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Anhang

mnd. bis spez. · 17 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
17 in 17 Wb.
Sprachstufen
6 von 16
Verweise rein
25
Verweise raus
9

Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

Anhang

Anhang

hängen Vb. ‘am oberen Ende schwebend befestigen’ (transitiv) bzw. ‘oben befestigt sein’ (intransitiv). Das starke, ehemals reduplizierende Verb ahd. hāhan (transitiv) ‘(auf)hängen, kreuzigen’ (um 800; vgl. zuohāhan ‘aufhängen’, 8. Jh.), mhd. hāhen (transitiv und intransitiv) ‘hängen’, (md.) hangen (14. Jh.), asächs. hāhan (transitiv), mnd. hangen (transitiv und intransitiv), mnl. hanghen, nl. hangen (transitiv und intransitiv), aengl. hōn (transitiv und intransitiv), anord. hanga (transitiv und intransitiv), got. hāhan (transitiv) setzt germ. *hanhan voraus, das in den Einzelsprachen teilweise Nasalschwund mit Ersatzdehnung aufweist; im Dt. und Nl. später auftretendes ng wird aus den Präteritalformen übernommen. Außergerm. vergleichbar sind hethit. gank- ‘hängen, wiegen’ und wohl auch aind. śáṅkatē ‘zweifelt, befürchtet, ist mißtrauisch, sorgt sich’, lat. cūnctārī ‘zögern, zaudern’, so daß von einer Wurzel ie. *k̑enk-, *k̑onk- ‘schwanken, hängen, geistig in der Schwebe sein’ ausgegangen werden kann. Neben dem starken Verb steht ein intransitives schwaches ēn-Verb ahd. hangēn ‘hängen, abhängig sein’ (8. Jh.), anord. hanga, got. hāhan (Prät. hāhaida), ein intransitives schwaches ōn-Verb asächs. hangon, aengl. hangian und ein transitives schwaches jan-Verb ahd. hengen ‘erlauben, gehorchen, denken’ (9. Jh.; vgl. gihengen ‘zustimmen, erlauben, zulassen’, 8. Jh.), mhd. (md.) hengen ‘(die Zügel) hängen lassen, nachjagen, geschehen lassen, gestatten’, auch md. obd. ‘aufhängen’ (obd. nhd. henken, s. d.), mnl. henghen ‘zugestehen’, nl. gehengen ‘erlauben’, anord. hengja ‘hängen’. Im Mhd. mischen sich starke und schwache Präteritalformen, indem transitives hienc (zu hāhen) auch die intransitive Bedeutung von hangete (zu hangēn) übernimmt; vgl. mhd. (transitiv) sie hienc daʒ houbit neben (intransitiv) nū hienc ein tavele vor dem tor. Ferner wird (vom 12. Jh. an) intransitives hangen (aus ahd. hangēn) auch transitiv wie hengen verwendet. Von hāhen bleiben im Nhd. lediglich die Präteritalformen erhalten. Die aus alledem resultierende Gebrauchsunsicherheit wird erst im 19. Jh. dahingehend geregelt, daß der intransitive Gebrauch einem starken (hängen, hing, gehangen), der transitive einem schwachen Verb (hängen, hängte, gehängt) zugewiesen wird. Vgl. Rissleben D. Gesch. d. Verbgruppe „hāhan – hangēn – hengen – henken“, Phil. Diss. Greifswald (1931). – Hang m. ‘Neigung, Geneigtsein, hängende Stellung (des Turners), abschüssige Stelle’ (15. Jh.). hangeln Vb. ‘sich hängend fortbewegen’ (Anfang 19. Jh.). Hangendes n. ‘Gesteinsschichten über der Lagerstätte’, mhd. hangendeʒ (bergmannssprachlich). Gehänge n. ‘das Herabhängende, Bergabhang’, mhd. gehenge ‘Vorrichtung zum Anhängen, Türangel’. Abhang m. ‘Berghang, das Herabhängende’, mhd. (westmd.) abehang (14. Jh.); abhängig Adj. ‘schräg abfallend’ (15. Jh.), ‘nicht selbständig, angewiesen auf’ (Anfang 18. Jh.). Anhang m. ‘Angehängtes, Beigefügtes, Begleitung’, mhd. anehanc; Anhänger m. ‘wer einer Person oder Sache anhängt, was angehängt wird’ (15. Jh.); anhängig Adj. ‘zugehörig, schwebend’; rechtssprachlich insbesondere einen Prozeß anhängig machen ‘ein Gerichtsverfahren einleiten’ (15. Jh.); anhänglich Adj. ‘zugetan, verbunden’, geläufig seit dem 18. Jh., frühnhd. im Sinne von ‘anhängend, hingezogen’ (15./16. Jh.); Anhänglichkeit f. ‘Verbundenheit, Treue’ (14. Jh.); Anhängsel n. ‘anhängender (Schmuck)gegenstand, nebensächlicher Anhang, Begleiter’ (17. Jh.). Aushang m. ‘öffentliche Bekanntmachung’ (17. Jh.); vereinzelt auch für Aushängebogen ‘zur letzten Kontrolle bestimmter Abzug eines fertigen Druckbogens’ (18. Jh.). Aushängeschild n. ‘Reklameschild, Werbemittel’, ursprünglich ein Schild, das auf einen bestimmten Beruf, auf ein Gewerbe hinweist (18. Jh.). Überhang m. ‘Umhang, was überhängt’, mhd. überhanc. Umhang m. ‘umgehängtes Kleidungsstück’, ahd. umbihang (um 900), mhd. umbehanc ‘Vorhang, aufgehängter Teppich’. Vorhang m. ‘was vor etw. gehängt wird’, mhd. vor-, vürhanc (dazu s. Gardine).
3994 Zeichen · 143 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    anhangM.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    anhang , M. Vw.: s. anehanc*

