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Zecken

mhd. bis Dial. · 12 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
Anchors
14 in 12 Wb.
Sprachstufen
4 von 16
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24

Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Zecken

Bd. 20, Sp. 860
Zecken (Ixodidae), Familie der Spinnentiere aus der Ordnung der Milben, flachgedrückte, mehr oder weniger eiförmige Tiere mit kleinen Kiefertastern und sehr vollkommenem Saugapparat (Rüssel), der von dem zu einer Röhre umgestalteten ersten Unterkieferpaar und den Kieferfühlern gebildet wird. Letztere verlaufen in der Röhre, können weit vorgestreckt und zurückgezogen werden und dienen als Hast- und Stechorgane. Die Haut ist in Falten gelegt, so daß die Tiere bei Nahrungsaufnahme sehr stark anschwellen können. Die Rückenhaut bildet bei den Männchen einen festen Panzer, ist aber bei den Weibchen nur im vordern Abschnitt so fest geworden. Die acht Beine sind schlank, gleichgestaltet, mit zwei Klauen versehen. Bei der Begattung nimmt das Männchen die ausgepreßte Samenflüssigkeit mit dem Rüssel auf und bringt sie mit diesem in die Geschlechtsöffnung des Weibchens. Die aus dem Ei schlüpfende Larve hat 6 Beine, wird nach der ersten Häutung achtbeinig (Nymphen) und liefert nach der zweiten Häutung das geschlechtsreife Tier. Die Z. erreichen in den Tropen eine Größe von 1 cm und nähren sich vom Blute der Säugetiere, Vögel und Reptilien, auf deren Körperhaut sie sich festsaugen. Dabei schwellen die kleinsten Arten von kaum 2 mm Länge bis zur Größe einer Bohne an, so daß sie bei zahlreichem Vorkommen ihren Wohntieren eine bedeutende Menge Blut entziehen; auch werden sie durch den Reiz, den sie auf die Haut ausüben, sehr lästig. Die größte Bedeutung erlangen sie als Übertrager von Spirochäten und Piroplasmen (Zeckenkrankheiten, vgl. Piroplasmosen). Die persische Saumzecke (Giftmilbe, Giftwanze von Miana, Argas persicus Fisch.), braunrot mit weißen, runden Grübchen, lebt in Persien, Mittelasien bis China, in Nordafrika, am Kap, in Australien in Wohnungen, überfällt nachts die Schlafenden, macht schmerzhafte Wunden und kann den Tod herbeiführen. Sehr wahrscheinlich ist sie Zwischenwirt der das Rückfallfieber (Typhus recurrens) erzeugenden Spirochaeta Obermeieri, auch erzeugt sie Spirillosen bei Gänsen und Hühnern. Ornithodorus moubata Murray überträgt im mittlern Afrika das Rückfallfieber. Zu den meist auf Vögeln (auch am Rind, Pferd und Menschen) lebenden Argasinen gehört die muschelförmige Saumzecke (Argas reflexus Latr.), 5–6 mm lang, mit gerandetem, schildförmigem Körper, rötlich gelbgrau mit blaßgelben Beinen, in Europa und Nordafrika, früher in Deutschland viel häufiger als jetzt; schmarotzt auf jungen Tauben und Hühnern, die oft durch diese Plage zugrunde gerichtet werden, geht aber auch auf Menschen über und veranlaßt heftiges, oft 8 Tage anhaltendes Jucken, das sich im Verlauf der Adern verbreitet, auch Entzündungen und Anschwellungen. Vielleicht ist auch sie Zwischenwirt der Rückfallspirochäte. Die Ixodinen sind als Zwischenwirte von Piroplasmen für Haustiere von größter Bedeutung. Boophilus (Ixodes, Rhipicephalus) annulatus Say, in Nord- und Südamerika, Australien, Neuguinea, den Philippinen, Java, Afrika, Italien. übermittelt das Piroplasma des Texasfiebers. Rhipicephalus sanguineus Latr., die Hundezecke der wärmern Länder, lebt auch an Haustieren und vielen wilden Tieren, ist durch den Hund über die ganze Erde verbreitet und überträgt den Erreger der malignen Gelbsucht der Hunde. R. bursa Can. et Franz, in Südeuropa weitverbreitet, ist die wichtigste Schafzecke und übermittelt die Piroplasmose der Schafe. Die Niguazecke (Tique Caraputo, Amblyomma americanum L.), 2–3 mm lang, rotbraun, lebt in den Wäldern Südamerikas, saugt sich an Menschen und Tiere und wird höchst lästig. Die gemeine Zecke (Hundszecke, Holzbock, Schaflaus, Ixodes ricinus L., s. Tafel »Spinnentiere II«, Fig. 8), 1–2 mm lang, mit glatter, ungerandeter Körperoberfläche, gerundetem Rückenschild, das den größten Teil des Leibes frei läßt, schwarz, am hintern Teil des Körpers beim Weibchen mennigrot, findet sich in Europa häufig in Wäldern, lebt auf sehr vielen Säugetieren, auch auf Vögeln und Menschen, und läßt sich durch Betupfen mit Öl oder Benzin am leichtesten entfernen. Sie überträgt das Piroplasma der Hämoglobinurie der Rinder. Der violettrote Holzbock (I. reduvius L., s. Tafel »Spinnentiere II«, Fig. 7), 5 mm lang. mit größerm Rückenschild, rot, stellenweise weiß bereist, am Hinterkörper dunkel gestreift, findet sich besonders an Schafen, Hunden und Rindern. Vgl. Dönitz, Die wirtschaftlich wichtigen Z. (Leipz. 1907).
4392 Zeichen · 44 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    zëckenstn.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +4 Parallelbelege

