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zuhören

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

zuhören v.

Bd. 32, Sp. 456
zuhören, v. , mhd. zuohœren (nur in den getrennten formen) mhd. wb. 1, 712a; Lexer 3, 1183, das gehör auf eine rede oder gesang, überhaupt etwas sinnvolles, willkürlich richten, operam auscultando dare Frisius 439b. man hört gesprächen zu, aber nicht einem lärm. 11) zuhören berührt sich mit anhören, unterscheidet sich davon aber nicht blosz durch die von der präp. geschichtlich überkommene rection, sondern auch durch die bedeutung. anhören faszt das gehörte als ganzes, zuhören als werdendes. darum erklärt Heynatz einer rede zuhören für ungewöhnlich antibarb. 2, 675, wofür er als beispiel anführt: gesandten wären zugegen gewesen und hätten meiner rede mit zugehört Reicke Demosth. 2, 266. dagegen halte man: auch hörte sie seinen reden und vorträgen fleiszig zu, nahm sich vor dem einschlafen in acht und stellte sich sogar, als ob ihr das verständnis für manches aufginge G. Keller 5, 111, oder die gegenüberstellung: hört zu, ihr büsch', ihr wüsteneyen, hört an, sprach er, mein kläglichs schreyen G. Neumark musik.-poet. lustwäldchen (1652) 74. doch wird es gelegentlich wie anhören gebraucht: da mus man nu nicht der vernunfft zuhören noch dem folgen, was sie saget Luther 34, 2, 119 W.; ein schmeichler lebt auf unkosten dessen, der ihm zuhört! (qui l'écoute) Ramler einl. in die sch. wissensch. 1, 291 (nach Lafontaines le corbeau et le renard); wers noch genauer wissen will, höre nur der Reicker wirtin zu O. Ludwig 2, 15. 22) dasjenige, dem sich das gehör zuwendet, steht im dativ, s. sp. 167: da Petrus noch diese worte redet, fiel der heilige geist auf alle, die dem wort zuhöreten apostelgesch. 10, 44; mich daucht, ich leg in stiller ru und hört der vögel singen zu H. Sachs 3, 342 K.; Simplicius .., der disem gespräch .. zugehöret Grimmelshausen 2, 24 Keller; sein ärmliches äuszere verschwindet dem blicke gar bald, wenn man seinem ... vortrage zuhört Göthe IV 20, 280 W.; ich höre gern dem streit der klugen zu 10, 110 W. 33) ebenso die betreffende person: do habe ich mein me verloren, dir zuozuhOeren Albr. v. Eyb d. schr. 2, 11 H.; als wen die weyber zum marckt gehen, so wil keine der andern zuhören und wöllen alle reden Luther 10, 3, 397 W.; lasz ein andern zuhoren seiner metzen, die do singet eyn weltlich lied 7, 545 W.; (ich) bleibe bei einem haufen volks stehen, das einem neuen prediger zuhört Göthe 8, 180 W.; ich schämte mich, dasz ich ihr zuhören muszte ... und nichts verstand Bettine Cl. Brentanos frühlingskranz 104. unpersönl.: es hört sich ihm recht angenehm zu Wieland 2, 156 Hempel; G. Freytag 5, 189. in verbindung mit factitiver constr.: als er sich nun schier müd gered, und der könig sich halb krank ihm zugehört hatte grillenvertreiber (1670) 93. 44) gelegentliche verwendung des acc. erklärt sich daraus, dasz es in die bedeutung von anhören übergeht, vgl. 1: mochte derowegen seine prahlerey nicht länger zuhören Grimmelshausen 2, 340 Keller; dasz ihn niemand nicht einmahl zuhörete Chr. Reuter Schelmuffsky 19 ndr.; die kraftvollste rede bleibt unkräftig bei dem, der sie nicht aufmerksam zuhört Eberhard bei Campe 2, 1028a. so auch bei folgendem objectssatz: do lieffen die andern sine (des herzogs) fursten und hirschafft zu und wolden alle zuhore, was er brechte K. Stolle thür. chr. 82 lit. ver. anders im abgekürzten tagebuchstil: späterhin concert für die armen. wurde auf der terrasse auf- und abgehend, von auszen zugehört Göthe IV 37, 139 W. 55) erscheint es ohne obj., so ergiebt sich entweder der gegenstand aus dem zusammenhang: do du den keiser Neronem underweisetest, das er gut tete und gedultig wesen solte, do horten wir gutlichen zu ackermann aus Böhmen 41 Bernt; da antwortet Ephron der Hethiter Abraham, das zuhöreten die kinder Heth, fur allen die zu seiner stadt thor aus und eingiengen 1. Mos. 23, 10; da ist allenfalls ein heiliger der predigt, und so viele gläubige die zuhören Göthe 47, 213 W.; ich kann nicht zuhören, wenn mir jemand vorliest Ebner-Eschenbach 3, 351, oder es bezeichnet den thätigen zustand des zuhörens schlechthin: und wer die weisheit lieb hat, der höret gerne zu Jes. Syrach 3, 32; auditorium ... ein ort, darin man liszt und zuohöret Golius 211; weil die götzen lehren, so müssen die pfaffen zuhören Fischart bienenkorb (1588) 177a; es besasz dieser herr (Cäsar) vortrefliche ... gemüthsgaben, so dasz er zu gleicher zeit lesen, schreiben, zuhören und seinem secretario einige briefe dictiren konte Fleming vollk. t. soldat vorbericht 10; Usong liesz aus solchen jünglingen richter nehmen, die drey jahre bey dem nächsten gerichtshofe zuhören muszten A. v. Haller Usong 197; es wird mir nie zu lang zuzuhören, und allerlei bilder steigen in mir auf Droste-Hülshoff 2, 333. dabei kommt besonders zum ausdruck 5@aa) das verweilende des zuhörens: man liset in den legenden der heyligen, das ein frommer man in der einöde sich ab dem gesang eines vogels dermasen .. vergessen hab, das als er im hundert jar und etwas mehr zugehöret, gleichwol .. gemeynet, er habe nur einen tag damit zugebracht Fischart ehzuchtbüchl. 