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Abfall

nhd. bis spez. · 15 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
Anchors
17 in 15 Wb.
Sprachstufen
6 von 16
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Abfall

Bd. 1, Sp. 33
Der Abfall, des -es, plur. die -fälle; bedeutet nach Maßgebung des verschiedenen Gebrauches des Zeitwortes abfallen, 1) im physischen Sinne. (1) Das Fallen von einem höhern Orte, nach einem niedrigen; ohne Plural. Der Abfall der Blätter von den Bäumen. Der Abfall des Wassers. (2) Der Ort, durch welchen dieses Fallen geschiehet, besonders vom Wasser; ingleichen figürlich die abschüssige Lage des Bodens, der Fall. Einem Damme oder Pflaster den gehörigen Abfall geben. (3) Dasjenige, was von einer andern Sache abfällt oder abgehet, besonders in figürlicher Bedeutung. So heißen bey verschiedenen Handwerkern die Abgänge von ihrer Arbeit auch Abfall oder Abfälle; z. B. bey den Fleischern verschiedene Nebentheile der geschlachteten Thiere, als Kopf, Füße, Leber u. s. f. welche in Osnabrück Potthast, in Hamburg Hüßputt, im Hannöv. Reßelse, an andern Orten die Zulage, das Kleine, letzteres mit Vorsetzung des Nahmens des Thieres, von welchem es ist, z. B. Hasenklein u. s. f. heißt. So auch der Abfall von dem Getreide, oder Spreukorn, im Hannöv. Reß, von ressen, abfallen. In Wasserwerken und Wasserkünsten wird das überflüssige Wasser, welches abgeleitet, oder an andere überlassen wird, gleichfalls der Abfall genannt, welchen Nahmen auch wohl die Röhre führet, durch welche dieses Wasser abgeführet wird. In dieser Bedeutung des Abganges sagen einige auch wohl das Abfall. 2) In moralischer Bedeutung. (1) Die bösliche Verlassung eines rechtmäßigen Herrn oder einer Religion. Der Abfall von einem Herrn, von Glauben, von der Religion. Der Abfall zu dem Feinde. Einen zum Abfalle bewegen, verleiten, verführen. Der Stolz ist nach der Vernunft ein Abfall von der Wahrheit, Gell. (2) † Die Verschlimmerung seines häuslichen[] Zustandes; im gemeinen Leben. In Abfall der Nahrung kommen oder gerathen, für Verfall. So auch in den Bergwerken, die Abnahme des innern Gehaltes der Erze. (3) Die zufällige Abweichung von der gewöhnlichen Beschaffenheit, die Verschiedenheit in Nebendingen. Eigentlich von der schwächern Beschaffenheit. In einem etwanigen Abfalle von Farben in Ansehung ihrer Lebhaftigkeit und Reinigkeit mochte die ganze Luft-Perspectiv des Polignotus bestehen, Less. In weiterer Bedeutung aber auch eine solche Abweichung überhaupt. Es gibt so viele Schattirungen der Empfindungen, als Abfälle zwischen einer Habichts- und Strumpfnase, Göthe. Wo doch wegen der Vieldeutigkeit dieses Wortes Abänderung, Abstufung u. s. f. klärer und deutlicher sind. (4) Einschränkung, Verminderung desjenigen, was vorher war behauptet worden. Das ist ein großer Abfall, kommt mit der davon gemachten Hoffnung, Versicherung, u. s. f. nicht überein. Das leidet einen starken Abfall, ist einer großen Einschränkung unterworfen. In dieser Bedeutung findet man auch wohl den Plural. Diese Regel leidet große Abfälle, Gottsch. (5) Bey einigen auch so viel als Contrast. Es ist unbeschreiblich, welchen Abfall ihr Betragen gegen ihre Kleidung machte, wie sehr es dagegen abstach. (6) Einige Sprachlehrer haben auch die Casus der Nennwörter Abfälle nennen wollen, aber damit wenig Beyfall erhalten.
3088 Zeichen · 53 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Abfall

    Adelung (1793–1801) · +7 Parallelbelege

    Der Abfall , des -es, plur. die -fälle; bedeutet nach Maßgebung des verschiedenen Gebrauches des Zeitwortes abfallen, 1)…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Abfall

    Goethe-Wörterbuch

    Abfall 1 jähe Neigung, Senkung: einer Fläche Gehen Sie der Poesie nach wie ein Waldwasser den Felsräumen, Ritzen, Vorspr…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Abfall

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Abfall , die Lossagung von einer bisher anerkannten Verpflichtung oder einer bisher vertretenen Anschauung. Zu untersche…

