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verschweben

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

verschweben verb.

Bd. 25, Sp. 1194
verschweben, verb., bei Adelung noch nicht verzeichnet, bei Campe aus zeitgenössischen dichtern belegt; in der dichtersprache ist das fein empfundene und stimmungsvolle wort entstanden und besonders verbreitet, so wohl im eigentlichen wie im freien und übertragenen gebrauch (vgl. verschwimmen); nebeldunst verschwebt, klang, ton verschwebt, verliert sich im schweben, schwindet leise abnehmend, so auch malerisch von farbe und zeichnung (s. unten die stellen aus Lavater und Vischer) und überhaupt in mannigfachen leicht zu verstehenden, aber nicht immer deutlich abzugrenzenden anwendungen: ich berge mich und verschwebe im letzten streif der purpurnen wolke. Herder 23, 15 Suphan; (das 3 te frauenporträt) halte ich für die poetischste verschwebteste, geschmackvollste. Lavater phys. 3, 11, 15; der laurer stand da in süszes entzücken verschwebt. Musäus volksmärchen 2, 24 Hempel; spöttisch: der verschwebte Lavater. physiogn. reisen 4, 75 (1788); weil schwerlich eine junge beschauerin dürfte gefunden werden, die nicht, wenn ihr herz anders noch unbefangen ist, in diese glückliche physiognomie mehr oder weniger verschwebt wär. 4, 122; ein verschwebtes, geschmackvolles, poetisirendes (gesicht). 2, 126; die accorde der harfe verschwebten. Hauff Othello 8; das magische licht, das auf Coreggios berühmter 'nacht' vom Christuskind ausgeht, auf den gesichtern der anbetenden gruppe wiederscheint und im dunkel der hütte, der nächtlichen landschaft verschwebt. Vischer auch einer 2, 415; wolken verschweben. Gotter gedichte 3, 427 (1802); ein grauer flor umnebelt ihren blick. wo bin ich? ruft sie. doch, herr Hüon, der am wagen mit offnen armen steht ins grüne sie zu tragen, bringt den verschwebten geist schnell zu sich selbst zurück. Wieland Oberon 6, 3 (22, 248); o götterwerk! mit welcher harmonie hier geist in leib und leib in geist verschwebet. Bürger ged. 119 Sauer; da war der himmel voll von engelknaben, die trugen weisze lilien in der hand, und süszer ton verschwebte in den lüften. Schiller jungfrau v. Orleans 1, 10 (13, 218); ungehemmt mit heiszem triebe läszt sich da kein ende finden, bis im anschaun ew'ger liebe wir verschweben, wir verschwinden. Göthe divan, buch des paradieses (6, 266 Weim. ausg.); gar manches herz verschwebt im allgemeinen, doch widmet sich das edelste dem einen. urworte. orphisch (3, 96); in deinen händen mich scherzend gegen den endlosen himmel schwenktest, dasz ich kindisch droben zu verschweben bebte. triumph d. empfindsamkeit 4 (17, 45); des himmels blau, der sonne gold verschweben um eure gipfel (berge). Platen (1839) 17b; da fleucht die lose fern schon auf ihrem rosz im schnellsten trabe, unendlich goldgelock weht nach in lüften, kaum dasz ich dieses habe gesehn, verschwebt sie zwischen felsenklüften. Immermann Merlin, zueignung. und ein erwachen wird es geben, da werd ich ganz in dich verschweben, ein glutstrahl in die grosze sonne. Uhland ged. 1, 17 Schmidt-Hartmann; die seel' im liede verhauchend, verschwebend, verschwirrend in ätherduft. Rückert ges. ged. 1, 63 (1840): schlagt, ihr flammen, in einander! selig, wer in euch verschwebt. 1, 276; der liebsten herz ist aufgewacht zu einem neuen leben! ein himmel hat es angelacht, darein es will verschweben. 1, 388; und darum ist so süsz der traum, den erste liebe webt, weil schneller wie die blüt' am baum er hinwelkt und verschwebt. Geibel 1, 12 (1888); da war sie fort. wie nebel in die leere luft verschweben. 1, 177; da fühlt ich mich im sonnenlicht erwachen; es dämmerte, verschwebte und zerrann. Storm werke 8, 244; activ in gewagter wendung: er, der schweber, idealisierer, verschwebt, veridealisirt jeden zug. Musäus physiogn. reisen 2, 125 (1788).
3704 Zeichen · 45 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Verschwebenv., ntr

    Campe (1807–1813) · +1 Parallelbeleg

    Verschweben , v. ntr . mit sein , schwebend sich entfernen, sich verlieren. O des stillen lieblichen Verschwebens Dieser…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    verschweben

    Goethe-Wörterbuch

    verschweben [bisher nicht publizierter Wortartikel]

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit verschweben

0 Bildungen · 0 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von verschweben

ver- + schweben

verschweben leitet sich vom Lemma schweben ab mit Präfix ver-.

Zerlegung von verschweben 2 Komponenten

versch+weben

verschweben setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

Keine Komposita gefunden — verschweben kommt in keinem anderen Lemma als Erst- oder Zweitglied vor.

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „verschweben". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 9. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/verschweben/dwb
MLA
Cotta, Marcel. „verschweben". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/verschweben/dwb. Abgerufen 9. May 2026.
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Cotta, Marcel. „verschweben". lautwandel.de. Zugegriffen 9. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/verschweben/dwb.
BibTeX
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