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Achāt

mhd. bis Dial. · 12 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Achāt

Bd. 1, Sp. 75
Achāt (von dem Fluß Achates [Drillo] auf Sizilien herzuleiten), Mineral, und zwar wesentlich Chalcedon (also mikrokristallinische Kieselsäure) mit einer deutlich hervortretenden Bänderung, bei der die einzelnen Lagen verschiedene Farbe und Dichtigkeit zeigen (Fig. 1). Die einzelnen Lagen sind oft so dünn, daß an hundert auf 1 mm kommen. Die verschiedene Farbe rührt gewöhnlich von Eisen- und Manganverbindungen her; in den Onyxen wechseln schwarze und weiße, in den Sardonyxen rote und weiße Lagen miteinander ab; weniger dichte, mehr poröse Lagen kann man mit Farbstoff tränken und künstlich färben (vgl. unten). Der meiste A. kommt aus sogen. Achatmandeln (s. Tafel »Mineralien und Gesteine«, Fig. 12), die in Melaphyr- und Porphyrgesteinen auftreten. Sie finden sich gewöhnlich vereinzelt, in größerer Menge namentlich im Melaphyr bei Oberstein a. d. Nahe, hier äußerlich oft mit Grünerde bekleidet und im Innern nicht selten hohl und mit Amethyst oder Kalkspat und Zeolithen ausgekleidet. Auch aus Uruguay kommen seit 1834 sehr viele oft riesige Mandeln von A., die sich dort wesentlich in Form von Geschieben finden (der sogen. brasilische A.). Bei Oberstein schmiegen sich alle Chalcedonlagen der äußern Mandelform an, in den brasilischen Mandeln findet sich im Innern zuweilen eine Schicht planparalleler, horizontaler Lagen. Nicht selten werden beim Durchschleifen die Kanäle bloßgelegt, durch welche Kieselsäure in den Mandelraum eingedrungen ist. In diesem sind die einzelnen Lagen, von außen nach innen fortschreitend, aus der wässerigen Lösung abgeschieden, wobei nicht selten im Innern ein Hohlraum übrigblieb. Vom Monte Tondo bei Vicenza kannte schon Plinius Chalcedonkugeln, durch deren durchscheinende Wände man im Innern Flüssigkeit wahrnimmt (Enhydros). Zuweilen bildet der A. auch die gangartige Ausfüllung von Spalten in Melaphyr, Porphyr oder anderm Gestein. So findet sich ein vielstreifiger Bandachat gangförmig bei Schlottwitz in Sachsen; an einer Stelle ist die ältere Achatmasse dieses Ganges zertrümmert, und die Bruchstücke sind später durch Kieselsäure (Chalcedon) wieder verkittet (Trümmerachat, Fig. 2, und Tafel »Mineralien und Gesteine«, Fig. 20). Andre Benennungen, wie Festungs-, Korallenachat etc., beziehen sich auf den zufälligen Verlauf der Zeichnungen; der Moosachat (Baumachat, Mokkastein, s. Chalcedon) enthält schwarze Mangandendriten; der Wolkenachat unregelmäßig begrenzte wolkige Trübungen (Mineraleinschlüsse); der Regenbogenachat zeigt als Interferenzwirkung der dünnen Lagen Newtonsche Farbenringe. Isländischer A. ist Obsidian, Löhlbacher A. ist roter Jaspis oder Eisenkiesel, mexikanischer A. ist Onyxmarmor, orientalischer A. schön gefärbter und durchscheinender A., okzidentalischer A. ein weniger ausgezeichneter A. Verwendung. Schöne Achate wurden schon von den Alten als Schmucksteine verwendet. Gegenwärtig verarbeitet man sie zu Reibschalen, Glättsteinen, Kameen, Ringsteinen, Agraffen, Armbändern, Stockknöpfen, Messerstielen, Schussern etc. Durch Brennen verändern manche Achate ihre Farbe, und da einzelne Lagen des Steines porös genug sind, um Flüssigkeiten aufzufangen, während andre dies nicht tun, so läßt sich A. auch färben. Erwärmt man A. anhaltend in verdünnter Honig- oder Zuckerlösung und kocht ihn dann in konzentrierter Schwefelsäure, so wird der ausgesogene Zucker verkohlt, und die poröse Schicht färbt sich schwarz, während die undurchdringliche weiße Schicht noch heller und glänzender erscheint. Durch verschiedene Chemikalien lassen sich mancherlei Farben erzeugen. Zum Schleifen des Achats benutzt man große Schleifsteine von Sandstein, die am äußern Umfang ebene Bahnen oder Hohl- und Rundkehlen besitzen. Das Polieren geschieht meist auf Walzen von hartem Holz, die mit seinem feuchten Tripel oder Bolus bestrichen werden. Zum Bohren dienen schnell rotierende Stahlstifte mit Diamantstaub oder Diamantstückchen. A. wird in Jekaterinburg am Ural, in Schlesien, Baden, Sachsen, Böhmen, auch in China, Japan und Hinterindien geschliffen, und in der Gegend von Idar und Oberstein bildet die Achatschleiferei eine Industrie, die sich ursprünglich auf das Vorkommen des Achats in der dortigen Gegend stützte, und deren Anfänge bis ins Mittelalter zurückgehen. Einen großen Aufschwung nahm sie in der zweiten Hälfte des 18. Jahrh., wo man anfing, Achatwaren zuerst in Silber, dann in vergoldeten Tombak zu fassen. Nach 1813 entdeckte man die Farbenveränderungen der Steine durch Brennen, und seit 1819 kennt man in Idar das Geheimnis des Schwarzfärbens. Seit 1834 entwickelte sich die Achatindustrie außerordentlich, besonders, da die südamerikanischen Onyxe das Aufblühen der Steinschneidekunst in Paris und Idar veranlaßten. Für Afrika werden aus streifigem A. Amulette (Oliven, Turmringe etc.) gearbeitet. Vgl. Lange, Die Halbedelsteine aus der Familie der Quarze und die Geschichte der Achatindustrie (Kreuznach 1868); Nöggerath, Die Achatindustrie im Fürstentum Birkenfeld (Berl. 1877).
4979 Zeichen · 60 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    achatst. M.