  4. modern
    Dialekt
    Abfall

    Elsässisches Wb. · +3 Parallelbelege

    Abfall m. 1. Abfallstoffe, übrig gebliebene und meist unbrauchbare Reste von Kleiderstoffen, roh zubereiteten Gegenständ…

  5. Sprichwörter
    Abfall

    Wander (Sprichwörter)

    Abfall 1. Der Abfall guckt ihm zum Gesicht heraus. – Tendlau, 688. Auf seinem Gesicht liegt die Abtrünnigkeit vom Judent…

  6. Spezial
    Abfallm

    Dt.-Russ. phil. Termini · +1 Parallelbeleg

    Abfall , m выпадение , ср

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit abfall

34 Bildungen · 34 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

abfall‑ als Erstglied (30 von 34)

Abfallbeseitigung

LDWB2

abfall·beseitigung

Ab|fall|be|sei|ti|gung f. (-,-en) desgorta dl ciomënt f. , desgorta dl refodam f. , eliminaziun dl ciomënt f. , eliminaziun dl refodam f.

abfallen

DWB

abfallen , delabi, decidere, von etwas niederfallen, in allen bei abfall dargelegten bedeutungen. der apfel fällt ab ( dem baum ), die reife…

abfallen

FWB

1. ›(von einer Unterlage) abfallen, herunterfallen, abstürzen (von Sachen und Personen)‹.; 2. ›vom Pferde steigen, absitzen‹.; 3. ›zurückgeh…

ABFALLER

DWB2

ABFALLER m. ( schwimmsport ) 1920 an den gestreckten abfallern .. ist die natürliche scheu vor dem erstmaligen einsturz kopfwärts .. zu über…

abfalleⁿ I

Idiotikon

abfalleⁿ I Band 1, Spalte 749 abfalleⁿ I 1,749

abfalleⁿ II

Idiotikon

abfalleⁿ II Band 1, Spalte 752 abfalleⁿ II 1,752

Abfallgrube

LDWB2

abfall·grube

Ab|fall|gru|be f. (-,-n) desćiaria dl ciomënt f. , büja dal ciomënt f. , deponia dl ciomënt f.

Abfallholz

PfWB

abfall·holz

Abfall-holz n. : 1. 'Holz, das bei der Verarbeitung übrigbleibt', Abfallholz [verbr.]. — 2. 'die abgeschnittenen Rebschosse', Abfallholz [ L…

Abfallkübel

LDWB2

abfall·kuebel

Ab|fall|kü|bel m. (-s,-) 1 condla dal ciomënt f. 2 (Biomüll) condla dales lavadöres f.

Abfallprodukt

LDWB2

abfall·produkt

Ab|fall|pro|dukt n. (-[e]s,-e) 1 (Abfallerzeugnis) produt fat fora de ciomënt m. 2 (bei der Herstellung abfallendes Produkt) produt da sciur…

Abfallrinne

Meyers

abfall·rinne

Abfallrinne , ein seichter Graben, der Wasser quer über eine Böschung zu führen hat und wegen seines starken Gefälls besonders befestigt wer…

ABFALLRÖHRE

DWB2

abfall·roehre

ABFALLRÖHRE f. : 1760 abfall oder abfallsröhre .. röhre, die unmittelbar das überflüssige wasser aus dem springbrunnen abführt Gottsched hdl…

Abfallsbach

RhWBN

abfall·s·bach

Ab-falls-bach -bēk Remschd f.: Wassergraben, der vom Wehr in den Bach läuft.

Abfallsel

PfWB

abfall·sel

Ab-fallsel n. : = Abfall 1, Abfallsel [verbr. vorn. NPf Don Gal Buch].

Abfallsröhre

Adelung

abfall·s·roehre

Die Abfallsröhre , plur. die -n, in den Wasserwerken und Wasserkünsten, diejenige Röhre, welche das überflüssige Wasser wieder abführet. S. …

ABFALLSTOFF

DWB2

abfall·stoff

ABFALLSTOFF m. in vielfältiger verwendung seit ende 19.jhs. geläufig: ⟨1884/8⟩ es steht einer gesellschaft nicht frei, jung zu bleiben. und …

ABFALLTONNE

DWB2

abfall·tonne

ABFALLTONNE f. mülltonne: ⟨1924⟩ an der rückseite des sanatoriums .., wo eiserne abfalltonnen .. standen Th. Mann ges. w. ( 1965 ) 2,69. 193…

ABFALLUNG

DWB2

abfall·ung

ABFALLUNG f. 1 (abfallen A 1): 15.jh. deuolutio abfallunge ( md. ) Diefenbach gl. 178 a . 1700 abfallung der frucht Ettner apotecker 347. 17…