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Wasem

mnd. bis Dial. · 7 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

RhWB
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Eintrag · Rheinisches Wb.

Wasem

Bd. 9, Sp. 288
Wasem, Wase das Wort (ahd., as. waso m., mhd. wase m., mnd., mndl. wase f., ndl. waas) ist von Süd. nach Nord allg. bis lrhn. Eup, Aach-Walh, Geilk-Brachelen, Jül-Barmen Broich Stetternich, Erckörrenz Bellinghv, Grevbr-Wevelinghv, dann die Erft aufwärts, Krs. Bo umschliessend; rrhn. Westerw, Siegld-Freier Grund (sonst brās), Sieg; n. des Geb. im Berg, MülhRh, Köln, Bergh, Grevbr, Neuss, MGladb Frasen, -em (d. i. nhd. Rasen) (dies auch Sieg, Bo neben W.); das Geb. entwickelt zwei Formen: α. Wasem; β. Wase; u. zwar α, also wāsəm, Pl. -E- Rhfrk [-- Goar-Weiler]; Mosfrk wāzəm, Pl. -E- Saarl; --, Pl. -E- Trier-Stdt, Wittl, Bitb-Dudeld Speicher, Bernk (Mos), Zell (u. -ǫ-), Koch (u. -ǫ-) [-ā:- Laub], SDaun, -ā:- May, NDaun, Kobl; -ā:-, –a- Neuw, Altk; Rip -ā:-, –a-, Pl. -E:-, –ę- Sieg, Aden, Ahrw, Schleid, Eusk, Rheinb, Bo, Dür-Disternich; β, also wā:s, Pl. -zən, –ō:-, –ū·ə.- mosfrk. Saar vom Haustadter Tal an (s. Hase); -:- Trier, Bitb, SPrüm; wōăšə Siegld; -:s Ruwertal; -ā:- NPrüm, Rip in Malm, Monsch, Eup, Aach, Jül, Dür u. die Orte von Geilk, Erk, Grevbr [-a- Malm-Bütgenb, Aach-Walh, Monsch-Witzerath] [urkdl. den Wasumb Simm-Ravengiersbg o. J.; uf eynem grunen wasem o. O. 1428; eine waese stechen Jül 1500; wasse Daun-Leudersd 1556; uf Weittersborner wasumb Simm-Kellenb 1560] m.: 1. jedes mit Gras bewachsene Stück Erde, der Graswuchs darauf. a. Stück Rasen mit Erde, ausgestochen od. ausgerissen, Klumpen Wurzelerde; W. wurden auf dem First des Strohdaches aufgelegt, mit W. die Egge beschwert; W. heften sich an die Zähne der Egge; früher schnitt man im Frühjahr aus Grasstücken (mit üppigem Graswuchs) rechteckige Rasenstücke aus, die 2-3 mal so lang als breit waren, alle genau gleich gross; diese benutzte man zur Einfassung von Gartenbeeten, indem man sie der Länge nach hochkant stellte, mit der abgemähten Grasfläche nach aussen, zum Pfad gekehrt; nach einigen Wochen trieb der Rasen auf der schmalen oberen Fläche aus; so wurde eine nicht unschöne Natureinfassung der Beete erzielt Hunsr; beim Schiffeln wurden die Wose, die man gehauen, opgeressen (abgeschält) hatte, getrocknet um eine Schanze gelegt u. dann angezündet; Wäsem machen Allg., — schennen (schinden) Neuw-Rodenb. Et kum en nasse Summer, ke W. krig ech gebrannt im Lied des Bettlers Prüm-Ihren. Wäsemchen Ballsp. mit Rasenklumpen; ein jeder Mitspieler hat sich einen Stab besorgt, diese werden in einen Kreis gesteckt, in die Mitte wird ein Stück Rasen gelegt; nachdem jeder an seinem Stabe