    Köbler Mhd. Wörterbuch

    achat , st. M. nhd. Achat Hw.: vgl. mnl. agaet, mnd. āget Q.: Pal, Suol, RqvI (FB achates), HvNst (FB achât, agant), Ot …

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Achat

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Der Achat , des -es, plur die -e, bey den neuern Naturkennern, ein Geschlechtsnahme aller feinen Hornsteine, welche vers…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Achat

    Goethe-Wörterbuch

    Achat auch Agat 1) N13,367,11u12 Plp u Agath 1) 31,316,21 ItR Plp mineralog: gebänderter Chalzedon 2) die Chalcedon-Mass…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Achāt

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Achāt (von dem Fluß Achates [Drillo] auf Sizilien herzuleiten), Mineral, und zwar wesentlich Chalcedon (also mikrokrista…

  5. modern
    Dialekt
    Achat

    Bayerisches Wörterbuch · +5 Parallelbelege

    Achat Band 1, Spalte 1,57

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit achat

43 Bildungen · 32 Erstglied · 10 Zweitglied · 1 Ableitungen

achat‑ als Erstglied (30 von 32)

Achatchens

SHW

Achat-chens Band 1, Spalte 125-126

Achatkugel

SHW

Achat-kugel Band 1, Spalte 125-126

achatartig

GWB

achat·artig

achatartig [ geschnittene ] Tafeln [ des Karlsbader Sprudelsteins ], an welchem man die Abwechselungen von Farbe in zierlichen a-en Linien […

Achatblättchen

GWB

achat·blaettchen

Achatblättchen daß Höchstdieselben [ CarlAug ] .. nach denen A. gefragt, worauf ein Mannskopf [Mannskopf durch Naturspiel K ] zu sehen sey B…

Achatdotz

RhWB

achat·dotz

Achat-dotz ajā:(t)dots Bergh-Hüchelh m.: grösserer Klicker aus buntem Glasfluss.

achates

Lexer

achates stm. BMZ ein edelstein Parz. Servat. 561 ; achât Apoll. 13418 ; agathes Erlœs. 402.

