lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

versterben

mhd. bis spez. · 12 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
14 in 12 Wb.
Sprachstufen
6 von 16
Verweise rein
20
Verweise raus
19

Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

versterben verb.

Bd. 25, Sp. 1740
versterben, verb. intrans. in ähnlichem sinne wie sterben als hoch- und niederdeutsch bezeugt: Alberus 21a; Stieler 2171; Dentzler 313b; Kramer 2, 965c; Frisch 2, 332b; Adelung, Campe. mhd. verstërben mhd. wb. 2, 2, 643b; Lexer 3, 252; mnd. vorsterven Schiller-Lübben 5, 463b; mnl. versterven, versta(e)rven Verdam 638a; demori, emori, intermori, interire Kilian 605a; dem nl. entlehnt fries. forstjerre Dijkstra 1, 420b; ostfries. ferstarfen, ferstarven Doornkaat 1, 467b. mundartlich obd. für ersterben: schwäb. versterben können, 'das sterben fertig bringen'; als es mit seinem leben zu ende ging, konnte er fast gar nicht versterben Fischer 2, 1363; auch österreich. (vgl. unten Anzengruber und Rosegger). auf hochdeutschem boden ist, wie die literarischen belege und die bisweilen auf das part. prät. beschränkten angaben der wörterbücher bezeugen, verbale verwendung nie recht verbreitet gewesen, während das part. prät. lebendig ist: Dentzler 313b; Kramer 2, 965c; gewöhnlich, doch nicht ohne alle ausnahme, nur in der vergangenen zeit gebraucht Campe. stellenweise sind auch andere verbalformen geläufig: absterben, versterben, abire hinc in communen locum, supremum diem explere Stieler 2171; versterben in der edleren schreibart für das einfache sterben gebraucht Adelung. die synonymischen wbb. räumen ihm einen platz ein: versterben bezeichnet das völlige sterben gegenüber dem inchoativen ersterben Weigand nr. 599; ähnlich Campe; Eberhard-Lyon nr. 545; absterben veranschaulicht den verlauf in allmählichem erstarren und abnehmen der lebenskraft, ersterben das aufhören des lebens; versterben wird von personen in beziehung auf die überlebenden aufgefaszt Sanders wb. d. syn. s. 679. AA. thatsächlich lassen sich während der ganzen nhd. periode derartige formen in der literatur nachweisen, aber sie sind gegenüber dem participialen gebrauch selten. es folgt eine übersicht. A@11) inf.: und wölle ehe in todt gehen, ehe er sein bürgen verste(r)ben lasz Franck chron. Germaniae (1538) 111; im falle nun auch gedachter sein bruder und dessen sohn versterben sollten, ohne männliche .. kinder zu hinterlassen Leibniz 2, 423; got de mach vorsterven nicht Redentiner spiel 397; indessen starb der Silvia gemahl, und hinterliesz nur einen sohn zum erben, ein schwaches kind, und sollte der versterben, so hatt er sie im testament bedacht Hagedorn poet. werke 2, 299; dasz sie an einem sonnenstich elendiglich versterben müszte Brentano 6, 446 anm.; versterben will ich, sagte der jude, hier auf der stelle Tieck novellen (1835) 3, 206; arme prinzessin Elisabeth, hast du müssen so schnell versterben! Hauff 5, 29; nun so hättet ihr mich lieber auch können einsam versterben lassen Anzengruber 4, 277; (es) musz alles verbrennen und versterben Rosegger höllbart 110. A@22) präs.: als Lazarus verstirbt, wird oben er getröstet Logau 108; wenn aber einer welckt, verstirbet und erblaszt, kan auch das andre nicht im wittwenstande stehn ged. v. Hoffmannswaldau u. and. 7, 105 Neukirch; der Meineidbauer hat .. schon ganz gut g'wuszt, was dem sein will' is, wenn er verstirbt Anzengruber 6, 137; und ehe die könige versterben, zu einem andern sendeten Treuer d. Dädalus (1675) 1, 679; dasz daher viele Spinozisten an geistiger schwindsucht versterben wie Spinoza an leiblicher Jean Paul 49, 414. A@33) etwas häufiger ist das prät. in älterer sprache, gelegentlich mit schwacher endung: unter währender dieser zeit .. verstarbe des käysers anderer printz Hahn teutsche staatshistorie (1721) 1, 133. ein altes regelrechtes versturben findet sich noch bei maler Müller: die kräuter und blumen da herum versturben auch 1, 265. sonst stets verstarb, verstarben: ein junger mann — ich weisz nicht wie — verstarb an der hypochondrie Göthe 5, 159 Weim.; und das traf pünktlich ein, im may verstarb er Schiller 12, 207 (Wallensteins tod 1, 1 anm.); das protocoll von Uglitsch, aufgenommen, als prinz Demetrius so jäh verstarb! Hebbel 