Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Zinke f.
Zinke f.
Zinke f., Zinken m. ‘hervorstehender spitzer Zacken’, ahd. zinko ‘vorspringender Teil, Zahn’ (9. Jh.; vgl. fiorzinki ‘aus vier Teilen bestehend’, um 1000), mhd. zinke ‘Zacken, Spitze’. Der nur hd. Ausdruck ist wohl mit k-Suffix (germ. *tindkō) an das unter Zinne (s. d.) behandelte Substantiv ahd. mhd. zint ‘Zinke, Zacke’ (germ. *tindjō(n) bzw. *tindaz) anzuschließen. Übertragen steht Zinken m. als derber Ausdruck für ‘Nase’, namentlich wenn sie groß und stark aus dem Gesicht hervortritt (16. Jh.). Im Rotw. bezeichnet Zink, Zinken m., Zinke f. ein ‘geheimes Verständigungszeichen’ (18. Jh.), eigentlich ‘Zacke’, entsprechend der Form der graphischen Zeichen der Gauner und Landstreicher; Einfluß von lat. sīgnum, frz. signe ‘Zeichen’ ist denkbar. Vgl. Zinken stecken ‘einen Wink, ein Zeichen geben’. Dazu zinken Vb. ‘(Spielkarten in betrügerischer Absicht) mit geheimen, unauffälligen Zeichen versehen’ (Anfang 20. Jh.), rotw. zinkenen (19. Jh.).