Wiken” (
ebd. 39: Voc. Theut.). — 5.1. (allg.:) verlassen, weggehen, c. Acc. sê en mochten desse nôt nicht vordrāgen men sê nêmen ōrlof van dēme könninge unde r.-eden den hof (RV 73,
V. 1842), aldüs r.-eden sê de lant unde tōgen wēge unbekant (Geeraedts 127: Val. u. Nam.,
V. 308), c. Präp. van dannen r. (Ub. Hildesh. 4, 327). — 5.2. das Schlachtfeld räumen, sich zurückziehen, dat velt r. (Hanserec. II 4, 379), dô wî van Brûnswîk unde Hildensem van der walstēde r.-eden ê(i)n dê(i)l ȫver de brügge de mê(i)sten ȫver dat brôk (Brandis 122), (auch:) geschlagen abziehen, de anderen schentlĩk r.-eden unde vlōhen (Zs. Lüb. Gesch. 2, 41). — 5.3. flüchten, des nachtes wolde Hans van Quitzâwe r. und sik mit sînen brôder wech māken (Chr.
d. d. St. 7, 336), is it ôk sāke dat de manslachter r.-et van vrüchten (Livl. Ub. I 4, 288), landflüchtig werden, wêre ouch dat ên amptman nôme dêde uns unde den unsen unde unse lande dâr mēde r.-ede (Wigand Paderb. 3, 2). — 5.4. dat gerichte r. sich aus der Gerichtssitzung entfernen, das Gericht verlassen, hê en scholde dat gerichte nicht r. hê ēn êrst hedde gedân wes hê in dēme rechten hedde plichtich gewēsen (Sudendorf 10, 342), unde dat nîmandes dat gerichte r.-e hê en dô dat mit willen des gerichtes (Burchard Hegung 170). —
[]5.5. sich trennen, wî van bê(i)den parten willen unde schullen der ûtsprâke unde rechtschê(i)dinge hôrsam wēsen unde dê trü̂welĩken hōlden unde desse achte schê(i)deshêren van malkanderen nicht tô r.de men de schê(i)dinge sê tô ênen gûden ende gekōmen (Ostfries. Ub. 1, 759). — 5.6. auf Geheiß einen Aufenthaltsort verlassen, wegen Verweisung (ggf. für einen best. Zeitraum) verlassen, in der prîvilêgie stêt dat de kôpman r. mach binnen 40 dāgen oft ōrlōge velle (Hans. Ub. 2, 193), c. Acc. dat lant van Vlanderen tô r.de (Hanserec. III 2, 185), c. Präp. sê mosten r. ûten wîngārden der gelö̂vigen (Veghe ? Wyng. 290); (Stadtverweis:) dõsülves bot men vêr dômhêren tô r.de (Brandis 65), Jôhan Henrickes van Dockum anabaptista repudiatur und sal in achte dāgen r. (Hagedorn Ostfr. Schiff. [1], 121, Anm. 2); — als Verwiesener eine Gegend meiden, vortmêr wanêr se mî tô sprēket tô r.e sô sal ik van ēn r. twintichtic mîle nümmer en narre tô kōmene di wîle ik lēve (Ub. Coesfeld 1, 44
f.), dat de vrēdelôse man noch komme und dô dem gerichte und klēger noch genôch of r.-e ērer hêrlichê(i)t of gebêde of ût ērer stat (Soester Recht 369). — 5.7. einen Wohnsitz verlassen, aufgeben, c. Acc. dat sê binnen ê(i)neme mânte dat hûs r.-ede unde besêge sik ümme ên ander (Birgitta 97), c. D. p. (zur Angabe des Veranlassenden:) dô hê(i)te sê sê ûtgân ... dat sê ēr dat hûs scholde r. wente sê wolde ēr nicht lîden noch ümme bēde noch ümme lôn (Derendorf 297); einen Besitz aufgrund rechtl. Anordnung verlassen und an einen anderen abtreten, c. A. r. ên man n'is nicht plichtich sîne wēre tô r.e hê ne wērde dâr ümme beklāget unde vȫrgelādet (Ssp. 1, III 82 § 2), dat hûs Stü̂rwalt r. und abtrēden (Oldecop 514), c. Präp. sô schal de rât dēme beklāgeden enbêden dat hê des klēgers willen hebbe ēder r.-e ût dem erve binnen achte dāgen (Ub. Hildesh. 4, 5), c. D. p. „Hans Radensleue schal ruͦmen Hynrik Korren synes vader vnd muͦder erue also dat huͦs, dar de ghenante Hans inne wonet, infra quindenam” (Gbl. Magdebg. 20, 262). 6. Ansprüche aufgeben, abtreten, ik hebbe van gōdes wēgen noch 1 nôbele efte 2 dê wil ik nicht r. êr ik mînen kinderen brôt gekoft hebbe (Livl. Ub. I 7, 443); — °ên pant r. ein gegebenes Pfand zur Begleichung veräußern, de schüldeners dê brêve ofte pande hebben mȫgen ȫre brêve brûken unde ȫre pande nicht r. sunder hebben êrsten ēr gelt (Livl. Güter-Uk. 1, 565).