Achat-Galle

Adelung

achat·galle

Die Achat-Galle , plur. die -n, eine fremdartige Materie, welche zuweilen den Achat wie ein Saalband umgibt, und sich, wie die Glasgalle von…

Achatgang

GWB

achat·gang

Achatgang aus Achat gebildete Zwischenschicht in einem Gestein Der schöne A. liegt immer vor mir auf dem Schreibtische, als blattbeschwerend…

Achatglas

Meyers

achat·glas

Achatglas , buntfarbiges, dem Achat ähnliches Glas, das erhalten wird, wenn man verschieden gefärbte Glasstücke bis zum Zähflüssigwerden mit…

Achathäuer

RhWB

achat·haeuer

Achat-häuer -x- NBerg; jā:th·y.ər Sol-AufderHöhe ; ęijā:t- Wippf m.: dass.

Achatjaspis

Meyers

achat·jaspis

Achatjaspis ( Jaspachat ), Halbedelstein, in dem durchsichtige Lagen von Chalcedon (Achat) mit undurchsichtigen Lagen von Jaspis wechseln.

Achat-Kiesel

Adelung

achat·kiesel

Der Achat-Kiesel , des -s, plur. ut nom. sing. bey einigen Neuern ein Nahme eines bräunlichen Achates, mit gelblichen, braunen, schwärzliche…

Achat-Kugel

Adelung

achat·kugel

Die Achat-Kugel , plur. die -n, ein rohes Stück Achat in rundlicher Gestalt, welches auch eine Achat-Niere genannt wird.

Achat-Múschel

Adelung

achat·muschel

Die Achat-Múschel , plur. die -n, eine jede Muschelart, welche bey ihrer glänzenden Politur und schönen Farben einem polirten Achate gleicht…

Achatmuster

GWB

achat·muster

Achatmuster die mir überschickten 1) A. .. es kann diese Nummer [ 1056 ] als ein vorzügliches Beyspiel des .. Trümmerachats im Catalog bemer…

Achat-Onyx

Adelung

achat·onyx

Der Achat-Onyx , des -es, plur. die -e, eine Steinart, welche aus einer Vermischung des Achates mit dem Onyx bestehet.

ACHATSCHLEIFER

DWB2

achat·schleifer

ACHATSCHLEIFER m. ( vgl. achatschleiferei: ⟨v1837⟩ Hoff Teutschland [ 1838 ] 184 ) 1927 gäste hocken .. an den holztischen ( des wirtshauses…

achat als Zweitglied (10 von 10)

Augen-Achāt

Adelung

augen·achat

Der Augen-Achāt , des -es, plur. die -e, ein Achat, welcher dunkele Flecken und um denselben einen weißlichen Rand hat, der ihnen einige Ähn…

Band-Achāt

Adelung

banda·chat

Der Band-Achāt , des -es, plur. die -e, eine Art Achate mit schmalen Streifen von verschiedenen Farben.

Bāum-Achāt

Adelung

baum·achat

Der Bāum-Achāt , des -es, plur. die -e, ein Achat, mit Figuren, die den Bäumen einiger Maßen ähnlich sehen; mit einem griechischen Worte Den…

Bílder-Achāt

Adelung

bilder·achat

Der Bílder-Achāt , des -es, plur. die -e, ein mit Figuren oder Zeichnungen versehener Achat.

Eīs-Achāt

Adelung

eis·achat

Der Eīs-Achāt , des -es, plur. inus. ein Krystall-Achat, der eine Eisfarbe hat, bey den Schriftstellern des Mineralreiches. S. Adelung Kryst…

glasachat

DWB

glas·achat

glasachat , m. , glasartig erstarrte lava, zu glas C 1, vgl. glasachat lava nera, rilucente Jagemann dtsch-ital. (1799) 523 ; obsidianus Nem…

Jáspiß-Achāt

Adelung

jaspis·s·achat

Der Jáspiß-Achāt , des -es, plur. doch nur von mehrern Arten, die -e, ein mit Achat vermengter Jaspiß, daher er durchsichtige Stellen hat.

korallachat

DWB

korall·achat

korallenachat , korallachat , m. ein achat mit roten flecken, corallachates, korallenstein. Adelung.

spachat

DWB

spachat , s. spagat .

Ableitungen von achat (1 von 1)

Achate

Herder

Achate sind Gemenge von mehreren Quarzabänderungen wie: Chalcedon, Jaspis, Hornstein, Amethyst, Carneol, zuweilen auch Heliotrop und Opal. —…