Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Walzer
Walzer
wälzen Vb. ‘drehend (hin und her) bewegen’. Das schwach flektierende Verb ahd. welzen (9. Jh.; vgl. biwelzen ‘losreißen, zurückrollen, verdrehen’, irwelzen ‘niederreißen, wegrollen’, 8. Jh.), mhd. welzen ‘rollen, drehen’, aengl. wæltan, wyltan, anord. velta, got. waltjan ‘(sich) wälzen’ steht als Kausativum zu dem in anord. velta ‘sich wälzen’ erhaltenen stark flektierenden Verb, das sich wie 2walzen (s. d.) zu einer Dentalerweiterung der unter 1wallen (s. d.) behandelten Wurzel ie. *u̯el(ə)-, *u̯lē- ‘drehen, winden, wälzen’ stellt. Häufig übertragen ‘im Innern bewegen, grübeln, nachdenken’ (Anfang 16. Jh.; vgl. Gedanken wälzen, 18. Jh.); Bücher wälzen ‘in Büchern blättern, suchen’ (18. Jh.), vielleicht nach der gelehrten Entlehnung evolvieren (aus lat. ēvolvere ‘aufschlagen, lesen, studieren’, eigentlich ‘hervorwälzen, -rollen’, wozu auch lat. volūmen ‘Schriftrolle, Buch’, s. Volumen); dazu Wälzer m. ‘(altes) dickes, schweres Buch’ (18. Jh.), scherzhafte Übersetzung von lat. volūmen (s. oben).