6, 35 (Demetrius 1, 2); er hat sich zu seinem sohne legen lassen, der wenige wochen vor ihm verstarb Immermann 20, 52; das hündlein .. legte sich nieder und verstarb W. Grimm deutsche sagen 1, 79; ein weltereignisz war es, dasz in dieser lage .. Heinrich III. verstarb Ranke 1, 18; die ersten paar male traf sich's nur zufälligerweise so — und die übrigen male verstarben die leute an der bloszen angst Jean Paul 3, 86. conj.: damit, wenn einer von ihnen verstürbe, der dienst am deiche nicht auf die groszjährigkeit des jüngsten sohns ausgestellet bliebe Möser 1, 404. ersatz des prät. durch das part.: in vorzeiten begab sichs, dasz dem A, so auch dem B ihre gemählin verstorben Kirchhof wendunmuth 2, 69. A@44) subst. inf.: auf herrn doctor Landgravens versterben Fleming ged. 1, 537; ich glaube wirklich, das versterben hat hier auch etwas zu meiner konsideration hinzugefügt Pückler briefwechsel 3, 74; ich werde dein sein bis zu meinem versterben Rosegger 13, 70. BB. verbreitet ist das part. prät.: der selig verstorbene herr N. Kramer 2, 965c; Dentzler 313b; Frisch 2, 332b. aber mundartlich, z. b. schwäb., als nicht populär bezeugt Fischer 2, 1363. B@11) prädicativ gebraucht: die yn der liebe mit Christo vereynt von hynnen verstorben sind Luther 18, 261, 29 Weim.; und hast mit den teufeln in solchen deinen sünden gelebet, und bist in ihnen verstorben Butschky Pathmos 123; eines guten freundes, der vor kurzem in England verstorben ist Lessing 2, 167 (schatz 16); Semler ist heute früh verstorben Chamisso 6, 101. die ursache des todes wird angegeben: (er) ist diesen morgen hier an einer verstopfung im unterleibe verstorben Lichtenberg 2, 57; es müssen die Teutschen durch eine gifftige pestilenz verstorben .. seyn Schottel friedens sieg 44 neudr. meist bezeichnet verstorben den augenblick des abscheidens, bisweilen aber die abgeschlossene handlung: wenn einer verstorben (gestorben) ist, da ist er wohl ganz und gar verstorben (tot) Anzengruber 2, 13; unser freund ist bereits verstorben Adelung; zum nothfalle dörfte sich auch bei einigen dieser, die schon verstorben, ihr letzter wille ... vorfinden Herder 3, 304; dasz Augustin damals längst verstorben war Ranke 14, 12. dieser unterschied tritt besonders im folgenden hervor. B@22) die attributive verwendung hält in verbindung mit einer zeitbestimmung noch verbalen charakter fest (punctuell): derer von anfang des Teutschen krieges verstorbenen tugend-berümtesten helden Birken Pegnitz-schäferey ): ( Ia; an das grab eines kürzlich verstorbenen menschen Bürger 1, 270b; díe fürstin? die verehrte, nah verwandte, nur erst verstorbene? Göthe 10, 251 (natürl. tochter 88); ein kaum vierjähriges kind, die tochter eines früh verstorbenen sohnes Storm 1, 58. mit ortsbestimmung: Ludwig II., sohn des in Apulien verstorbenen Valois Platen 3, 12. mehr nominal gefühlt, 'tot': mit der lang verstorbnen Lucretia Wickram 2, 224; vident ... verstorbene (tote) heiligen venire qui neulich verstorben (gestorben) fuerunt Luther 29, 251, 20 Weim.; die historie .. auch längst verstorbener leute ehren gedechtnus mit unvergenglichen farben abbildet Chemnitz schwed. krieg, widm. 2. das ist die regel bei dem ohne zeitbestimmung beigefügten attribut: denn es verdampt der verstorben gerechte die lebendigen gottlosen weisheit Sal. 4, 16; dasz man keine menschen noch verstorbene creaturen zu mittleren .. nemmen soll Fischart binenkorb 35b; als ein predicant einem verstorbenen schuster seine leichpredigt gethan Grimmelshausen 2, 356, 13 Keller; der .. will seines verstorbenen bruders .. wittib nothzüchtigen Lohenstein Ibrahim c 4a; es schreibt der kanzler: er vollziehe nur den eignen einfall des verstorbnen königs Schiller 12, 218 (Wallensteins tod 239); der catalog über die musicalien der verstorbenen herzogin frau mutter Göthe IV 21, 37 Weim.; der erbe des verstorbenen gesellschafters bürgerl. gesetzb. § 727 abs. 2. B@33) das tritt noch mehr bei dem subst. gebrauch hervor: conclamatum lugeo, ich trauer über den verstorbenen Alberus 21a; der verstorbenen geister, manes Dentzler 313b; Adelung, Campe; daʒ des verstorben geist dieweil wonet in leyb Christi als in Abrahams schosz Berthold v. Chiemsee 349; so mustu auch .. des verstorben weib nemen, das du