    zëcken stn. scharmützel. rennære si vür sanden: die solden in enblanden. daʒ man zecken heiʒet dâ man die vînt mit reiʒe…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Zeckenv., intrs, trs

    Campe (1807–1813) · +2 Parallelbelege

    † Х Zecken , v. intrs . u. trs . 1) Bald hier bald dort ziehen, zupfen und dadurch necken. Einen zecken . 2) Den Zeck sp…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Zecken

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Zecken , lat. ixodes , Gattung Insekten aus der Ordnung der Tracheenspinnen, halten sich in Waldungen im Gebüsche auf un…

  4. modern
    Dialekt
    zeckentr. v.

    Lothringisches Wb. · +3 Parallelbelege

    zecken [tsèkən D. Si. Busd. ] tr. v. reizen, necken. — baier. 2, 1081 und lux. 482 ebenso; hess. 463 zacken, zäcken; hen…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit zecken

15 Bildungen · 13 Erstglied · 1 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von zecken 2 Komponenten

zec+ken

zecken setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

zecken‑ als Erstglied (13 von 13)

Zeckenbock

SHW

Zecken-bock Band 6, Spalte 759-760

zeckenbaum

DWB

zecken·baum

zeckenbaum , m. , ricinus communis wunderbaum, z.: kerva Diefenbach gl. 115 a , Wirsung artzn. reg. s. v. wunderbaum; Ehrhart pflanzenhist. …

Zeckenbohne

RhWB

zecken·bohne

Zecken-bohne (s. S.) Neuw-Hüllenbg , Sieg-Fussh , Rheinb-Adend f.: kleine, dicke B., Saubohne, Vicia faba.

Zeckenchorn

Idiotikon

Zeckenchorn Band 3, Spalte 474 Zeckenchorn 3,474

zecken II

RhWB

zecken II -ę- = rudern s. o. bei zeck II;

zecken III

RhWB

zecken III -e- = zucken (s. d.).

zeckenkorn

DWB

zecken·korn

-korn , n. , meist pl. -körner, samenkörner des zeckenbaums: Alberus F F 2 a , Gesner erdgew. 104 , Calepinus 1269 b , Pancovius 342 , Lonic…

zeckensame

DWB

zecken·same

-same , m. , same derselben pflanze: Lonicerus 128 b , v . Hohberg georg. cur. 1, 689 .

zecken als Zweitglied (1 von 1)

gezecken

Lexer

ge-zecken swv. BMZ mit einem gez. ihn necken, mit ihm zu tun haben Neidh. (47,19 und 198,3: stecken).

Ableitungen von zecken (1 von 1)

gezecken

Lexer

ge-zecken swv. BMZ mit einem gez. ihn necken, mit ihm zu tun haben Neidh. (47,19 und 198,3: stecken).