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Zukunft

nhd. bis spez. · 9 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
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12 in 9 Wb.
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

Zukunft

Zukunft

kommen Vb. ‘sich einem Ort nähern, sich von einem Ort hierher begeben, einen Ort erreichen, eintreffen, erscheinen’, ahd. queman (8. Jh.), mhd. (mit Verschmelzung von u und e zu o) komen, asächs. kuman, mnd. kōmen, kāmen, kommen, mnl. cōmen, nl. komen, afries. kuma, koma, aengl. cuman, engl. to come, got. qiman, anord. koma, schwed. komma (germ. *kweman) führt mit aind. gámati ‘geht’, toch. A käm-, kam-, kum-, toch. B kä(n)m-, kam-, śem- ‘kommen’, griech. bá͞inein (βαίνειν) ‘gehen’, lat. venīre ‘kommen’, lit. gim̃ti ‘zur Welt kommen, geboren werden, entstehen’ auf eine Wurzel ie. *gu̯em- ‘gehen, kommen, zur Welt kommen, geboren werden’. Im Dt. ist der ursprüngliche Anlaut qu- (germ. kw-) im Verbaladjektiv bequem (s. d.) erhalten. – Kunft f. ‘das Kommen, Ankommen’ (selbständiges Substantiv bis ins 19. Jh.), ahd. kumft (8. Jh.), kunft (9. Jh.), mhd. kumft, kunft ‘Ankunft, das Kommen, Eintreffen, Zukunft, das Zukünftige’ neben mnd. kumpst, kumst, komst, mnl. comst, nl. komst sind Abstrakta mit sti-Suffix (vgl. auch mit ti-Suffix got. gaqumþs ‘Zusammenkunft, Versammlung’), wobei im Hd. -s- in -f- übergeht mit nachfolgendem Wandel von m zu n; daran anschließend die Ableitung künftig (s. d.). Im frühen 19. Jh. wird das Substantiv in freier Verwendung aufgegeben, bleibt jedoch als Grundwort von Komposita erhalten. Abkunft f. ‘Abstammung, Herkunft’, älter ‘Nachkommenschaft’ (2. Hälfte 17. Jh.), ‘Ertrag’ (Anfang 17. Jh.), auch ‘Übereinkunft’ (18. Jh.). Ankunft f. ‘Herkunft, Ursprung, das Ankommen, Eintreffen’ (2. Hälfte 15. Jh.). Auskunft f. ‘Information, Mitteilung, Antwort’ (18. Jh.), ‘das Herauskommen, Ergebnis’ (17. Jh.), ‘das Ausfließen’ (15. Jh.); Auskunftei f. ‘Auskunftsbüro’ (19. Jh.). Einkünfte Plur. ‘Ertrag, Gewinn, Verdienst’ (16. Jh.); vgl. mhd. īnkumft ‘Eintreffen, Ankunft’. Herkunft f. ‘Brauch, Herkommen’ (17. Jh.), ‘Abstammung’ (16. Jh.); vgl. mnd. hērkum(p)st ‘Herkommen, Abstammung, Brauch’. Niederkunft f. ‘Zeit, Vorgang der Entbindung’ (Ende 17. Jh.). Übereinkunft f. ‘Einigung, Übereinstimmung’ (2. Hälfte 17. Jh.), ‘Vertrag, Absprache, Abmachung’ (18. Jh.). Unterkunft f. ‘Obdach, Wohnung, Quartier’ (1. Hälfte 19. Jh.). Zukunft f. ‘die noch bevorstehende, die kommende Zeit’, ahd. zuokumft ‘Herankunft, Ankunft’ (10. Jh.), mhd. zuokumft, zuokunft ‘das (Herzu)kommen, Ankunft, Verfolgung, Zukunft’, bis zu Beginn des 17. Jhs. auch im räumlichen Sinne; zukünftig Adj. ‘zeitlich bevorstehend, in der Zukunft stattfindend’, ahd. zuokumftīg ‘ankommend’ (9. Jh.), mhd. zuokünftic ‘(heran)kommend, künftig, noch zu erwarten’ (im räumlichen Sinne bis 16. Jh.). Als grammatischer Terminus zuekünftig zeit (um 1400) für mlat. (tempus) futurum; dafür (2. Hälfte 18. Jh.) Zukunft (s. Futur). Zusammenkunft f. ‘Treffen, Versammlung’ (16. Jh.). – abkommen Vb. ‘sich entfernen, frei-, loskommen’, ahd. abaqueman ‘vergehen’ (11. Jh.), mhd. abekomen ‘von etw. loskommen’; Abkommen n. ‘Übereinkunft, Vertrag’ (2. Hälfte 17. Jh.), zuvor ‘Abstammung, Herkunft’ (1. Hälfte 16. Jh.); Abkomme m. ‘Nachkomme’ (Mitte 18. Jh.); abkömmlich Adj. ‘entbehrlich’ (1. Hälfte 19. Jh.). ankommen Vb. ‘über einen kommen, ergreifen, eintreffen’, ahd. anaqueman (9. Jh.), mhd. anekomen ‘über