zuweilen,
adv. ,
bezeichnet die einzelnen momente innerhalb eines als dauernd gedachten vergangenen zeitraums, wofür mhd. under wîlen, understunden
treffendere ausdrücke waren mhd. wb. 3, 668; Lexer 2, 1777; 3, 887.
an deren stelle traten zuweilen
und bisweilen,
als das mhd. adv. wîlen
die vorstellung einer längeren dauer in der vergangenheit angenommen hatte, und die beiden worte sind im 16.
jh. allgemein bekannt (
s. th. 2, 48)
gewesen. unterweilen
noch bei Kramer
neben zuweilen,
schon nicht mehr bei Stieler 2476 (
neben bisweilen
und dann und wann),
aber noch gelegentlich im 18.
jh., z. b. bei Möser,
bel. bei zuwägen 1.
noch später versuche synonymischer unterscheidung Maas-Eberhard 1, 198; Weigand 3, 899.
jünger zuzeiten,
das sich als der schriftmäszige, gewählte ausdruck wie bisweilen
und zuweilen
von dem der gesprochenen sprache geläufigen dann und wann, manchmal
unterscheidet. frühe belege: zuo wylen Riederer
rhetoric (1493) d 1
a; Alberus (1540) uu 2
a, zuweiln Scheit
Grobianus v. 1034, zu weiland Schaidenreiszer
Od. vor. 6, zuoweilens Heyden
Plinius 177, zun weilen Stumpf
Schweizerchr. 323
b, zuweil Hayneccius
Hans Pfriem 54
ndr.; Hans Sachs 19, 155
G. mit synonymen: aber es hat nicht allezeit am sabbath angefangen, sondern unterweilens am montage, zuweilen auch am mitwochen Luther 16, 171
W.; man mus aber ein weil geduld tragen, zu zeiten ein wenig lassen gehen und zuweilen ein wenig halden 10, 3, 284
W. 11)
von einzelnen momenten in einem dauernden zeitlauf: das aber etliche kinder werden z. verthan und weg geschickt und ihr eltern nicht gewis kennen ihr leben lang Luther 26, 151
W.; und kan z. eins ein wort reden, das sich nicht wol gezimpt 24, 1, 60
W.; soll ein licht recht helle brennen, musz man es zuweilen putzen Logau 546
E.; wie die Holländer, welche z. ... specereien verbrennen, um dieselben theurer zu machen Winckelmann
w. 10, 87; die anzahl der einwohner könnte man genau wissen, weil sie z. gezählt werden Nicolai
reise d. Dtschld. (1783) 1, 227; wenn es mir nur gelingt, z. einige stunden von ruhe und musze zu stehlen Zimmermann
über d. einsamkeit 1, 3; wer es nicht glauben will, der gehe seinen weg, auch der gelingt z. Göthe 24, 51
W.; ich hätte gern gehabt, wenn du mir z. geschrieben hättest Caroline 63
W.; P. griff z. hinein und wühlte in dem golde G. Keller 4, 309; z., wenn eine geballte wetterwolke emporquoll und vorüberzog C.
F. Meyer
Jürg Jenatsch 3. 22)
die einzelnen momente werden anderen gegenübergestellt: also thet er noch im alter, ... bekam auch z. hie ein pfennig, dort wider einen Kirchhof
wendunmuth 2, 194
lit. ver.; z. wein, z. wasser trincken das ist lustig G. Rollenhagen
froschmeuseler (1595) b 5
b; ja z. und zum öftern Bastel v.
d. Sohle
don Kichote (1648) 186; manchmal ist es stolz, manchmal dummheit, z. verblendung, was sie (
die muse der geschichte) abhält gewisse namen und handlungen anzuführen Th. Abbt
verm. w. 1, 2; wie wäre es möglich, dasz wir bei dem hellesten sonnenschein und derselben höhe der sonne z. grosze hitze, z. empfindliche kälte haben? Th. v. Schubert
verm. schr. 3, 55; man hatte z. mangel an brod, doch es fehlte eigentlich nie an wein und fleisch Ranke
s. w. 2, 274. 33)
die unterscheidung der einzelnen momente wird seit dem 17.
