Eintrag · Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke)
zucke swv.
I. ohne adverbialpräpos.
1. ohne accusativ. sô sun wir rucken unt zocken und zucken, daʒ zieret den tanz MS. 1, 83. b. rouben, zucken stehlen, neisen Teichn. 287.
2. mit accusativ.
a. ohne dativ der person. er zukt ein scheit MS. 1,81. a. di hêrren zucten di sahs L. Alex. 4500 W. di scharphen swert si zucten pf. K. 304, 17. vgl. Trist. 5454. den gêr si hôhe zucte Nib. 427,3. zucte den vanen, den schilt das. 195,2. 458, 3. 2285,2. daʒ pfert mit dem zoume zucken anhalten si began das. 1251, 3. — swâ übric armuot sinne zucket benimmt Walth. 81,29. biʒ daʒ si Sichem zuchte raubte und beslief si myst. 312,18. den slüʒʒel soltu zucken verholne U. Trist. 3023. den himil zuckin Jerosch. 23. a.
b. mit localadv. zukten zwêne hengiste dan das. 165. d. die gezuckit hattin hin zên mensche und zên pfert mit in das. 152. a. sîn leben hete gezucket der tôt vil nâch mit jâmer hin Wigal. 5129. wenne mich der tôt hin zücke MS. 2, 137. b. dô man den her vur zucte Pass. K. 36,59.
c. mit präpos. ein declachen zobelîn zuct er ab in Parz. 285,17. swâ der nider an hôhen rât gezucket wirt Walth. 83,16. iwer frouwe Enîde unt ir muoter werdent durch die mül gezücket Parz. 144,1. in den dritten himel gezucket verzückt werden myst. 2,50,31. dô wart er in vremden sin gezucket Pass. K. 159, 72. dâ von dich immer zückent die vrouwen über sich enbor g. sm. 1048. zucte über sich den schilt Parz. 567, 30. wolt in zucken under sich das. 572,17. daʒ mich der werlde süeʒe zuhte under füeʒe a. Heinr. 702. zucte in ûʒ dem satel, den rigel ûʒ der mûre Parz. 265,13. 408,12. zucken diu swert von den sîten Iw. 46. Wigal. 550. zucte den schilt von dem brunnen Nib. 925,3. zucten zuo den handen die scharpfen wâfen das. 962,2. ze herzen tugende zucken MS. 2,204. a. der gezucket wart ze gote Barl. 156,18 Pf. der stein zucte si ze tale L. Alex. 6969 W.
2. mit dativ der pers. nehme, entreiße. diu zuct im wiʒʒenlîchen sin Parz. 283,22. eʒ zuct uns Îsenhartes leben das. 52,27. vgl. 313,16. die liebe zucket mir kein diep MS. 1, 197. a. mîne sinne si zucket mir mit gewalt das. 44. b. si heten si gezucket dem milten künege Artûs Wigal. 2080. als mir mîn friunt gezucket was das. 5909. dem suln wir zucken ein morgenbrôt Reinh. s. 340. vgl. Pass. K. 92,93.
II. mit adverbialpräpos. dô er im abe zucte den huot Bon. 76,31. — eʒ gebær im lîhte michel leit swer ze vil von der gotheit sich wil an zuchen aneg. 11,19. manger hande unglucke daʒ sich der man an zucke der sünden widerstreit 1102 Gieß. hs. wes zücket sich der snürrinc an was maßt er sich an Helbl. 2,390. — den vôʒ sie ûf zuchte Roth. 2264. zucte ûf sînen van pf. K. 113,26. dem steine der in der wâgen daʒ golt ûf zuckete L. Alex. 7033 W. einen gêr er ûf zucte Nib. 1954,3. disen koph mîn ungefüegiu hant ûf zucte daʒ der wîn vergôʒ Parz. 146,23. dâ sîn pfert ûf zucte sich bäumte Jerosch. 153. a. — Krist wolte die h. Elisabeth ûf zucken erheben, an wirdekeite ûf rucken Diut. 1,377. den geloubin gotis ûf zuckin Jerosch. 153. a. 135. b. vgl. Pass. K. 490,87, 540,60. 598,70. ander lûde virdrucken und sich selber ûf zucken der sünden widerstreit 1098 Gieß. hs. zuktent einen smidekneht ûf zu kuninge Clos. chron. 126. sul wir daʒ hôhe ûf zucken hoch achten Pass. K. 529, 16. — daʒ enlâʒe sich niht vil besunder under zucken MS. 2,205. b. — swer die vrumen nider drücket u. die bœsen vür zücket Vrid. 77,9. — daʒ ouge wenket harte dicke an im ûf unde nider unt zucket sich vil gâhes wider zurück Wigal. 4254. vgl. Hadam. 14.