einen kommen, hereinbrechen, anfangen, angreifen’; Ankömmling m. ‘neu Hinzukommender’ (17. Jh.); vgl. ahd. quemiling (um 1000), mhd. komelinc, kumelinc ‘Fremdling’. aufkommen Vb. ‘entstehen, sich bilden, sich erheben’, ahd. ūfqueman ‘heraufkommen, auftauchen, entstehen’ (8. Jh.), mhd. ūfkomen ‘in die Höhe kommen, stark werden, heranwachsen, entspringen, am Leben bleiben’. auskommen Vb. ‘zurechtkommen, reichen’, ahd. ūʒqueman ‘herauskommen’ (9. Jh.), mhd. ūʒkomen ‘herauskommen, entstehen, Gewohnheit werden, sich verbreiten’, frühnhd. ‘mit Geldmitteln reichen, sich vertragen’ (15. Jh.); Auskommen n. ‘Lebensunterhalt, Einverständnis’, frühnhd. ‘Einkommen’; auskömmlich Adj. ‘genügend, ausreichend’ (17. Jh.). einkommen Vb. ‘als Gewinn eingehen, sich mit etw. an jmdn. wenden’, ahd. inqueman ‘eindringen, eintreten’ (9. Jh.), mhd. īnkomen; Einkommen n. ‘ständige Einnahme, Gehalt’, mhd. īnkomen ‘Eintreffen, Ankunft’. entkommen Vb. ‘entgehen, -fliehen, -weichen’, mhd. entkomen. herkommen Vb. ‘hierherkommen’, frühnhd. ‘abstammen’, ahd. heraqueman ‘herkommen’ (9. Jh.), mhd. herkomen; vgl. mhd. herkomen Part.adj. ‘aus der Fremde gekommen’; Herkommen n. ‘Herkunft, Abstammung, Brauch, Sitte, Überlieferung’ (15. Jh.); herkömmlich Adj. ‘der Herkunft gemäß, gebräuchlich, überliefert’ (18. Jh.). nachkommen Vb. ‘später kommen’, ahd. nāhqueman ‘nachfolgen’ (um 1000), mhd. nāchkomen ‘nachfolgen’; Nachkomme m. ‘Verwandter in absteigender Linie’, mhd. nāchkome ‘Nachfolger, Nachkomme’; vgl. gleichbed. ahd. afterquemo (10. Jh.); Nachkommenschaft f. ‘Gesamtheit der Nachkommen’ (17. Jh.); Nachkömmling m. ‘nachgeborenes Kind, Nachzügler’, mhd. nāchkomelinc ‘Nachfolger, Nachkömmling’. niederkommen Vb. ‘gebären’ (vgl. mhd. kindes niderkomen), ahd. nidarqueman ‘herabsteigen, fallen’ (um 800), mhd. niderkomen ‘herabfallen, herunterfallen, zu Bett gehen, sich hinlegen’ (seit frühnhd. Zeit auf das Kindbett eingeengt). übereinkommen Vb. ‘sich mit jmdm. einigen’, frühnhd. ‘zusammenfallen, mit jmdm. einig, zufrieden werden’. überkommen Vb. (von Gefühlen, Empfindungen) ‘ergreifen’, älter ‘über etw. kommen, es in seine Gewalt bringen’, ahd. ubarqueman ‘überraschen, überwinden, besiegen’ (8. Jh.), mhd. überkomen ‘hinüberkommen, die Oberhand behalten, verabreden, übereinkommen, zu etw. gelangen, überfallen, bezwingen, überstehen’; überkommen Part.adj. ‘überliefert, vererbt’ (16. Jh.). umkommen Vb. ‘ums Leben kommen, sterben, verderben’, mhd. umbekomen ‘vorüber-, zu Ende gehen, sterben’; vgl. ahd. umbiqueman ‘herumgehen, umringen’ (8. Jh.). unterkommen Vb. ‘Aufnahme, Obdach, Anstellung finden’, umgangssprachlich auch ‘vorkommen’ (Anfang 17. Jh.), ahd. untarqueman (9. Jh.), mhd. underkomen ‘dazwischentreten, verhindern’. verkommen Vb. ‘den inneren Halt verlieren, verwahrlosen’, älter ‘vergehen’, mhd. verkomen ‘vorübergehen, zu Ende gehen, vergehen’; Verkommenheit f. ‘sittlicher Niedergang, Verwahrlosung’ (19. Jh.). vorkommen Vb. ‘nach vorn kommen, zum Vorschein kommen, sich ereignen, geschehen, vorhanden sein’, ahd. furiqueman ‘zuvor-, herauskommen, zutage treten’ (8. Jh.), mhd. vorkomen ‘erscheinen, offenbar werden’; Vorkommnis n. ‘Vorfall’ (19. Jh.). zukommen Vb. ‘gebühren, zustehen, passend sein’, älter auch ‘sich auf etw. zubewegen, sich nähern, Nutzen haben, mit etw. genug haben’, ahd. zuoqueman ‘herannahen, hinzukommen’ (8. Jh.), mhd. zuokomen ‘eintreffen, erscheinen’.
6593 Zeichen · 291 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Zukunft

