AUSPOCHEN vb. älter auch auspuchen.
mnd. ûtpuchen. 1
etwas ausplündern, ausrauben: 1444 item die Wallenfelser mit iren helfern haben Hansen Löffelholcz das dorf Wiesent auß gepucht
(Nürnb.) chr. dt. städte 2,77. 1525 die von Wegeleben haben das closter Adeßleben ausgepocht und zuschlagen
akten bauernkrieg Mitteldtld. 2,691 M./F. ⟨1595⟩ weil auch die fuͤß nicht wolten, / in schul vn̄ kirch gehn, wen̄ sie solten, / sondern dahin stiegen vnd krochen, / da sie frembd gut wolten außpochen Rollenhagen
froschmevseler (1621) X 7b. 1781 utpuchen ..
ausplündern Dähnert
platt-dt. wb. 513b. ⟨1888⟩ es sieht aus, wie wenn sie so in der jegend hier herum wo ein dorf ausgepocht hätten Wildenbruch
ausgew. w. (1919)3,5. 2
aufhören trotzig, widersetzlich zu sein, zu pochen I 3
1DWB 7,1958 f.: 1534 du wirst mit uns bald aus gepocht haben, es ist aber einer, der dir deinen trotz wol kan aus stehen
in: Luther
w. 36,536 W. 3
bergmänn. ‘durch klopfen das zeichen zur beendigung der schicht geben’,
auch bildl.: 1562 mit gedult vnd gutem gewissen .. auffs grosse gloͤcklein vnd letzte posaun .. warten, da man der gantzen welt außpochen .. wirdt Mathesius
Sarepta 311b. ⟨1597⟩ ein steiger soll auch selbst seinen untergebenen arbeitern zu rechter zeit auspochen
corp. ivr. metallici 555 W. 1693 auspochen, heist, wenn zur zeit des ausfahrens ein darzu beställter junge die losung in die grube gibt, da denn der nechste häuer, der es höret, mit dem fäustel ans gestein schläget, und immer einer dem andern dadurch ein zeichen giebet, daß sie .. schicht machen sollen Schönberg
berginformation 2,11. ⟨1718⟩ soll keiner ehe schicht machen, oder ausfahren, bevor vom steiger zu rechter zeit ausgepocht worden
corp. ivr. metallici 698 W. 1870 Veith
bergwb. 1,44. 4
tiere durch schlagen, lärmen vertreiben, heraustreiben: ⟨1595⟩ wusten nicht wenn sie heimgesucht, / aus ihrer wonung außgepocht Rollenhagen
froschmevseler (1621) Qq 4b. 1841 auspochen oder austrommeln – durch lärmen mard oder iltiß aus einem gebäude treiben Laube
jagdbrevier 240. 1960 auspochen – auch austrommeln, einen marder oder iltis aus einem hohlen baum, horst oder sonstigen aufenthaltsort durch lärm heraustreiben Ludwig
wb. weidmannsspr. 26a. 5
etwas ausklopfen etwas aus etwas herausklopfen: 1712 knollen, seynd schlacken, so die alten nicht ausgepocht haben Marperger
natur-lex 692. 1802 poch’ mir mein röcklein aus Brentano
5,278 Sch. ⟨1835⟩ er
(der waschbär) wäscht und wäscht, und läßt sich’s erst gefallen, / wenn er den letzten saft der fasern ausgepocht Grillparzer
52,172 S. 1836 in der zeit, wo sie
(die kamele) behaart sind, werden sie nicht geputzt, sondern gleich pelzen mit stöcken ausgepocht Pückler-
M. Semilasso in Afrika 3,36. 1999 der waind pocht de kerner us
thür. wb. 1,443. 6
sein mißfallen an etwas durch pochen (mit den füßen) kundtun, etwas aus-, niedertrampeln: 1789 den 2ten. der kluge Jacob
(theaterstück). zum drittenmahle. wurde wieder ausgepocht und ausgepfiffen
chr. Berl. 1,20. 1793 neulich ist eine neue operette .. zwei tage hintereinander ausgepocht worden Wackenroder
w. u. br. [1938]425. v1835 man wagt’s, den Calderon dir
(Tieck) auszupochen; / das ließ vom deutschen michel sich erwarten! Platen
1,655 K./P. 1867 sie
(die jugend) wird mit heiligem ernst endlich einmal den offenbachschen schwindel auspochen, diese blume, die nur auf dem mist verderbter sozialer zustände gedeihen konnte Cornelius
lit. w. 3,106 C. 1874 man erlaubte sich in Zachariäs hörsaale dinge .., zum beispiel rauchen, rockausziehen bei heißem wetter, gelegentliches auspochen Mohl
lebenserinn. 1,108 K. 7
zu ende schlagen, zu schlagen aufhören: ⟨1798⟩ ob er gleich gern sein herz an einer zweiten ähnlichen brust auspochen lassen wollte Jean Paul
I 4,161 ak. 1829 die zeit, wo unser herz ausgepocht und das klappernde rad der außenwelt stille steht Kerner
seherin 1,328. ⟨1834⟩ ich sank auf einen bemoosten stein, um das hochschlagende herz auspochen zu lassen Gaudy
10,69 M. 8
jmdn. verprügeln: 1801 ich bin im humor euch leidlich derb auszupochen; wenn ihr mir schimpf anthut, so will ich euch mit meinem rappier fegen A. W. Schlegel
Shakespeare (1797)7,35. 1817 schon hatte der bergmann mit seinem fäustel den kleinen degen des malers in die luft geschnellt und wollte ihn damit weiter auspochen A. v. Arnim
1,203 Sch. 1835 und werd’ ich dir je wortbrüchig, so poche man mich aus! Droysen
Aristophanes 1,304.Schmitt