dem verstorbenen einen namen erweckest auff sein erbteil Ruth 4, 5; sie lobeten daselbst gott, für die gnädige auflösung der verstorbenin A. U. v. Braunschweig Octavia 2, 1036; mit dem, dasz sie dic welt bereden, dasz die verstorbnen für uns betten Fischart die gelehrten v. 541; da kam der verstorben herausz mit grab-tücheren gar verbunden Sachs 1, 299, 20 Keller; dasz er papiere von groszem werthe bey sich trage, die ihm der verstorbne anbefohlen in des prinzen hand zu übergeben Schiller 52, 428 (Karlos 4974) wenn er (der Grönländer) also auch seinem verstorbnen das leichenlob und die totenklage hält Herder 5, 197; Orpheus .. wollte .. dem Hades eine verstorbene wieder abzwingen Göthe 49, 146 Weim.; ist's in der ordnung, dasz verstorbene athem schöpfen mit ganzer lunge? Holtei erz. schr. 1, 99; der verfasser der briefe eines verstorbenen Pückler briefwechsel 1, 350. sprichwörtlich: von verstorbenen soll man nur gutes reden Wander 4, 1610. CC. zwar heben schon Adelung und Campe hervor, dasz versterben nur von menschen gebraucht wird. doch erscheint übertragene verwendung ziemlich häufig gerade im 18., kaum noch im 19. jh. C@11) übertragen von den menschen: dein mund, so voller spisz und pfeil, sucht dein am creutz verstorbnes heil mit eignem blute zu besprützen Brant narrenschiff 85 Zarncke; (Christus) der in Maria in der verstorbenen menschheit ein lebendiger mensch ward Jac. Böhme 4, 90; die obstehende figur kan auch verstanden werden von der unbuszfertigen verstorbenen seel Albertinus hirnschleiffer 228. von personen, nicht 'leiblich verstorben', sondern 'vergessen, geistig tot': dasz Tullius gepreist, und Maro ewig ist, auch Flaccus nicht verstorben, hat neben dem verstand' ihr schönes werk erworben Neumark palmbaum XX; das sind sie selber, die götter von Hellas, die einst so freudig die welt beherrschten, doch jetzt, verdrängt und verstorben, als ungeheure gespenster dahinziehn Heine 1, 187. verbreitete wendung: er ist verdorben und verstorben. ostfries. von einem unpfändbaren und total verarmten schuldner gebraucht Doornkaat 1, 467b. in anderer form, 'innerlich abgestorben': das philistrische verstorbensein, welches so dummtodt ist, dasz es nicht einmal weisz, dasz es todt ist Brentano 5, 374. 'absterben. erbleichen': er verstirbt ganz im gesicht, egli impallidisce, v. erblassen Kramer 2, 965c. C@22) von körpertheilen, 'abgestorben': ein verstorben gesicht, viso pallido Kramer 2, 966a; der arme französische tambour schien halb verwest aus dem grabe gestiegen zu sein, ... ein verstorben gelbes gesicht mit einem groszen schnurrbart Heine 3, 165; ich sah die ersten mohren mit den verstorbenen, unerklärlichen gesichtern Laube 8, 34. 'tot': dasz der schleier von unsern thaten in eben dem augenblicke hinweggenommen wird, in welchem man das leichentuch über die verstorbene hülle breitet Brunner erzählungen 1, 227; ein solcher streit zwischen dem lebenden und verstorbenen körper (erhob sich) Arnim 1, 79; dasz, lebend wie verstorben, es diesem seinem schädel immer hauptsächlich an gehirn gefehlt habe Pückler briefwechsel 1, 83. C@33) alles belebte oder belebt gedachte vergeht: denn alles, was nur ist, verstirbt, verfliegt, zerbricht Günther ged. 618; so dann sein bitter leiden, sterben und fröliche aufferstehung dem verstorbenen weitzenkörnlein vergleichet Herr feldbau 76; wie eine schon halb verstorbene knospe, die sich nach einem wohltätigen regen wieder hebt Schleiermacher weihnachtsfeier 40; der weinstock ... wickelt seine arm noch um den verstor benen baum, hat ihn also nach dem tod noch lieb Abraham a S. Clara schriften 2, 301 Strigl; die glocke einer herbstzeitlose .. läutet der versterbenden quelle zu ihren letzten zügen Rosegger waldschulmeister 114; wie der geist eines zur irdischen sorge zurückgezwungenen verstorbenen gestirns Brentano 4, 411. köln. verstorve, erstorben, verdorrt, vertrocknet, durch alter oder schlechte aufbewahrung verdorben Hönig 194b; die herren sollen ihren diener speisz und tranck geben, welches zu essen und zu trincken dienet, nicht verstorbenes und stinckendes, welches das viehe nicht fressen kan noch wil theatrum diabol. 