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Zinnober

nhd. bis Dial. · 11 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
Anchors
13 in 11 Wb.
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13

Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Zinnober

Bd. 20, Sp. 947
Zinnober (Cinnabarit, Merkurblende), Mineral, findet sich in hexagonalen Kristallen in Drusenräumen, gewöhnlich derb, in gestreiften Spaltstücken, körnigen, dichten und erdigen Aggregaten, eingesprengt und als Anflug, ist cochenillerot, in dünner Schicht durchsichtig, gewöhnlich undurchsichtig, diamantglänzend, Härte 2–2,5, spez. Gew. 8–8,2, besteht aus Schwefelquecksilber HgS mit 86,2 Proz. Quecksilber. Stahlerz besteht aus dichtem, von Kohlenwasserstoff (Idrialin) durchtränktem, dunkelbraunem, auf frischem Bruch stahlgrauem Z. Als Quecksilber- oder Merkurlebererz werden leberbraune bis schwärzliche Gemenge von wenig Z. mit Erde, Kohle und Idrialin, als Korallenerz krummschaliges, konzentrisch runzeliges Lebererz bezeichnet; ziegelrote, sandig-körnige Gemenge von Z. mit Dolomit heißen Ziegelerze. Z. findet sich als Ausscheidung und in Lagern in Sandsteinen bei Almaden, in Tonschiefern und Dolomit bei Idria, in und neben Serpentin bei San José (Neualmaden, Kalifornien), auf Gängen bei Obermoschel, Hořowitz in Böhmen, Rosenau, Szlana in Ungarn, auf Spateisenlagerstätten in Kärnten, im Sinter heißer Quellen (Sulfur Banks in Kalifornien). Von den deutschen Vorkommnissen (unter andern Wolfsberg und Obermoschel in Rheinbayern, Siegen, Olpe in Westfalen, Hartenstein in Sachsen) ist keins mehr abbauwürdig; die wichtigsten Vorkommen in Europa sind die von Idria in Krain und Almaden in Spanien, werden aber von Neualmaden weitaus übertroffen. Z. ist das wichtigste Quecksilbererz. Als Farbmaterial benutzt man nur künstlich dargestellten Z. (s. Quecksilbersulfid), von dem der auf nassem Wege gewonnene, helle, aber sehr seine und feurige speziell Vermillon heißt (mit diesem Namen bezeichnet man aber auch alle feinern hellern Sorten). Am schönsten ist der chinesische Z., von dem man nicht sicher weiß, ob er Kunst- oder Naturprodukt ist. Z. ist die schönste und dauerhafteste hochrote Malerfarbe und wurde schon von den Alten vielfach verwendet. – Über österreichischen oder Chromzinnober (Zinnoberimitation) s. Chromsaures Blei. Grüner Z. oder Zinnobergrün, s. Chromgrün.
2099 Zeichen · 25 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Zinnōber

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Der Zinnōber , des -s, plur. inusit. ein rothes Mineral, welches aus Quecksilber und Schwefel entstehet. Der gewachsene …

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Zinnober

    Goethe-Wörterbuch

    Zinnober [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Zinnober

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Zinnober , das mit Schwefel verbundene Quecksilber, bekannte schöne rothe Farbe; der natürliche Z. ist nicht ganz rein, …

  4. modern
    Dialekt
    Zinnobern.

    Mecklenburgisches Wb. · +3 Parallelbelege

    Zinnober n. a. Spr. wie im Hd.: cinnabaris 'Zinnober' Chytr. 82.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit zinnober

17 Bildungen · 14 Erstglied · 3 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von zinnober 2 Komponenten

zinn+ober

zinnober setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

zinnober‑ als Erstglied (14 von 14)

Zinnoberblume

Campe

zinnober·blume

Die Zinnoberblume , Mz. — n , das Lichtsröschen oder die Jerusalemsblume (Lychnis chalcedonica L .).

zinnoberfarb

DWB

zinnober·farb

-farb , adj. , zinnoberfarben: das blmlein ist an dem obertheil rauch und ist mit der farb abgetheilt, also das es das untertheil ein purpu…

zinnoberfarbe

DWB

zinnober·farbe

-farbe , f. : cinnoberfarb minio colore Hulsius teutsch-ital. (1605) 28 ; zinnoberfarbe cinnabaris ( color ) Stieler stammb. (1691) 433 ; ke…

Zinnoberglanz

Adelung

zinnober·glanz

Der Zinnoberglanz , des -es, plur. inusit. eine Art Zinnobererze, welche die Hände schwarz färbet.

Zinnobermispel

Campe

zinnober·mispel

Die Zinnobermispel , Mz. — n , eine Art zinnoberrother Mispeln in Nordamerika (Mespilus phaenopyrum L .).

Zinnoberröthe

Campe

zinnober·roethe

Die Zinnoberröthe , o. Mz . die Röthe des Zinnobers und eine derselben ähnliche Röthe. S. Zinnoberroth .

zinnoberrot

DWB

zinnober·rot

-rot , adj. , hochrot mit etwas orange, scharlachrot Adelung 2 4, 1721; Behlen forst- u. jagdkde (1840) 6, 537 ; an dem ( schild ) was weder…

Zinnoberroth

Adelung

zinnober·roth

Zinnoberroth , adj. & adv. die lichtrothe, sich ein wenig in das Gelbe ziehende Farbe des Zinnobers habend; scharlachroth.

zinnoberwange

DWB

zinnober·wange

-wange , f. , rote wange: das milchblut der zinnoberwangen Stieler geharnschte Venus 16 ndr.; grübchen in zinnoberwangen, drin die schalkhei…

zinnober als Zweitglied (3 von 3)

Bleyzinnober

Adelung

bley·zinnober

Der Bleyzinnober , des -s, plur. inus. ein Zinnober, welchen man erhält, wenn man Bleybutter destilliret hat, und das Feuer noch einige Stun…

Spießglaszinnober

Adelung

spiessglas·zinnober

Der Spießglaszinnober , des -s, plur. inusit. eben daselbst, eine schwärzliche Masse, welche sich in der Destillation der Spießglasbutter su…