jh. durch je zuweilen verdeutlicht: nam er einen goltgülden in die hand ... und liesz den goltgülden je zuweilen blicken
Maynhinklers sack (1612) e 3
a; meiner strengigkeit hat mich je zuweilen gereuet Lehmann
floril. polit. (1662) 3, 262; man musz sich je z. ein wenig erlustiren Kramer 2, 1297
c; wie schlecht ... anfangs die arbeit gewäsen, hat doch viler verständiger leuthe billichung mich ... dergestalt darauf gesteifft, dasz ich bisher je z. fortgefahren Rompler v. Löwenhalt 1.
geb. ooo 3; je z. nachgeben Jung Stilling
w. 3, 57; indem er beim lesen je z. die lustige melodie ... anklingen liesz Storm 1, 30. 44) z.
in beschreibungen und schilderungen, da man, was man z.
ist oder thut, nach seiner art oder gewohnheit ist oder thut: wismut sihet einem weiszen kisz ehnlich, z. ist er würfflicht wie ein markasith Mathesius
Sarepta (1571) 100
a; ein schlechter mann redet z. vernunftig
nom. meth. hamb. (1634) 105; gesetzt auch, es käme z. ein ungewöhnlich wort in diesem oder jenem auctore vor Chr. Weise
drei erznarren 63
ndr.; bei welchem auch nicht, wie z. pflegt zu geschehen, taffet in dem gewölb und sündenbänder im gewissen anzutreffen Abr. a
s. Clara
mercks Wien (1680) 15; so erläutern z. die welsche und spanische sprache das französische Gottsched
dtsche sprachkunst (1748) 5; ein z. wildes, aber im grunde doch immer gutmüthiges volk Zimmermann
einsamkeit 4, 14; dasz die geschichte z. ... seltsamere begebenheiten erzählt als ein romanschreiber Wieland
Agathon (1766) 1, 6; (
der basalt von Karlsbad) hat ... eine gelblich braune farbe ... das centrum manchmal hohl, z. mit einem gelben kern ausgefüllt Göthe IV 32, 129
W.; warum werden die dichter beneidet? weil unart sie zuweilen kleidet I 2, 242
W.; auch sonst stellt sich diese sammellust z. bei knaben ein Justi
Winckelmann 1, 43; wie uns der mondschein z. in den kanälen Venedigs die alte zeit des glanzes zurücklügt H. Grimm
Michelangelo 1, 5;
M. habe z. ganz sonderbare einfälle Bismarck
ged. u. erinn. 1, 111
volksausg. 55)
so auch räumlich hier und da: dasz der innere raum voll vieler hundert fässer ist, wovon allein z. 60 bis 70 mit wasser ... angefüllt sind J. G. Forster
s. schr. 5, 117; wir (
hatten) oben ... z. einen schmalen steg ... angetroffen Göthe 25, 120
W.; noch standen die niedrigen häuser mit dem giebel gegen die strasze, z. streckte sich eine hölzerne dachrinne über den weg G. Freytag
verl. handschrift 1, 59. 66)
vielfach in abschwächender bedeutung, fast verneinend, wie selten: sehr schüchtern und furchtsam habe ich z. einen blick in das reich der wissenschaften gewagt Gottschedin
br. 1, 5; z. lege ich die hand an einige entwürfe Winckelmann
w. 10, 19; fällt ihnen auch z. ihre pflicht ein, so finden sie eine innerliche regung solche zu beobachten; so reut sie doch dieser vorsatz gleich wieder Rabener
s. w. 1, 174; erst sahen wir uns nur z. am dritten orte Göthe 23, 35
W.; wer wagt gewinnt! — z. wenigstens H. v. Barth
Kalkalpen 503; wennschon der mensch, eh er was wird, zuweilen strauchelt oder irrt W. Busch
d. heilige Antonius 7. 77) z.
hebt in der schilderung die gelegentliche unterbrechung eines zustandes hervor: der ausdruck dieser augen, aus deren schwärze kaum z., wenn sie einmal den kopf erhob, etwas wie ein entferntes wetterleuchten brach Mörike
w. 3, 52; auf den see, der nur z. zwischen den lücken der zweige hindurchblitzte Storm 1, 24. —