Platz genommen hat, ruft der Älteste (od. der Jüngste, falls nicht einer der Gesellschaft durch Auszählen bestimmt wird), einen Mitspieler mit Namen; hierauf entfernen sich alle im schnellen Lauf; der Gerufene nimmt das Stück Rasen u. sucht einen der Laufenden damit zu treffen; gelingt ihm dies, so muss der Getroffene wieder einen andern zu treffen suchen; dies währt so lange, bis ein Wurf misslingt, worauf sich alle wieder bei ihren Stäben einfinden müssen; nachdem wieder ein Mitspieler bei seinem Namen gerufen ist, beginnt das Spiel in angegebener Weise von neuem; für jeden misslungenen Wurf erhält der betreffende eine Kerbe in seinen Stock geschnitten; das Sp. wird so lange fortgesetzt, bis eine bestimmte Anzahl von Kerben erreicht ist; nunmehr stellen sich die Spieler in zwei Reihen auf; wer eine Kerbe hat, muss einmal zwischen den Reihen hindurchlaufen, wobei er mit Fäusten u. Mützen geschlagen wird; wieviel Kerben ein jeder hat, so oft muss er hindurchlaufen Wittl, Koch, Birkf-Herrstein. — b. Rasenplatz; unnütze Grasfläche, Gras an u. auf Wegen; kleine Wiese hinter dem Hause, bes. zum Bleichen der Wäsche (de Wäsch lig noch om W.); Grenzfläche zwischen zwei Äckern; der W. dient auch als Aufbewahr-, Holzplatz Allg.; der W. wird gebrochen, geplög, engeressen Allg. RA.: Der W. ös vierzehn Dag vür zent Jann odder v. D. no z. J. dür (teuer) Eusk-Wichterich. Liewer e grine W. vor der Dir als wie e bese Nochber; donn de W. kammer ewegmache, de b. N. awwer net Saarbr. Jiddes Häs'chen fend och sei Wäsemchen Daun-Neroth. Wem Gott en Schäfche beschert, dem b. e ach en Wäsemchen Goar-Weiler. Ene an de W. schlonn einen zu Boden schlagen, -krige; dat küt an de W. geht zugrunde Jül, Dür. Mot enem op ene W. gonn sich mit jmd. schlagen Monsch. No lit en och alt onger de W. auf dem Friedhof Monsch, Malm; e brengt seng Ellere nuch unnig de W. Neuw. — c. Schindanger, Platz, wo verendetes Vieh verscharrt wird Rhfrk, Saarl (auch Sche(nn)w.), Westerw (auch Schinn-, Säuw.), Rheinb.-Merl. — 2. übertr. a. sachl. α. wāzəm einjähriges Rispengras, Poa annua Saarl-Diefflen. — β. wāsəm, Eierw. Eierstock der Hühner May-Hatzenport. — γ. wāzəm grosse Anzahl; en W. Kenner ebd., --, wat hon de Leit e W. Kanner; de ka gohn mat sengem ganze W. (Anhang); -ā:-, ne Wormw., Kinder, die viel Würmer haben Rheinb-GrBüllesh. — δ. ke wā:s wenig, rein nichts Prüm-Ihren. — ε. wazəm Dampf, Dunst, der sich beim Kochen entwickelt rip, Sol, Klev; wā:s der blaue Hauch auf Pflaumen, Trauben udgl. Köln-Stdt. — ζ. wE:zəm Pl. faule Witze Schleid-Hellenth. — b. persönl. verächtl. α. wās einer, der sich alles gefallen lässt (ob dies nicht zu Wachs?) Geld-Straelen. — β. wazəms Pl. Pöbel, Gesindel Prüm-Oos.
5268 Zeichen · 128 Sätze