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Die Zukunft , plur. car. 1. * Die Ankunft; eine im Hochdeutschen veraltete Bedeutung, welche nur noch im Kirchenstyle üb…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Zukunft

    Goethe-Wörterbuch

    Zukunft [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. modern
    Dialekt
    Zukunftf.

    Pfälzisches Wb.

    Zu-kunft f. : ' die noch kommende Zeit ', Zukunft [mancherorts, Höh 87], Zukumft [ Lambert Penns 185]. Ob's gut isch fer…

  4. Sprichwörter
    Zukunft

    Wander (Sprichwörter)

    Zukunft 1. Die Zukunft ist eine unsichere Gabe. – Altmann VI, 404. 2. Die Zukunft steht niemand offen. Lat. : Sit caeca …

  5. Spezial
    Zukunft, vollendetef

    Dt.-Russ. phil. Termini · +4 Parallelbelege

    Zukunft , f , vollendete будущее , ср совершенное

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit zukunft

57 Bildungen · 57 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

zukunft‑ als Erstglied (30 von 57)

Zukunftahnend

Campe

◬ Zukunftahnend , adj . die Zukunft, d. h. das, was in der Zukunft sein oder geschehen wird, ahnend. — die zukunftahnende Manto. Voß.

Zukunft, Die

Meyers

zukunft·die

Zukunft, Die , Wochenschrift für Politik, öffentliches Leben, Kunst und Literatur, wurde 1892 von Maximilian Harden in Berlin gegründet; zei…

zukunftkreis

DWB

zukunft·kreis

-kreis Jean Paul 44, 35 H. bei den unten ausführlich belegten zusammensetzungen ist jedesmal die s- form als die vorherrschende zu grunde ge…

