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Versteinerung

nhd. bis spez. · 4 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

Versteinerung

Versteinerung

Stein m. ‘natürlicher, aus Mineralien bestehender, fester, harter Körper, Fels’, ahd. (8. Jh.), mhd. stein, asächs. mnd. stēn, mnl. nl. steen, afries. stēn, aengl. stān, engl. stone, anord. steinn, schwed. sten, got. stains (germ. *staina-) kann wie griech. stī́on (στῖον) ‘Kiesel’, aslaw. stěna, russ. stená (стена) ‘Wand’ als Bildung mit dem Suffix ie. -no- im Sinne von ‘das Harte, Verdichtete’ zu einer Wurzel ie. *stāi-, *stī̌- ‘(sich) verdichten, zusammendrängen, stopfen, gerinnen, stocken’ gestellt werden, zu der vielleicht auch aind. styā́yatē ‘gerinnt, wird fest’, griech. stī́ā (στία) ‘Steinchen, Kiesel’, stéār (στέαρ) ‘(stehendes) Fett, Talg’ (s. Stearin), lat. stīria ‘Tropfen’, lit. stìngti ‘fest werden, starr, steif werden, gerinnen’ gehören. Redensartlich Stein des Anstoßes ‘Ursache für ein Ärgernis’ (Luther), jmdm. einen Stein in den Garten werfen ‘etw. jmdm. zum Ärger tun’, Steine in den Weg legen ‘Hindernisse bereiten’ (16. Jh.). – steinhart Adj. ‘hart wie Stein, sehr hart, mitleidlos’, mhd. steinherte, -hart. steinreich Adj. ‘viele Steine, Felsbrocken aufweisend’, vor allem steigernd ‘sehr reich’ (15. Jh.). Ebenfalls vergleichend-steigernd steinalt Adj. ‘hochbetagt’ (16. Jh.). steinern Adj. ‘aus Stein bestehend’ (um 1500), älter ahd. (um 800), mhd. steinīn. steinig Adj. ‘voller Steine, uneben’, ahd. steinag (um 800), mhd. steinec, steinic. steinigen Vb. ‘durch Steinwürfe töten’ als Art der Hinrichtung (15. Jh.); älter steinen nach entsprechendem ahd. steinōn (9. Jh.), mhd. steinen; vgl. dagegen ahd. steinen ‘mit Edelsteinen besetzen’ (8. Jh.). versteinern Vb. ‘zu Stein machen oder werden’ (Ende 17. Jh.), für älteres versteinen, mhd. versteinen; versteinert Part.adj. ‘zu Stein geworden’ (von Fossilien), ‘erstarrt’ (18. Jh.); Versteinerung f. ‘zu Stein gewordener Überrest eines Lebewesens’ (18. Jh.). Steinbock m. Ziegengattung des Hochgebirges, mhd. steinboc, zu Stein ‘Fels’ (s. oben); daneben Steingeiß f., mhd. steingeiʒ. Als Name eines Tierkreiszeichens und Sternbilds (Stainpock, 15. Jh.) Übersetzung von lat. caprīcornus; aus lat. caper, Genitiv caprī ‘Bock’ und lat. cornū n., cornus m. ‘Horn’, entsprechend griech. aigócerōs (αὶγόκερως), aus griech. aíx, Genitiv aigós (αἴξ, αἴγός) f. ‘Ziege’, m. ‘Bock’ und kéras, in der Komposition -kerōs (κέρας, -κερως) ‘Horn’. Steinbrech m. Heilpflanze, gilt seit der Antike als „Steine brechendes“ Mittel bei Nieren- und Blasensteinen, ahd. steinbrehha, -brech(e) f. (Hs. 11. Jh.), spätmhd. steinbreche f., mnd. stēnbreke. Der Name ist eine Übersetzung von lat. saxifraga (herba) f., zu lat. saxifragus Adj. ‘Steine brechend’ (Plinius), aus lat. saxum ‘Fels, Stein’ und lat. frangere (frāctum) ‘zerbrechen’. Als Gattungsbegriff botan.-lat. Saxifraga (Linné 1753). Maskulines Genus beginnt vom 14. Jh. an sich durchzusetzen. Heilende Wirkung bei Steinleiden wird der Pflanze heute nicht mehr zugeschrieben. Doch die spätere Erklärung, der Name der Pflanze sei entstanden, weil sie „auf den Felsen und Steinklippen wachse“, ist eine nachträgliche und für eine Wiesenpflanze wie den Steinbrech überdies unzutreffende Interpretation. Vgl. Marzell 4, 139. Steingut n. ‘Geschirr aus Ton, glasierte Tonware’ (18. Jh.). Steinmetz m. ‘Bearbeiter von Steinen’, ahd. steinmezzo (um 1000), mhd. steinmetze. Dessen zweiter Bestandteil gilt als Rückentlehnung aus galloroman. *matsio ‘Maurer’ (woraus mlat. macio, matio sowie afrz. frz. maçon ‘Maurer’), das seinerseits aus dem Germ. hergeleitet wird, und zwar aus einem zu germ. *makō(n) in der Endung latinisierten *makjo ‘Maurer, Steinmetz’. In germ. *makō(n) sieht man eine Substantivbildung zu dem unter machen (s. d.) behandelten Verb, hier in seiner frühen, vorauszusetzenden Bedeutung ‘kneten, formen, zusammenfügen’ im Bereich des Lehmbaus. Steinpilz m. (Anfang 18. Jh.), wohl nach seinem festen Fleisch und dem steinähnlichen Äußeren der jungen Pilze.
3887 Zeichen · 144 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    versteinerungf.

