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ausdrücklich

nhd. bis spez. · 9 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
10 in 9 Wb.
Sprachstufen
4 von 16
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26
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23

Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

ausdrücklich

ausdrücklich

drücken Vb. ‘pressen, belasten, bedrängen’. Bis ins 17. Jh. daneben gleichbed. umlautloses obd. drucken (s. d.). Ahd. thrucken ‘pressen, bedrücken, quälen, bedrängen’ (9. Jh.), mhd. drücken, drucken ‘(be)drängen, pressen, auspressen, sich drängen’, mnd. drücken, mnl. drucken, nl. drukken, aengl. þryccan ‘zerdrücken, drängen, beleidigen, unterdrücken’, schwed. trycka ‘drücken, drucken’ sind Intensivbildungen (germ. *þrukkjan) zu einer Weiterbildung der Verbalwurzel germ. *þrūg-, die innerhalb des Germ. auch in anord. þrūga ‘drohen, unterdrücken, nötigen’ überliefert ist. Mit verwandtem lit. trū́kti ‘entzweireißen, zerspringen, bersten’ stellen sich die germ. Formen zu ie. *treuk-, *trū̌k-, einer zweifachen Erweiterung der Wurzel ie. *ter(ə)- ‘reiben, drehend reiben’, auf die auch drehen und drohen zurückgehen (s. d.). – Drückeberger m. ‘wer sich heimlich (vor einer Arbeit) davonmacht, eine Aufgabe nicht übernimmt’ (19. Jh.), scherzhafte Bildung nach dem Typ der Herkunftsnamen auf -berger (vgl. Perleberger ‘einer aus Perleberg’, s. auch Schlauberger), zu sich drücken ‘sich heimlich davonmachen’ (13. Jh.). 2Druck m. ‘das Drücken, Zwang, Belastung’, modern als technischer Terminus in Luft-, Wasser-, Überdruck u. a.; ahd. thruc ‘Druck, Einwirkung’ (um 1000), mhd. druc ‘Druck, feindliches Zusammenstoßen’. eindrücken Vb. ‘eine Spur hinterlassen, einprägen, durch Druck zerstören’, ahd. inthrucken ‘etw. mit Druck einprägen, aufdrücken’ (Hs. 12. Jh.), mhd. īndrucken; für geistige Beeinflussung und Wirkung ist heute beeindrucken üblich (seit etwa 1900). Daraus rückgebildet Eindruck m. ‘Druckspur, Einwirkung auf Fühlen und Denken’, mhd. īndruc ‘Empfindung, nachhaltige Wirkung’, bei den Mystikern gebräuchlich, danach häufig seit dem 18. Jh. (einen guten, tiefen Eindruck ‘Wirkung’ machen, hinterlassen). Drücker m. ‘mechanische Vorrichtung, Handhabe zur Ausübung von Druck’ (17. Jh.), dann ‘Bedienungsknopf zur Herstellung eines elektrischen Kontaktes’; vgl. dagegen mhd. drücker ‘Unterdrücker’, so noch im 19. Jh., dann abgelöst von Unterdrücker (s. unten). ausdrücken Vb. ‘auspressen, (in Worten) darstellen’, mhd. ūʒdrücken ‘auspressen’; seit dem 15. Jh. ‘in Worte fassen, aussprechen’ (Luther: mit ausgedruckten Worten für lat. expressis verbis); im 16. Jh. wird das Part. Prät. ausgedruckt häufig für heutiges ausdrücklich (s. unten) verwendet. Das 18. Jh. verbindet ausdrücken (und Ausdruck) mit dem Sichtbarwerden von Gefühl und seelischer Reaktion und bezieht es auf künstlerische Gestaltung und Formgebung. Ausdruck m. ‘äußerliches Zeichen inneren Geschehens, Erlebens’, spätmhd. ūʒdruc, seit dem 18. Jh. ‘die Art zu sprechen’, auch ‘Redensart, Wort, (künstlerische) Gestaltung’. ausdrücklich Adj. ‘betont, deutlich, klar’ (16. Jh.). bedrücken Vb. ‘belasten’, ahd. bithrucken ‘schänden, niederdrücken, unterdrücken’ (10. Jh.), mhd. bedrücken ‘niederdrücken, überwältigen’. unterdrücken Vb. ‘niederhalten, unterjochen, gewaltsam beherrschen’, mhd. underdrücken ‘nach unten drücken, unterjochen, unterwerfen’; Unterdrückung f. ‘Unterwerfung, (gewaltsame) Beherrschung’ (15. Jh.); Unterdrücker m. (15. Jh.).
3130 Zeichen · 104 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Ausdrücklich

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Ausdrücklich , -er, -ste, adj. et adv. welches nur in der figürlichen Bedeutung des Verbi ausdrucken üblich ist. 1) Für …

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    ausdrücklich

    Goethe-Wörterbuch

    ausdrücklich mit über 200 Belegen auffallend häufig, bes in der Bed von 1 1 mit Worten, explizit; danach überhaupt als V…

  3. modern
    Dialekt
    ausdrücklich

    Rheinisches Wb.

    aus-drücklich Adv.: in bestimmten Ausdrücken; et enem a. san Rhfrk, Allg.

  4. Spezial
    ausdrücklich

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    aus|drück|lich I adj. 1 espressif (-s, -iva) 2 categorich (-cs, -ca) 3 (klar) tler (-s, -a) 4 formal (-ai, -a) II adv. 1…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit ausdruecklich

2 Bildungen · 1 Erstglied · 0 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitung von ausdruecklich

ausdruck + -lich

ausdruecklich leitet sich vom Lemma ausdruck ab mit Suffix -lich, mit Umlaut-Wechsel.

ausdruecklich‑ als Erstglied (1 von 1)

Ausdrücklichkeitsgebot

DERW

Ausdrücklichkeitsgebot, N., »Gebot an ein nachkonstitutionelles Gesetz das ein Ausland Grundrecht auf Grund eines Gesetzes- vorbehaltes eins…

Ableitungen von ausdruecklich (1 von 1)

unausdrücklich

DWB

unausdrücklich , verbaladj. adv. , nicht gegentheil von ausdrücklich expressus, certus, expresse, certe, sondern dem verbum näherbleibend. v…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „ausdruecklich". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 15. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/ausdruecklich/pfeifer_etym
MLA
Cotta, Marcel. „ausdruecklich". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/ausdruecklich/pfeifer_etym. Abgerufen 15. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „ausdruecklich". lautwandel.de. Zugegriffen 15. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/ausdruecklich/pfeifer_etym.
BibTeX
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