181 Hauffen; Wilhelm, der eine zeit lang zugehört hatte Göthe 24, 48 W. 5@bb) die anspannung und hingabe beim zuhören: genaw zuhören Hulsius (1618) 284b; fleiszig z. Diefenbach 62c; Stieler 859; diser kermesinkremerin hertz .. thet der herr auff, das sie s. Paulo mit allem fleisz und ernst zuhörete Mathesius Sarepta (1571) 213a; es stehet einem frommen fürsten zu, jederman gnedig zuhören Friedrich Wilhelm sprichw.-reg. q 2a; man hört aufmerksam, willig, gerne, andächtig, angestrengt, mit spannung zu; schweigend, ruhig, geduldig zuhören; die exercirende müssen mit aller stille, ohne das allergeringste gemurmel und geplaudere dem commandeur und dessen commando zuhören Fleming vollk. t. sold. 228; ein dicker mann sitzt ihm gegenüber und hat den rock ausgezogen, um besser zuhören zu können Immermann 1, 39. so auch die theilnahme: Zeno und Rhemetalces hörten gleichsam verzückt Marcomirn als einem wahrsager zu Lohenstein Arm. 1, 140b; mit rührung, mit theilnahme, mit vergnügen, mit verwunderung zuhören; Dorothea hörte mit halbgeöffnetem munde zu, während die blühenden lippen ein lächeln umspielte und in der kehle kleine abgebrochene glockentöne ein wirkliches lachen verrieten, das sie aber nicht aufkommen liesz G. Keller 3, 166. aufmerksamkeit heischt die frühbelegte, allgemein übliche aufforderung hört zu, nun höret zu u. ä.: ir Judden, eben zuhoret! Alsfelder passionssp. v. 5040 Gr.; kommt! hört mir zu! Lessing 3, 15 M. 5@cc) die unthätigkeit, auch das unbetheiligtsein des zuhörers: die fünff schwygenden jar, in welchen die jungen Pythagore nüt redtend, allein zuohortend Frisius 99a; ich für meine person wolte lieber zuhören, als viel darzu sagen Harsdörfer gesprechsp. 2, 124; verlangt nicht von ihnen, dasz sie euch blos zuhören sollen, sondern laszt euren vortrag eine beständige unterredung seyn Salzmann ameisenbüchl. 158; man musz diesem wesen eben zusehen und zuhören, still seyn und eigenen geschäften nachgehen Göthe IV 28, 277 W. auch sonst dem zusehen neben- oder gegenübergestellt. 66) sprichwörtliches: wann die alten hunde bellen, sol man aufsehen, wann die alten reden, sol man zuhören Eyering prov. copia 3, 375; der verleumbter hat den teuffel auff der zungen, und der ihme zuhört in ohren 2, 810; mit fiskohren tohörn W. Lüpke seemannsspr. 8. 77) der inf. als subst.: acroasis das zuohören oder auflosen Frisius 25b (ähnlich 138a; 146b); sie niemals im zuhören satt werden konte A. U. v. Braunschweig Octavia 3, 261; und wir hatten das zuhören Holtei erz. schr. 10, 18 (wie das nachsehen th. 7, 122); bist du doch der wenigen einer, die das talent des zuhörens haben Fontane I 1, 147; im eifer des zuhörens. 88) das part. präs. als subst. erscheint durchweg als plur. Frisius 136b; 1061b: zuo nutz und fürderung der zuohörenden 5b; die lesenden und zuhörenden Till Eulenspiegel 3 ndr.; der zuhörenden gemüter Harsdörfer gesprächsp. 4, 31, gebehrden Bodmer samml. crit. poet. schr. 2, 77. 99) im sinne von zugehören, wie im mhd., ist es kaum über das 16. jh. lebendig gewesen Frisius 205a; 251b: wan er horte ir zue mit sipp U. Füetrer bair. chr. 191; 'die stedte mit yhren töchtern', das ist mit yhren zuhörenden flecken Luther 23, 531 W.; ind branten zu der selver zit Molheim ind vele ander dorpe ind hove, de herzoge Alf zohorden chr. d. st. 13, 96; eine alte ... dem fürsten Auersperg zuhörende burg Grimm d. sagen 1, 111. auch wie 'zukommen' IV: welcher kranker fraidiger syn wil dann im zuohört ... der felt in schaden Steinhöwel Äsop 355 lit. ver.; die schöpffung höret allein gott dem herrn zu, die generatio oder das zeugen gehöret den natürlichen ... creaturen zu Prätorius saturnalia 72.
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Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Zuhören

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Zuhören , verb. regul. neutr. mit haben, auf etwas hören, das Gehör auf etwas richten. Sowohl absolute, aufmerksam zuhör…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    zuhören

    Goethe-Wörterbuch

    zuhören [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. modern
    Dialekt
    zuhörenschw.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    zu-hören schw. : 1. 'Gesprochenes mit den Ohren aufnehmen, lauschen', -heere [verbr., Lambert Penns 185]; e Mensch, der …

  4. Sprichwörter
    Zuhören

    Wander (Sprichwörter)

    Zuhören 1. Das Zuhören ist leichter als das Thun. 2. Dat Tohoere (auch Tokîken) hät man ümme süss, awwer man nemme sick …

  5. Spezial
    Zuhörenn

    Dt.-Russ. phil. Termini · +3 Parallelbelege

    Zuhören , n слушание , ср

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