalters vorgedrungen. zwar gebrauchen die nordischen gesetze selbst für nothus und spurius das wort bastarðr nicht; bemerkenswerth aber ist, dasz nach der saga Magnus Erlingssonar cap. 5 (fornm. sögur 7, 297) Sigurðr iarl ein schwert führte, das bastart hiesz (er bastarðr var kallaðr), und eine hs. liest bastharðr. das mag nun, der treflichkeit des schwertes unbeschadet, spottname gewesen sein, hart wie bast (gegenüber dem beinharðr, steinhart), d. i. unecht, und wir werden nachher sehn, dasz bastart überhaupt auf gemischte und unechte sachen anwendung findet. in der unmittelbar vorausgehenden saga Hâkonar cap. 13 (förnm. sög. 7, 269) steht bastbleikr, bleich wie bast. höchst unwahrscheinlich ist, dasz auch nach Norwegen bastarðr erst aus der Normandie oder England verpflanzt worden sei; man könnte aber den zweiten [] theil des namens, wenn er nicht auf ein schwert, sondern auf einen mann bezogen wird, allgemeiner fassen und nach der vorhin bei bast hervorgehobnen bedeutung von res vilis, nullius pretii, erklären homo spurius, illegitimus, ein sohn, dem erbe und stand des vaters entzogen werden. beidemal ist jedoch bast liber darin enthalten, und im verlauf der zeit bâtard, wie renard allgemein in die französische sprache eingetreten; auch in der hochdeutschen sprache hat es, als vornehmes und rittermäsziges, aus Frankreich hergebrachtes, obschon urdeutsches wort, die übrigen benennungen, zumal bankhart und bankrise verdrängt und unter das gemeine volk verwiesen. Den höheren stil von bastart bezeugen folgende stellen: du bist unerlich, du bist ein basthart, daran sein vatter und mutter schuld haben. Keisersb. sünden des munds 37b; so wer ich wol ein pasthart. Vindler bei Haupt 9, 92; seid ir aber one züchtigung, so seid ir bastarte und nicht kinder, ἄρα νόθοι καὶ οὐχ υἱοί ἐστε. Ebr. 12, 8; wie hat denn Lascus seine bastarten an ihre statt bringen können? Micrälius 2, 169; päpstische bastart. Fischart bienenk. 96b. 128a. 130a; menig (multitudo) irer bastart. 210a; die bastart seugen. Garg. 70a; und dieser Dietrich ist allein ein pastart und unehlich kind. Ayrer 204a; der thron von England ist durch einen bastard entweiht, der Briten edelherzig volk durch eine listge gauklerin betrogen. Schiller 429a. sprichwort: keine mutter trägt einen bastart; ein bastart bringt so grosz brot für einen pfennig als ein ehekind (gegen die ausschlieszung unehlicher vom handwerk). Schon frühe ward das wort übertragen auf unechte, unreine erzeugnisse und stoffe, auf blendlinge, mischlinge: des niht von der hôhen art, eʒ was ein samît pastart. Parz. 552, 12; thu dazu ein wenig weiszen tragant in dem bastard (wein) zulassen (zerlassen). Tabernaem. s. 162; wann sie ein gute supp von bastart und romanei gezecht haben. bienenk. 93a; die weich man drei tag in starken romanei oder bastart. 241a; Fischart zählt unter weinen und unter bieren einen bastart auf. Garg. 58a. 59b; ein gewisser spanischer wein hiesz bastartwein, ein geschwefelter, süszer wein weiszer bastart. hunde von jagdhund und schäferhund erzeugt sind bastarte oder zwitter; es gibt auch von windspielen und docken eine bastartierte art. Nicht anders it. bastardo unechte, wilde rebe; französisch: charrette bastarde, quae inter majorem et minorem media est; coustel bastart, bastardeau; vin bâtard; moulin bastart. Ducange 1, 616b; heute noch heiszt écriture bâtarde die zwischen der runden und italienischen stehende. man sehe die folgenden zusammensetzungen und verbastarten, auch composita mit bauer, welches ebenso zur bezeichnung des schlechten, unechten diente.
5770 Zeichen · 75 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    BASTARTstm.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +7 Parallelbelege

    BASTART stm. unechtes kind, bastard. kebeskint heißen bastharte Herb. 5438. 9092. 9143; eben so unechter samît. ein pflu…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    bastartM.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    bastart , M. Vw.: s. bastert

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    bastart

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +1 Parallelbeleg

    bastart , m. nothus, spurius, die schreibung bastard unhochdeutsch, wie denn auch Maaler , Henisch und andere immer bast…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit bastart

22 Bildungen · 21 Erstglied · 0 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von bastart 2 Komponenten

bast+art

bastart setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

bastart‑ als Erstglied (21 von 21)

bastartart

DWB

bastart·art

bastartart , f. , aus begattung oder befruchtung mehrerer arten hervorgegangen.

bastartig

GWB

bast·artig

bastartig botan Samenhäute .. bei den Eicheln .. eine dreifache .. 1. Eine .. schal- und holzartige 2. Eine zweite b-e 3. Und eine dritte bl…

bastartpetze

DWB

bastart·petze

bastartpetze , f. sohn einer bastartpetze, the son of a mongrel bitch. könig Lear 2, 2.

bastartsun

KöblerMhd

bastart·sun

bastartsun , st. M. nhd. Bastardsohn Hw.: vgl. mnd. bastertsȫne Q.: Lanc (um 1430) E.: s. bastart (1), sun W.: nhd. Bastardsohn, M., Bastgar…

Ableitungen von bastart (1 von 1)

verbastarten

DWB

verbastarten , verb. zum bastart machen; dann übertragen, verschlechtern, im wert herabsetzen: ihr weiszheit ist schmeiszheit, ire klugheit …