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versticken

mhd. bis Dial. · 10 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
11 in 10 Wb.
Sprachstufen
4 von 16
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37
Verweise raus
26

Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

versticken verb.

Bd. 25, Sp. 1747
versticken, verb. 11) allgemein gebräuchlich zu sticken 'mit kleinen stichen erhabene figuren auf einen stoff nähen'. 1@aa) 'zum sticken anwenden, gebrauchen': sie verstickt nicht allein baumwollengarn, sondern auch seide und goldfäden Campe; nicht die ... seide zu spinnen, zu färben und zu appretiren, sondern sie zu blumen zu versticken Göthe gespräche 2, 113 Biedermann. 'verarbeiten, hineinarbeiten': was fingen die guten .. weiber wohl an ohne ihre 'weibliche arbeit', in welche sie zorn, liebe, bosheit .. zu verstricken, zu ver- und zu ersticken verstehen Holtei erz. schriften 35, 213. 1@bb) 'stickend verbrauchen, alle machen': alle vorräthige seide ist verstickt Campe; Sallmann Esthland 73a. 1@cc) reflex. sich versticken, sich beim sticken im muster irren ebd. 22) in der bedeutung 'ersticken', trans. wie intrans., ist es mhd. und mnd.: versticken mhd. wb. 2, 2, 627b; Lexer 3, 252; suffocare Diefenbach gloss. 565a; prefocatus 454a; mnd. vorsticken Schiller - Lübben 5, 463b; mnl. versticken Verdam 638b; praefocare, suffocare, extinguere .. suffocari, extingui Kilian 605a. heute nur in westdeutschen mundarten. 2@aa) trans.: ick vorstickede se unde dodede se 1 Sam. 17, 35 in der Halberstädter bibel (1522); wan betrübnisse ist ein gros hindernisse, es verstiket das leben, es verdunstert das liecht und verlöschet das fúr der minne Tauler 365, 11 Vetter; da erzürnet sich das weib, höret nicht auff, mit mott dem Sudauen in das maul, ohren und nasen zu stopffen, bis sie in gar versticket Hennenberger preusz. landtaffel (1595) 56; vgl. Nic. v. Jeroschin preusz. chron. 14782 (vgl. sp. 1657); er empfing ihn .., bekannt mit dessen einhauender stimme und kriegsgurgel, verstickte aber dessen feldgeschrei durch die dampfkugel, die er so warf Jean Paul flegeljahre 4, 33. die heutigen obd. mundarten weisen das trans. in der form verstecken auf (s. oben sp. 1658 und Fischer 2, 1363). nur das elsäss. kennt fleisch versticken 'dämpfen' Martin-Lienhart 2, 580b; mitteldeutsch frštikə Hentrich Eichsfeld 10; ostfries. Doornkaat 1, 468a. 2@bb) intrans., in älterer periode nicht obd. bezeugt, heute gerade dort heimisch; früher nieder- und mitteldeutsch: enes vyssches grade de was em gevallen in den hals, dar he ynne vorsticken wolde lüb. pass. 57a; it was sere heis in der kisten dae si laegen, dat si binae verstickt waren d. städtechron. 13, 574, 30 (Köln); ende mitten steert sijns pissens dou sloech hi hem in sijn oghen so dicke, dat Isegrijn wel waende versticken Reinaert 7050 Martin; und zwischen zwein bretin prestin sî sô lange den hals im mit getwange, unz er alsô vorstikte Nic. v. Jeroschin preusz. chron. 11035; das sie sollen götzen opffer, blut, versticktes und hurerey meiden Luther 26, 572 Weim.; sie liesse mir die mehriste waaren im hause vermodern und verschimlen: wo sie dieselbe loben solte, da sagte sie, es wären verlegne, verstickte, verfälschte waaren Lindenborn Diogenes (1742) 1, 363. im heutigen westmittel- und oberdeutschen: lothring. verštìkən neben ərštekən Follmann 154b; elsäss. Martin-Lienhart 2, 580b; schweiz. Seiler Basel 113a; schwäb. lieber verstickt als verfroren; der verstickt noch an der dummheit, vor faulheit, im dreck Fischer 2, 1363. auch von pflanzen: hanf verstickt, geht nicht auf; versticktes holz, morsch, verfault ebd.; ebenso elsäss. a. a. o. 33) versticken für verstecken findet sich in älteren mitteldeutschen quellen. trans. Lexer 3, 252 (vgl. sp. 1642 unten); reflex.: den kleinen fischlin setzt er dermaszen nach, dasz er sich ins kaat verstickt, und lest nichts herfür regen, denn die strüszle seiner ohren, nasen Heyden Plinius 357. schweiz.: aber auch bei dem flottmachen des verschlagenen, sich aufdämmenden holzes .. werden sie gar oft eine beute ihres berufes .. (es) waren vier flöszer in der Plessurschlucht beschäftigt, versticktes (2. aufl. verstecktes) holz in gang zu bringen Berlepsch die Alpen (1861) 364. übertragen: ich bin so was wie ein g'studirter, aber wer ist denn der vetter Ambros? der ist ... seines handwerks ein verstickter student (der stecken geblieben ist). da hat er's nicht weit gebracht Scherr Graziella 1, 66.
4195 Zeichen · 90 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    verstickenswv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +2 Parallelbelege

    ver-sticken swv. BMZ tr. hineinstecken in. wolt ir mîn suster in ein verrêtergeslecht v. LuM. 118 d ; intr. u. tr. ersti…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Verstickenv., trs

    Campe (1807–1813) · +1 Parallelbeleg

    Versticken , v. trs . 1) Zum Sticken anwenden, gebrauchen. Sie verstickt nicht allein Baumwollengarn, sondern auch Seide…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    versticken

    Goethe-Wörterbuch

    versticken [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  4. modern
    Dialekt
    versticken

    Elsässisches Wb. · +4 Parallelbelege

    versticke n 1. ersticken allg. s is t jo e Raüch dohin d ass m e r schier verstickt! Dü. ‘Mache d’ Fenster uff, i versti…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit versticken

1 Bildungen · 0 Erstglied · 1 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von versticken

ver- + sticken

versticken leitet sich vom Lemma sticken ab mit Präfix ver-.

Zerlegung von versticken 2 Komponenten

vers+ticken

versticken setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

versticken als Zweitglied (1 von 1)

ȫversticken

MNWB

oever·sticken

*° ȫversticken , ōver- (aver-) , swv. : (im Hutmacherhandwerk:) c. A. r. (Hüte) mit einer Schnur, Borte oder anderem Schmuck versehen, drê r…