Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Ballade f.
Ballade f.
Ballade f. ‘episch-lyrisches, dramatisch verlaufendes Strophengedicht’. In dieser Bedeutung seit der 2. Hälfte des 18. Jhs. üblich, als um 1770 Bürger und wenig später Goethe nach dem Vorbild der englischen und schottischen ballads deutsche Balladen zu schreiben beginnen. Im 16. Jh. ‘Tanzlied’, Entlehnung von frz. ballade. Ursprung sind die seit dem 12. Jh. bei den romanischen Völkern entwickelten Tanzlieder, vgl. afrz. balade, ital. ballata, beide nach aprov. balada (zu aprov. balar ‘tanzen’, s. 2Ball). Sie werden in Frankreich zu kunstvollen lyrischen Gedichten weiterentwickelt. Im Engl. wird seit Ende des 14. Jhs. mit (aus dem Frz. übernommenem) ballad eine ‘volkstümliche, dramatisch verlaufende Erzählung in Liedform’ bezeichnet und damit der moderne Begriff der Ballade ausgebildet. Dieser neue Inhalt verbindet sich mit der frz. Lautform. – balladesk Adj. ‘in Art einer Ballade, balladenhaft’ (19. Jh.).