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wimmern

mhd. bis spez. · 13 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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17 in 13 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

wimmern schw. v.

Bd. 30, Sp. 223
wimmern, schw. v. , mit haben, zu mhd. wimmer n. gewinsel; 'weinerlich klagen', neuere onomatopoetische bildung; vgl. mhd. gewammer und engl. whimper; spätmhd. (1432) weitergebildet wimmerzen, so noch bair. Schmeller 2, 913 und wienerisch Loritza 143; wimmersen Alberus fabel 48, 69; wemmertzen Daniel 2627 (dt. texte d. mittelalters 19); fries. wimerje; ndd. wemeren Schöpper (1550) c 1d, wemern brem. wb. 5, 226; md. wemmern H. Sachs 1, 358 Keller; 17, 273; mit noch anderem suffix: oberhess. wëemerche Crecelius; kurhess. wemerichen Vilmar; dagegen mansfeld. wimmerleichen (zu mhd. leich) Jecht; bei Zesen Sofonisbe 105. 122. 247; Rosemund 218; ähnlich wimmerklagen Pape Christianus m 5a; — im oberdt. meist wimmeln Schmeller 2, 912. 913 und wimseln (s. d.). — gebucht von Schöpper (1550), Stieler 2480, Steinbach, Adelung. — in der bedeutung mit winseln ziemlich zusammenfallend und jetzt wohl nur dadurch verschieden, dasz dieses mehr von hunden und verächtlich, wimmern aber eher von anderen thieren und von menschen gebraucht wird; der älteren sprache fehlt der verächtliche klang noch mehr als der heutigen: die schwalbe wimmert (zwitschert) Comenius janua (1644) 48; der segen eines wimmernden vaters Lessing 2, 350; wie lieblich klingt ihr süszes wimmern Brockes ird. vergn. 4, 163; nun spielten sie so schmelzend, so bebend, so wimmernd Miller Siegwart 1, 245; von oben welch ein singend wimmern? Göthe 15, 304 Weim. 11) leise oder laut weinen, unarticulierte klagende laute von sich geben; namentlich von weibern und kindern: lasz die witw' und waise wimmern, wenn's nur ihm indessen schmeckt Gökingk ged. 1, 161; das ganze der staatsverfassung war schon da, ehe du in den windeln wimmertest Heinse werke 3, 587; (von männern jetzt nur verächtlich: zum wimmernden betbruder zusammengeschwunden Schubart briefe 2, 2 Strausz); — von thieren: hunde sehen ihren herren röchelnd und mit wimmern an Schönaich Heinr. d. Vogler 134; (vereinzelt auch im sinne freudiger begrüszung: mit freudigem heulen und wimmern Eschenburg beispielsammlung 5, 202); die katze aber wimmerte wieder Raabe hungerpastor 84; wimmern von vogelstimmen Auerbach schr. 3, 44; — von helltönenden glocken: vom dache .. wimmerte die glocke H. Schmid alte u. neue gesch. 279; — von gewissen naturlauten: das einsame wimmernde plätschern des ufers Tieck schr. 8, 60; es wimmerten die winde schluchtverfangen Lenau 140 Barthel; (ich hörte) nichts als das wimmern des ruderkranzes J. u. W. Grimm briefw. 351; von musicalischen tönen: wozu sie das kleine heisere clavier gar erbärmlich wimmern liesz Seidel Leberecht Hühnchen 75. oft mit entsprechenden adverbialen zusätzen, wie schmerzlich, bang, schauerlich, leise, schwach wimmern; oder in verbindung mit sinnverwandten ausdrücken wie wemmern und gemmern H. Sachs nach Schmeller 2, 912; mit ächzen, heulen oder wimmern Henrici ged. 4, 126; (ein kind) weint und wimmert Chr. Schmid schr. 1, 23; (ein sünder) seufzt und wimmert Brentano schr. 5, 42; (die menschen) wimmerten und jammerten Grimm dt. sagen 1, 168; er ... wimmerte und stöhnte Ebner-Eschenbach 5, 57; wümern und klagn Ayrer dramen 161, v. 25; es kimmert und wimmert der nachtigall kind Schottel haubtspr. 779 § ix; sie (die seele) girrt und wimmert stets, da ich dich nirgend finde Schwabe belustig. 1, 143. 22) in der neueren schriftsprache auch von articulierten lauten, klagen, hilferufen u. ä.: wimmert um Asopus wellen einen kläglichen gesang [K. Stieler] geharnschte Venus 107 neudr.; o Hedwig, was haben wir beide um einander ausgehalten! wimmerte er Raabe Horacker 96; manchmal mit folgendem um, wie bitten: um liebe viel zu wimmern, war nichts für ihn Gökingk ged. 2, 215; um mitgefühl wimmern Schiller 5, 444; um hülfe Matthison schr. 1, 229. 33) in der gaunersprache 'sorgen' Kluge rothwelsch 140. 44) zusammensetzungen: an-, be-, um-, vorwimmern.
3916 Zeichen · 69 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    wimmernswv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +2 Parallelbelege

    wimmern swv. ib. zusammenwachsen Frisch 2,449 c . vgl. verwimmern.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Wimmern

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    Wimmern , verb. regul. neutr. mit dem Hülfsworte haben, einen schwachen, zitternden Laut der leidenden Ohnmacht von sich…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    wimmern

    Goethe-Wörterbuch

    wimmern [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  4. modern
    Dialekt
    wimmernschw.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    wimmern schw. : ' leise jammern ', wimmere (wimərə) [RO-Dielkch NW-Frankeck, Krämer Gal 243], wimmre [ LU-Opp ]; Syn. s.…

  5. Sprichwörter
    Wimmern

    Wander (Sprichwörter)

    Wimmern Er wimmert, wie der Jude am Pfahl.

  6. Spezial
    wimmern

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +2 Parallelbelege

    wim|mern vb.intr. pitogné (-gnëia), raugné (-gna), berié (-iëia).

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit wimmern

7 Bildungen · 0 Erstglied · 4 Zweitglied · 3 Ableitungen

wimmern als Zweitglied (4 von 4)

bewimmern

DWB

bewimmern , deplorare. Stieler 2480 .

verwimmern

DWB

ver·wimmern

verwimmern , v. , zu 1 wimmern, s. teil 14, 2, 223; nur in neuerer zeit, wimmernd verbringen: willst du deines lebens lenz verwimmern, nur d…

vorwimmern

DWB

vor·wimmern

vorwimmern , vb. , unfeste zusammensetzung mit vor- teil 12, 2, 809, seit dem 17. jh. bezeugt. 1 1) im eig. sinne: ich ermangelte auch nicht…

Ableitungen von wimmern (3 von 3)

bewimmern

DWB

bewimmern , deplorare. Stieler 2480 .

erwimmern

DWB

erwimmern , ejulando impetrare: auch werdest du dir keine hofnung machen, jemals gnade zu seinen füszen zu erwimmern. Schiller 108 b .

verwimmern

DWB

verwimmern , v. , zu 1 wimmern, s. teil 14, 2, 223; nur in neuerer zeit, wimmernd verbringen: willst du deines lebens lenz verwimmern, nur d…