Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
wiehern
wiehern
wiehern Vb. ‘Laut geben, Laute ausstoßen’, (von verschiedenen Tieren, besonders vom Pferd), übertragen ‘laut lachen’ frühnhd. wy(h)ern (15. Jh.) ist eine Iterativbildung zu gleichbed. ahd. wihōn (Hs. 12. Jh.), mhd. wihen(en), das ablautend neben ahd. (h)weiōn (8. Jh.), mhd. weien, weijen, weigen steht. Vergleichbar sind auch isl. hvía ‘wiehern’, schwed. (mundartlich) hwija ‘laut oder heftig schreien’ und s-haltige Weiterbildungen wie winseln, wispeln und wispern (s. d.). Es handelt sich offensichtlich um schallnachahmende Verben, die sich an eine Grundform germ. *hwī̌- anschließen. Außergerm. stehen lautlich nahe kslaw. vištati, visnǫti ‘mucken, halblaut reden’, aruss. viskati ‘wiehern’, russ. vizžát’ (визжать) ‘wimmern, winseln’, aslaw. svistanịje ‘Gepfeife’, aruss. svistati, russ. svistát’ (свистать) ‘pfeifen’, aruss. svistъ, russ. svist (свист) ‘das Pfeifen, Zischen’, so daß eine Schallwurzel ie. *k̑u̯ei- ‘zischen, pfeifen, wiehern u. dgl.’ angenommen werden kann.