1, 199b. C@44) selbst auf gänzlich unbelebtes, erscheinungen, zeiten, begebenheiten, geistige regungen übertragen in dem sinne 'abgestorben, verblichen, vergangen': die farben versterben allgemach im wind und regen, v. verbleichen; verstorbene farben Kramer 2, 965c, 966a; aber das verstorbene, verblichene weckt sie auf, entwickelt sie (die gnade) Lavater verm. schriften 2, 34; das dese noch geschrebene scholt steet in Flandren czu Brugk, .. und ist alsampth ungewisse vorstorben ding handelsrechnungen d. deutschen ordens 68, 25 Sattler; denn von den ausländischen gelehrtenrepubliken kommen nacht nächtlich mehr verstorbne schriften an, die als gespenster umgehen Klopstock gelehrtenrepublik 38; ein hergang ist in aller menschen leben, abbildend der verstorbnen zeiten art Shakespeare, Heinrich IV. 2, 3, 1; was könnte man an ihnen (den hieroglyphen) anders, als etwa eine chronik verstorbener begebenheiten ... lesen? Herder 14, 79; als auch besonders die verstorbene session hiesiger schuldienerschaft Jean Paul lit. nachlasz 4, 180; ja selbst des vaters wahn kann nicht mit ihm versterben, er läszt mit seinem gut sein vorurteil den erben Haller ged. 66 Hirzel; herr! unser pflicht verstarb durch des entleibten wunden Gryphius trauersp. 595 (Papinian 4, 396); wo man dergleichen übt, verstirbet in der brust die an der dichterkunst vorhin getragne lust Triller poet. betrachtungen 3, 560. C@55) vereinzelt hat das part. prät. den sinn 'verwaist, elternlos'; nicht obd.: deszgleichen verstorbene vater und mutterlos kinder ... müssen sich des betlen behelffen Pape bettel-teuffel j 4v. Schiller-Lübben 5, 463b verzeichnet es als niederrheinisch: ich Judit, die vor etliche jahr verstorben, verlassene wittib wahr quelle ebd. noch heute köln. verstorve Hönig 194b; in Cronenberg fərštórwənə kenər, waisenkinder Leihener 36b; vgl. Paul wb. 2 612a. C@66) meist niederdeutsch: eine herrschaft stirbt aus, ein erbtheil wird durch tod erledigt und fällt einem erben zu; nl. obvenire haereditate alicui, devolvi ad aliquem morte parentis aut propinqui, obvenire lege et ab intestato alicuius morte Kilian 605a; mnd. verstorven ghelt, zugefallen Schiller - Lübben 5, 463b; hir na vorstarf de borchgreveschop to Magdeborch d. städtechron. 7, 212, 8; ihr edelen Römer wisset euch zu entsinnen, wie dasz unser keyserthumb jetzt leer und verstorben ist. derhalben wil sich gebühren, dasz man bey zeite darzu sehe, dasz ein keyser wiederumb erwelet werde schausp. engl. com. 19, 10 Creizenach; were es sache, dasz eigengut verstürbe oder verkaufft würde in ungenossen hende quelle von 1532 bei Haltaus 1890. der erbe wird durch dativ, in oder an bezeichnet: welchem borger allhir erve vorstervet Brandenburger quelle bei Schiller - Lübben 5, 463b; des underwant sik do keyser Fr. der herschop (Braunschweig), recht eft se in dat rike vorstorven were Korner lüb. chron. 144b; so die obgenanten lande an uns versturben (a. 1482) lehnsurkunden Schlesiens 1, 236; indem dasz i.f.g. .. mir auf den ersten lehnsfall, so an i.f.g. verstürbe, 1000 thlr. aus gnaden verschrieben haben Schweinichen 541; ostfries. Doornkaat 1, 467b; nl. Sicherer-Akveld 1191b. mnl. verstorven kint, dat het goud van de ouders geërft heeft Verdam 638b. selten ist eine reflex. form desselben sinnes: dieselben fürstenthumb .., ob die auf unsere vorfahren khönige zu Böhaimb oder uns und die cron zu Böhaimb sich ledig verstorben hetten (a. 1469) lehnsurk. Schlesiens 1, 452. weitere md. quellen bei Lexer 3, 252. DD. im mhd. ist auch ein trans. versterben 'töten, vernichten' nachzuweisen Lexer 3, 252; unt daʒ ich in der zuoversicht diu mîniu jâr verslîʒe, sint des todes wîʒe ze jungest mich versterben wil Konrad v. Würzburg in den minnesingern 2, 334a Hagen; und want got interbet den ubeler und versterbet, so loset er den armen dan von angeste der bosen man md. poet. paraphrase d. buches Hiob 13542 Karsten. selten nhd.: diser westwind .. zeucht wiederumb herfür was verstorben ... ward Sebiz feldbau 51; wer wollte sich aber das sterben, aus furcht des letzten augenblicks, ohne noth bitter machen ..? es giebt leute, die sich das leben auf diese art versterben Hippel lebensläufe 1, 150.
16691 Zeichen · 244 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    verstërbenstv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +4 Parallelbelege

