Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Automobil
Automobil
Auto Automobil n. durch Motorkraft betriebenes, geschlossenes Straßenfahrzeug zur individuellen Personenbeförderung. Nach dem Vorbild des anfangs gleichbed. frz. locomobile (zu lat. locus ‘Ort, Platz, Stelle’, s. Lokomotive) entsteht in den 60er Jahren des vorigen Jhs. das Adjektiv frz. automobile; vgl. in: Studia Neophilologica 12 (1939/40) 210 ff., dazu Grand Larousse de la langue française 1 (1971) 324. Das Element auto- ‘selbst’ ist griech. Ursprungs (s. auto-), das zweite Kompositionsglied, frz. mobile ‘beweglich’, geht auf gleichbed. lat. mōbilis zurück (s. mobil). Wie locomobile dient frz. automobile zunächst zur Bezeichnung von Fahrzeugen, die nicht von Pferden gezogen werden, sondern sich ‘von selbst’ bewegen. So meint frz. voiture automobile ‘automobiler Wagen’ 1875/76 eine mit Preßluft betriebene Straßenbahn; zur Bezeichnung des Autos setzt diese Wortverbindung sich erst seit Mitte der 90er Jahre durch. Danach erscheint zunehmend die einfache, substantivierte Form automobile f., bald auch m. Der frz. Plural Automobiles begegnet bereits 1893 in einem dt., französische Verhältnisse schildernden Text, desgleichen Automobilfahrer, Automobilist. Die eigentliche Aufnahme ins Dt. erfolgt erst Ende der 90er Jahre, sowohl für das Adjektiv (automobile Fahrzeuge) wie für das Substantiv (Automobil). Dies ist nach frz. Vorbild zunächst Femininum, wird unter dem Einfluß der Kurzform Auto jedoch rasch zum Neutrum. Die zu Beginn des 20 Jhs. in Umlauf kommende Kurzform, die dem Dt. ebenso geläufig ist wie dem Frz., verdrängt das Kompositum nahezu völlig. Es hält sich nur in einigen Zusammensetzungen (z. B. Automobilindustrie). Das neutrale Genus von Auto entspricht dem anderer Kurzwörter fremden Ursprungs auf -o (Kilo, Piano).