Zukunftkundig

Campe

zukunft·kundig

◬ Zukunftkundig , adj . u. adv . der Zukunft kundig, Kunde, Kenntniß von dem, was in der Zukunft sein und geschehen wird, habend. »Der zukun…

zukunftsauge

DWB

zukunft·sauge

zukunftsauge : seh ich nur diesz gesicht mit solchen zukunftsaugen, so wird mein herz gewisz kein liebesgift draus saugen Gottsched d. neues…

zukunftsaussicht

DWB

zukunft·s·aussicht

zukunftsaussicht , f. : aber sie ( die minister ) ... müszten dem ehrgeiz unzugänglich sein, titel, würden, zukunftsaussichten verachten Gut…

zukunftsbild

DWB

zukunft·s·bild

zukunftsbild , n. : heiter, voll froher zukunftsbilder, fuhr Rudolf seiner heimath zu Storm 7, 101 ; ein ganz und gar optimistisches und unm…

zukunftsdunkel

DWB

zukunft·s·dunkel

-dunkel , -düster . e e) sehr lebhafte anregung ist ausgegangen von der musik der zukunft oder zukunftsmusik und dem zukunftsstaat. mit bezu…

zukunftsfreude

DWB

zukunft·s·freude

zukunftsfreude , f. : keine meiner tausendfachen leiden, bittre wurzeln süszer zukunftsfreuden, die der baum im himmel niederstreut! K. G. v…

zukunftsgedanke

DWB

zukunft·s·gedanke

zukunftsgedanke , m. : die weite welt wollte ich durchlaufen, und bleib liegen ... und vergesse aller zukunftsgedanken Bettine Cl. Brentanos…

zukunftsgefühl

DWB

zukunft·s·gefuehl

zukunftsgefühl , n. : ächter bildung darf sich nur rühmen, wer dies freudige zukunftsgefühl zu verbinden weisz mit dem liebevollen verständn…

zukunftsgewisz

DWB

zukunftsgewisz , adj. : ebenso siegestrunken, ebenso zukunftsgewisz Hebbel br. 6, 350 ; welchen typus mensch man züchten soll, wollen soll, …

zukunftshaus

DWB

zukunft·s·haus

zukunftshaus , n. : ich bin heute .. in unserm zukunftshause gewesen Th. Storm an seine braut 23 . —

zukunftskunst

DWB

zukunft·s·kunst

zukunftskunst , f. : in Mailand, dem hauptsitze der zukunftskunst ( futurismus ) köln. zeit. 28. 7. 1913.

zukunftsland

DWB

zukunft·s·land

zukunftsland , n. : und blickte dann ein wenig bange auf mein zukunftsland, auf Sachsen J. Krebs der moderne Rübezahl 1, 208 ; Anatolien ist…

zukunftsleben

DWB

zukunft·s·leben

zukunftsleben , n. : die darstellungen des zukunftlebens glichen den alten pyramiden Jean Paul 59/60 , 4 H.; Konrad und die magd wechselten …

zukunftsleute

DWB

zukunft·s·leute

zukunftsleute , pl.: z. bleiben blind für die gegenwart Bog. Goltz typen d. gesellsch. 2, 90 . —

zukunftslos

DWB

zukunft·s·los

zukunftslos , adj. : eintaglebig, zukunftlos, ohne charakter, ohne gesinnung, ohne religion hing es ( das volk ) denen an, die seiner sinnen…

zukunftslüge

DWB

zukunft·s·luege

zukunftslüge , f. : die vergangenheitslüge stiehlt wahres geld, die zukunftslüge münzt falsches Jean Paul 55/58, 85 H. —

zukunftsmacher

DWB

zukunft·s·macher

zukunftsmacher , m. : die z. verheiszen und präparieren die schöne ära, wo das ebenbild gottes die vollkommenste societäts-maschine geworden…

zukunftsmensch

DWB

zukunft·s·mensch

zukunftsmensch , m. : der moderne socialmensch, der zukunftsmensch hinter den feigenblättern 2, 119.

zukunftsmusik

DWB

zukunft·s·musik

zukunftsmusik , f. , im anschlusz an R. Wagners kunstwerk der zukunft, s. zukunft II 3, rasch zum schlagwort geworden Ladendorf schlagw. 352…