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vertraulich

nhd. bis spez. · 9 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
9 in 9 Wb.
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

vertraulich

vertraulich

trauen Vb. ‘keine Vorbehalte, kein Mißtrauen haben, Glauben schenken, ehelich verbinden, verheiraten’, reflexiv ‘wagen, etw. zu tun, den Mut zu etw. haben’, ahd. trū(w)ēn ‘(ver)trauen, glauben, hoffen, zutrauen’ (um 900; vgl. fir-, gitrū(w)ēn, um 800), mhd. trūwen ‘Zuversicht haben, hoffen, glauben, trauen, sich getrauen, (an)vertrauen, ehelich verloben, (an)trauen’ (daneben mit ungeklärtem Umlaut mhd. triuwen, nhd. treuen bis 16./17. Jh.), asächs. trūon ‘vertrauen’, mnd. trūwen ‘(ver)trauen, ehelich verbinden’, mnl. betrūwen ‘vertrauen’, aengl. trūwian (daneben trēowian als Ableitung von trēow f.), engl. (älter) to trow, anord. trūa ‘vertrauen, glauben’, schwed. tro ‘glauben, trauen’, ablautend got. trauan ‘(ver)trauen’. Das gemeingerm., teilweise intervokalisches w aufweisende Verb ist gebildet zu den Ablautformen ie. *drū- bzw. (für das Got.) *drōu̯- der unter treu (s. d.) genannten Wurzel, zeigt also ähnliche Lautformen und Lautentwicklungen wie bauen (s. d.). Die Ausgangsbedeutung ist ‘fest, treu (in seinem Verhalten, seiner Meinung) sein’. Aus im Ahd. und Mhd. geläufigem ‘glauben, hoffen, zutrauen’ entwickelt sich ‘vertrauen, Glauben schenken’; ‘zuversichtlich hoffen’ geht bei reflexivem Gebrauch über zu ‘wagen, riskieren’ (16. Jh.). Seit dem 13. Jh. steht trauen für ‘ehelich verbinden’, d. h. ‘dem Manne zur Frau geben’, eigentlich ‘anvertrauen’. Zu sich trauen ‘den Mut zu etw. haben’ die umgangsprachliche Abstraktbildung Traute f. ‘Mut’ (berlin., Ende 19. Jh.). Trauung f. ‘Eheschließung’ (2. Hälfte 16. Jh.), mnd. trūwinge (um 1420); vgl. spätmhd. trūunge ‘Vertrauen’. Trauring m. (16. Jh.). Trauzeuge m. (Ende 18. Jh.). betrauen Vb. ‘jmdm. die Ausführung und Angelegenheit vertrauensvoll übertragen’ (17. Jh.), älter ‘vertrauen’, auch ‘sich verloben, heiraten’ (16. Jh.). vertrauen Vb. ‘sich worauf verlassen, fest glauben’, älter ‘anvertrauen’, ahd. firtrū(w)ēn (um 800), mhd. vertrūwen, vertriuwen ‘(ver)trauen, anvertrauen, versprechen, geloben, (sich) verloben oder vermählen, kirchlich trauen’; vertraut Part.adj. ‘beherzt, zuversichtlich, zuverlässig’ (16. Jh.), ‘eng befreundet, gut bekannt’ (17. Jh.); Vertrauen n. ‘fester Glaube an jmds. Zuverlässigkeit und Treue, Zuversicht’ (15. Jh.); vertraulich Adj. ‘nicht für die Allgemeinheit bestimmt, offenherzig, vertraut’ (16. Jh.). anvertrauen Vb. ‘vertrauensvoll übergeben, in Obhut geben, vertraulich, im geheimen mitteilen’, reflexiv ‘sich vertrauensvoll an jmdn. wenden’ (16. Jh.), zuerst im Sinne von ‘zutrauen, vertrauen’. zutrauen Vb. ‘von jmdm. glauben, daß er die Fähigkeiten, Eigenschaften für etw. besitzt’ (16. Jh.), früher auch ‘anvertrauen’; Zutrauen n. ‘Glaube an jmds. Fähigkeiten und Zuverlässigkeit’ (18. Jh.); zutraulich Adj. ‘voller Zutrauen, vertrauend’ (18. Jh.).
2773 Zeichen · 105 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Vertraulich

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Vertraulich , -er, -ste, adj. et adv. sein Vertrauen zu jemandes Liebe, Freundschaft oder Verschwiegenheit ohne Zurückha…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    vertraulich

    Goethe-Wörterbuch

    vertraulich [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. modern
    Dialekt
    vertraulich

    Bayerisches Wörterbuch

    vertraulich Band 4, Spalte 4,215

  4. Sprichwörter
    Vertraulich

    Wander (Sprichwörter)

    Vertraulich Vertraulich gegen wenige, höflich gegen alle. Böhm. : S každym pĕknĕ, s nemnohými důvĕrnĕ. ( Čelakovsky, 247…

  5. Spezial
    vertraulich

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    ver|trau|lich adj. 1 de crëta, confidenzial (-ai, -a) 2 (vertraut) familiar (-s, -a), intim (-s, -a).

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit vertraulich

5 Bildungen · 4 Erstglied · 0 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitung von vertraulich 3 Analysen

ver- + traulich

vertraulich leitet sich vom Lemma traulich ab mit Präfix ver-.

Alternativen: vertrauern+-lich ver-+trau+-lich

Zerlegung von vertraulich 2 Komponenten

vert+raulich

vertraulich setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

vertraulich‑ als Erstglied (4 von 4)

vertraulichen

DWB

vertraulichen , verb. , vgl. unter vertrauen II 2 ( sp. 1949).

vertraulichkeit

DWB

vertraulich·keit

vertraulichkeit , f. , subst. zu vertraulich, seit dem 16. jh. gebräuchlich: vertrauligkeit, amicitia Reyher thesaurus u 5 v b ; vertreulich…

Ableitungen von vertraulich (1 von 1)

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „vertraulich". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 8. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/vertraulich/pfeifer_etym
MLA
Cotta, Marcel. „vertraulich". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/vertraulich/pfeifer_etym. Abgerufen 8. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „vertraulich". lautwandel.de. Zugegriffen 8. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/vertraulich/pfeifer_etym.
BibTeX
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