lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

Arsēn

nhd. bis spez. · 5 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
Anchors
5 in 5 Wb.
Sprachstufen
3 von 16
Verweise rein
6
Verweise raus
0

Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Arsēn

Bd. 1, Sp. 815
Arsēn (Arsenik) As, chem. Element, findet sich gediegen als Scherbenkobalt (Näpfchenkobalt, Fliegenstein, Cobaltum) namentlich auf Gängen im kristallinischen Schiefer- und Übergangsgebirge, in feinkörnigen bis dichten Aggregaten, derb, eingesprengt, traubig, kugelig, weißlichbleigrau, gräulichschwarz angelaufen, im Erzgebirge, bei Andreasberg. in Baden etc., häufiger mit Eisen verbunden als Arsenikalkies FeAs2 mit 66,8–72,75 Proz. A., zuweilen goldhaltig, mit Eisen und Schwefel verbunden als Arsenkies FeS2. FeAs2 mit 46 Proz. A., mit Antimon als Antimonarsen, mit Wismut als Arsenglanz, mit Kobalt als Tesseralkies, mit Nickel als Chloanthit, Rot- und Weißnickelkies, Nickelarsenkies, mit Kupfer als Arsenkupfer, mit Schwefel als Operment und Real gar; ferner in manchen Eisen-, Kobalt-, Nickel-, Zink-, Zinn-, Kupfer- und Silbererzen, in fast allen Schwefel kiesen, dann oxydiert als arsenige Säure (Arsenit) und als Arsensäuresalz in vielen Mineralien, auch in Mineralwässern (Levico, Roncegno, Guberquelle in Bosnien) und deren Absätzen, in bituminösem Schiefer, Kalkstein, Ackererde, Flußschlamm, Braun- und Steinkohle, Pflanzenasche, Kesselsteinen und im Verdampfungsrückstand von Meerwasser, bei Tieren in der Schilddrüse (7,5 mg in 1 kg menschlicher Schilddrüse), im Thymus und im Gehirn, im käuflichen Schwefel, Phosphor, Zink. Man gewinnt A. durch Sublimation von gediegen A. oder durch Erhitzen von Arsenkies oder Arsenikalkies in glasierten Tonröhren mit röhrenförmigen Vorlagen und einem spiralig aufgerollten Eisenblech zwischen beiden. Der Arsenkies gibt hierbei Schwefeleisen und A., der Arsenikalkies Arseneisen und A. Das A. lagert sich in der Blechspirale in kristallinischem Zustand, in den Vorlagen als Pulver (graues A.) ab, welch letzteres zu andern Arsenikalien verarbeitet wird. Auch als Nebenprodukt bei der Verarbeitung mancher Nickel-, Kobalt-, Silber- und Kupfererze wird A. gewonnen. Reines A., durch Sublimation des käuflichen erhalten, ist grauweiß, stark metallisch glänzend, schuppig-kristallinisch, spez. Gew. 5,727, Atomgewicht 75, verflüchtigt sich beim Erhitzen, ohne zu schmelzen (beim Erhitzen unter Druck schmilzt es bei 480°), und bildet farblosen, knoblauchartig riechenden Dampf. Aus der Dampfdichte ergibt sich, daß das Molekül des Arsens 4 Atome enthält, doch zerfällt das Molekül bei Weißglut. A. läuft in feuchter Luft schnell an, in lufthaltigem Wasser und beim Erhitzen an der Luft verwandelt es sich in arsenige Säure. In Sauerstoff verbrennt es mit blendend weißem Licht; es verbindet sich direkt mit Schwefel, Chlor, Brom, Jod und den meisten Metallen und wird von konzentrierter Schwefelsäure, Salpetersäure und von schmelzendem Kalihydrat oxydiert. Mit chlorsaurem Kali gemischt, detoniert es durch Stoß. Es löst sich in fetten Ölen beim Erwärmen. Amorphes A. erhält man als dunkel braunschwarzes, spiegelndes Sublimat (Arsenspiegel), wenn man eine geringe Menge A. in einem unten verschlossenen Glasrohr erhitzt oder Arsenwasserstoffgas durch ein glühendes Rohr leitet oder in die Flamme des Arsenwasserstoffes kaltes Porzellan hält. Dies A. wird bei 360° unter starker Wärmeentwickelung plötzlich kristallinisch. Aus Arsendampf scheidet sich bei schneller Abkühlung gelbes A. in regulären Kristallen ab, das äußerst lichtempfindlich und in Schwefelkohlenstoff löslich ist. A. bildet mit Phosphor und Antimon eine natürliche Gruppe und ist dreiwertig. Seine wichtigsten Oxydationsstufen sind arsenige Säure H3AsO3, von der nur das Anhydrid As2O3 bekannt ist, und Arsensäure H3AsO4 mit dem Anhydrid As2O5; mit Wasserstoff bildet es den Arsenwasserstoff AsH3. Man benutzt A. zur Schrotfabrikation, zu Kupferzinnlegierungen (Spiegelmetall), deren Glanz und Politurfähigkeit es erhöht, als Fliegengift (da es mit Wasser an der Luft arsenige Säure bildet; durchaus verwerflich!), zu Signalen, indem man es in Sauerstoff verbrennt (indisches Feuer). Die Schwefelverbindungen des Arsens wurden von den Alten unter dem Namen sandarache und arsenikón als Arzneimittel und Farbstoffe benutzt; Geber spricht ausführlich von der arsenigen Säure, und Lemery stellte 1675 metallisches A. dar, das Albertus Magnus erwähnt, das aber vielleicht schon Geber bekannt war.
4244 Zeichen · 43 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Arsenn.

    Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer) · +1 Parallelbeleg

    Arsen n. chemischer Grundstoff, gebildet (2. Hälfte 19. Jh.) aus älterem Arsenik n., womit heute die (sehr giftigen) Ars…

  2. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Arsēn

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Arsēn ( Arsenik ) As , chem. Element, findet sich gediegen als Scherbenkobalt ( Näpfchenkobalt, Fliegenstein , Cobaltum …

  3. Spezial
    arsen

    Ladinisch-Deutsch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    arsen [ar·sę̄n] m. ‹chim› Arsen n.

Verweisungsnetz

11 Knoten, 6 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 1 Kompositum 6 Sackgasse 4

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit arsen

84 Bildungen · 79 Erstglied · 5 Zweitglied · 0 Ableitungen

arsen‑ als Erstglied (30 von 79)

Arsenal

Pfeifer_etym

Arsenal n. ‘Rüstkammer, Zeughaus’. Die frühesten dt. Belege (vom Ende des 15. Jhs. an) stehen in Reisebeschreibungen und beziehen sich auf d…

Arsenbromīd

Meyers

Arsenbromīd ( Arsentribromid, Bromarsen ) AsBr 3 entsteht beim Eintragen von Arsen in eine Lösung von Brom in Schwefelkohlenstoff, bildet fa…

Arsenchlorīd

Meyers

Arsenchlorīd ( Arsentrichlorid, Chlorarsen ) AsCl 3 entsteht bei Einwirkung von Chlor auf Arsen, auch beim Behandeln von arseniger Säure mit…

arséniaté

GWB

arséniaté arsenhaltig; ‘cuivre a.’: Arsenkupfererz Zinn in Frankreich. | Departement de la haute Vienne .. Jene Berge, von der ältesten Bild…

arsenical

GWB

arsenical ‘fer a.’: Arsenkies Zinn in Frankreich .. Man fand .. fer a. N13,377,24 MinGeol Plp [ vgl Arsenikkies ] Elisabeth Linke E. L.

arsenicum

MLW

arsenicum , -i n. (m. -us: l. 68. p. 985,2) ( ἀρσενικόν) script. : urs-: p. 985,3. arss-: p. 985,18. -sin(n) i-: p. 985, 3.18. arzicon: Hera…

arsenicus

MLW

1. * arsenicus , -a, -um . ( cf. ἀρσενικόν) auripigmentum citrinum continens — Arsen- : Walth. Agil. med. 45 p. 155,31 clisterizetur cum tro…

Arsēnige Säure

Meyers

Arsēnige Säure ( Arsenigsäureanhydrid , Arsentrioxyd, weißer Arsen, Weißglas, weißes Arsenglas, Hüttenrauch, Rattenpulver, Giftmehl ) As 2 O…

Arsēnigsäuresalze

Meyers

Arsēnigsäuresalze ( Arsenite ) entstehen bei Neutralisation von arseniger Säure mit Basen oder durch Wechselzersetzung; sie sind bis auf die…

Arsenik

Pfeifer_etym

Arsen n. chemischer Grundstoff, gebildet (2. Hälfte 19. Jh.) aus älterem Arsenik n., womit heute die (sehr giftigen) Arsenoxide bezeichnet w…

arsenikal

GWB

arsenikal arsenhaltig [ Mawe üb die Minen von Devonshire ] Sie bringen Gruppen von Turmalinen und Apatiten hervor .. a-en Kobolt und Silberm…

Arsenikalĭen

Meyers

arsenikal·ien

Arsenikalĭen , Arsenpräparate, namentlich auf Hüttenwerken dargestelltes metallisches Arsen, arsenige Säure, Rauschgelb, Realgar, dann auch …

Arsenikālisch

Adelung

arsenikal·isch

Arsenikālisch , adj. et adv. Arsenik enthaltend, von demselben herkommend oder demselben ähnlich. Arsenikalische Dämpfe. Arsenikalische Erde…

Arsenikālkies

Meyers

arsenikal·kies

Arsenikālkies ( Arseneisen, weicher Giftkies ), Mineral, kristallisiert rhombisch, findet sich meist derb in körnigen und stengeligen Aggreg…

Arsenikblume

Campe

arsenik·blume

Die Arsenikblume , Mz. die — n, der Name des unvollkommen verkalkten Arsenikkalkes, der beim Rösten der Kobolterze in einem gewölbten Ofen, …

Arsenik-Blumen

Adelung

arsenik·blumen

Die Arsenik-Blumen , sing. inus. der weiße Arsenik, welcher bey der Sublimation in der Gestalt der Blumen aufsteigt. S. Adelung Blume .

Arsenik-Butter

Adelung

arsenik·butter

Die Arsenik-Butter , plur. car. in der Chymie, eine Verbindung des Arseniks mit der Salzsäure, welche auch Arsenik-Öhl genannt wird. S. Adel…

arsen als Zweitglied (5 von 5)

knarsen

KöblerMnd

knarsen , sw. V. Vw.: s. knersen (1)

scharsen

KöblerMnd

schar·sen

scharsen , sw. V. nhd. scherzen, Spaß machen E.: s. ahd. *skerzan, lang., V., scherzen, sich vergnügen L.: MndHwb 3, 57 (scharsen), Lü 321a …

sparsen

MNWB

spar·sen

° sparsen (sparzen) , pl. , Spargel als Gemüse (Hans. Gbl. 1887, 44).

ūtparsen

KöblerMnd

ūtparsen , sw. V. Vw.: s. ūtpersen