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  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    wasemM.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    wasem , M. Vw.: s. wāsem*

  2. modern
    Dialekt
    Wasem

    Schweizerisches Idiotikon · +4 Parallelbelege

    Wasem Band 16, Spalte 1777 Wasem 16,1777

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Wortbildung

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wasem‑ als Erstglied (30 von 54)

Wasemacker

SHW

Wasem-acker Band 6, Spalte 281-282

Wasembühl

SHW

Wasem-bühl Band 6, Spalte 281-282

Wasemgrund

SHW

Wasem-grund Band 6, Spalte 281-282

Wasemhacke

SHW

Wasem-hacke Band 6, Spalte 281-282

Wasemplatz

SHW

Wasem-platz Band 6, Spalte 281-282

Wasemriß

SHW

Wasem-riß Band 6, Spalte 281-282

Wasemweg

SHW

Wasem-weg Band 6, Spalte 281-282

Wasemacker

PfWB

wasem·acker

Wasem-acker , Wasen- m. : FlN, amtl. Wasenäkker, Pl. [ GH-Bellh ]. —

Wasemärsche

PfWB

wase·maersche

Wasem-ärsche Pl. : Neckname für die Bewohner von RO-Hallgt, Helljerter Wäseäʳsch [ RO-Nd'mosch ]. —

Wasemblümchen

PfWB

wasem·bluemchen

Wasem-blümchen n. : 'Gänseblümchen', Waseblimche [ Gal-Hartfeld ]; Syn. s. Margieselchen , Maßliebchen 1. Rhein. IX 289/90 . —

Wasembollen

PfWB

wasem·bollen

Wasem-bollen m. : 'ausgehobene Grassode', Wasembolle [ FR-Tiefth ]; vgl. Wasem 2 a. —

Wasemgras

PfWB

wasem·gras

Wasem-gras n. : feine Grasart als Unkraut im Weinberg, Wasemgräsje, Dim. [ KU-Wolfst ]. —

Wasemhund

PfWB

wasem·hund

Wasem-hund m. : 'Hund des Abdeckers', nur in der RA.: esse (fresse) wie e Wasehund [ GH-Neubg ].

Wasemmann

PfWB

wasem·mann

Wasem-mann , Wasen- m. : 'Abdecker, Schinder', Wasemmann [ KU-Mühlb ]. —

Wasemmeister

PfWB

wasem·meister

Wasem-meister m. : 'Abdecker, Schinder', Wasemmääschdeʳ [ KU-Föckbg Körbn ], Wasemääschdeʳ [ NW-Meckh ], -maaischdeʳ [ GH-Neubg ], Wasemeisc…

Wasemplacken

PfWB

wasem·placken

Wasem-placken m. : 'kleiner Grasplatz', Wasemplacke [ NW-Wachh ], Wasepläckelche, Dim. [ GH-Freisb ]. —

Wasemplatz

PfWB

wasem·platz

Wasem-platz m. : 'kleiner Grasplatz', Wasemplatz [mancherorts], Wase- [mancherorts SOPf]; -plätzel [vereinzelt VPf]. —

Wasemquecke

PfWB

wasem·quecke

Wasem-quecke f. : ein feines queckenähnliches Unkraut, Wäsemqueck [ KU-Adb ]. —

Wasemsbank

RhWB

wasem·s·bank

Wasems-bank wEzəm- Saarbg-Beurig f.: aufgesetzte Rasenstücke.

Wasemsblümchen

RhWB

wasem·s·bluemchen

Wasems-blümchen (s. S.) wās- Kreuzn-Hennw Oberhsn , Meis-Becherb Kirschr Limb Meckenb Otzw , Birkf-Bergen ; wāsolīmχə Bernk-OKirn ; wazəms-,…

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APA
Cotta, M. (2026). „wasem". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 10. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/wasem/rhwb?formid=W01256
MLA
Cotta, Marcel. „wasem". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/wasem/rhwb?formid=W01256. Abgerufen 10. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „wasem". lautwandel.de. Zugegriffen 10. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/wasem/rhwb?formid=W01256.
BibTeX
@misc{lautwandel_wasem_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
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  year         = {2026},
  howpublished = {lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern},
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  urldate      = {2026-05-10},
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