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Anhang

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Der Anhang , des -es, plur. die -hänge, dasjenige, was an eine andere Sache angehänget wird; und zwar, 1) in eigentliche…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Anhang

    Goethe-Wörterbuch

    Anhang 1 a Nachtrag, Supplement bringen wir einen A. einzelner Abhandlungen nach, wohin alles Umständlichere verwiesen i…

  4. modern
    Dialekt
    Anhang

    Elsässisches Wb. · +4 Parallelbelege

    Anhang [hàk M. ] m. 1. Familie als Last: [híryot ty næmə (nur) tanə Pyù: ər hèt kè A. keine Eltern und Verwandten M. ]…

  5. Sprichwörter
    Anhang

    Wander (Sprichwörter)

    Anhang Je grösser der Anhang ist, je eher bricht der Baum.

  6. Spezial
    Anhang (abbr Anh.)m

    Dt.-Russ. phil. Termini · +1 Parallelbeleg

    Anhang , m (abbr Anh.) приложение , ср

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit anhang

19 Bildungen · 19 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

anhang‑ als Erstglied (19 von 19)

anhangen

DWB

anhangen , adhaerere, praet. anhieng, part. angehangen, nnl. aanhangen, sollte, wie schon bei abhangen gesagt wurde, als intransitives neutr…

anhangen

FWB

1. ›jm. anhaften, anhängen (z. B. von Krankheiten); an etw. festkleben (z. B. von Leim)‹; 2. ›jm. (oft: Gott)/etw. (z. B. einer Lehre) anhän…

anhangen, anhängen

RhWB

anhangen·anhaengen

an-hangen, an-hängen: 1. intrans. a. anhaften Allg. RA.: Den elo hot och noch et Kalwersäl (Kälberseil) onh. beträgt sich jungenhaft, — de S…

anhangend

FWB

1. ›anhaltend, dauerhaft‹; 2. ›schwebend, anhängig, unausgetragen, unentschieden (von Rechtsstreitigkeiten)‹.

anhanger

MNWB

anhanger , m. , Anhänger.

anhangig

DWB

anhangig , annexus: ehstens schick ich mein knöchlein und was dem anhangig. Göthe an Knebel 51 . hier ohne umlaut. s. das folgende.

Anhangkorb

ElsWB

anhang·korb

A n hangkorb , Annekorb [Âhàkhòrp Kerzf. ; Ànəkhòrp Betschd. ] m. Korb mit Bogen zum Tragen oder Anhängen an den Arm; Demin. Annekörwel ein…

ANHANGLOS

DWB2

anhang·los

ANHANGLOS adj. alleinstehend, ohne familiären anhang (zu anhang 4 ): ⟨1849⟩ das ganze leben einer solchen anhanglos aus der fremde in die st…

Anhangung

DRW

anhang·ung

Anhangung, Anhängung I Zubehör ÖW. VI 550 Faksimile II Strafe anhengung der schandsteine 1544 HannovStKdg. 225 Faksimile III Parteigenosse J…

anhangung

FWB

1. ›Anhänglichkeit von jm. an jn.‹; 2. ›alles einer Bezugsgegebenheit Zugehörige, alles mit ihr Zusammenhängende‹; 3. ›Zusammenhang, Zusamme…

anhangunge

BMZ

anhangunge stf. ansteckung. contagiosus Diefenb. gl. 76. vgl. Frisch 1,414.