    ver-stërben stv. BMZ intr. sterben, wegsterben. ê dan er versturbe Glaub. 2103. 330. er was verstorben Ludw. 24,32. von …

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Verstêrben

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Verstêrben , verb. irreg. neutr. S. Adelung Sterben , welches das Hülfswort seyn erfordert, und in der edlern Schreibart…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    versterben

    Goethe-Wörterbuch

    versterben [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  4. modern
    Dialekt
    versterbenst.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    ver-sterben st. : wie schd.; gebräuchlich nur als adj. Part. Perf.: meiⁿ veʳstoʳweneʳ Mann [KL-Enkb, verbr.]. Er heirat'…

  5. Sprichwörter
    Versterben

    Wander (Sprichwörter)

    Versterben Bai verstirwet, dai verdirwet. ( Iserlohn. ) – Woeste, 79, 348.

  6. Spezial
    versterben

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    ver|ster|ben vb.intr. morí (mör, mort), passé a miú vita, passé ia en l’ater monn.

Verweisungsnetz

30 Knoten, 27 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 5 Kompositum 16 Sackgasse 9

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit versterben

4 Bildungen · 1 Erstglied · 3 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von versterben

ver- + sterben

versterben leitet sich vom Lemma sterben ab mit Präfix ver-.

Zerlegung von versterben 2 Komponenten

verst+erben

versterben setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

versterben‑ als Erstglied (1 von 1)

versterbenisse

KöblerMhd

versterben·isse

versterbenisse , st. F., st. N. nhd. „Versterbnis“, Sterben Hw.: vgl. mnd. vorsterfnisse* Q.: Apk (vor 1312) (FB versterbnisse) E.: s. verst…

versterben als Zweitglied (3 von 3)

ane verstërben

Lexer

ane·versterben

ane verstërben BMZ an verstorb. güeter durch den tod des besitzers frei gewordene, an einen andern gekommene güter Freiberg. r. ;

anversterben

DRW

anversterben durch Todesfall an jemanden kommen 1433 MartitzFschr. 112 Lexer I 64 Faksimile