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +1 Parallelbeleg

    versteinerung , f. , subst. zu versteinern, nach zeitschr. f. d. wortforschung 4, 132 geprägt unter dem einflusz von lat…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Versteinerung

    Goethe-Wörterbuch

    Versteinerung [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. Spezial
    Versteinerung

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Ver|stei|ne|rung f. (-,-en) (Fossil) corët (-ëc) m. , fossil (-ii) m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit versteinerung

17 Bildungen · 17 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von versteinerung 3 Analysen

ver- + steiner + -ung

versteinerung leitet sich vom Lemma steiner ab mit Präfix ver-, mit Suffix -ung.

Alternativen: ver-+stein+-ner+-ung versteien+-ner+-ung

Zerlegung von versteinerung 3 Komponenten

(verst+eine)+rung

versteinerung setzt sich aus 3 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

versteinerung‑ als Erstglied (17 von 17)

versteinerungsarm

DWB

versteinerung·s·arm

versteinerungsarm , -frei , -leer , -los : die highlands bestehen aus einer geschlossenen masse dunkler, versteinerungsarmer, offenbar stark…

versteinerungsfach

DWB

versteinerung·s·fach

versteinerungsfach , n. : die liebe zu natürlichen wissenschaften, besonders mineralogie und geologie ist ihm angeerbt .. auch im versteiner…

versteinerungsfähig

DWB

versteinerung·s·faehig

versteinerungsfähig , -führend , -haltig , adj. : versteinerungsfähig, petrifiable Muret-Sanders deutsch-engl. hdwb. 798 c ; diese sippe tri…

versteinerungskunde

DWB

versteinerung·s·kunde

versteinerungskunde , -lehre , f. , paläontologie: es gibt deren zwei ( nachrichten von der schöpfung ): die versteinerungskunde und die erg…

versteinerungsmasse

DWB

versteinerung·s·masse

versteinerungsmasse , f. : man sieht, dasz die innere fläche der zellenwand sehr ungleich und buckelig ist. dasz dies von aufgelagerter vers…

versteinerungsmittel

DWB

versteinerung·s·mittel

versteinerungsmittel , n. : achat, chalcedon, carniol, alles kieselerdegesteine, sind bekanntlich sehr oft die versteinerungsmittel für holz…

versteinerungsprocesz

DWB

-procesz , m. , der vorgang der versteinerung (A 1): der gebildete theil des zahnes, der gewissermaszen eine versteinerungsmetamorphose der …

versteinerungsreich

DWB

versteinerung·s·reich

versteinerungsreich , adj. : der grosze zug der älteren versteinerungsreichen, chemischen grauwacken- und thonschieferbildung Oken naturgesc…

versteinerungssucht

DWB

versteinerung·s·sucht

versteinerungssucht , f. , kühne bildung zur bezeichnung der sucht des sammlers, in allen funden versteinerungen zu erblicken: überhaupt wol…