verlohnen,
verb. durch lohn zufrieden stellen, auslöhnen, mh. verlônen, verlœnen,
mnd. vorlonen.
zusammensetzung mit einfachem lohnen, löhnen,
dessen bedeutung es nur steigert, nicht ändert. in den wörterbüchern des 16.
jh. nicht aufgeführt. aber bei Stieler verlohnen,
wieder lohnen, wieder verlohnen, remunerare, repensare, paria facere 1176;
dann bei Steinbach 209 (1725); Frisch 1, 60; Krahmer 2, 242
c; Adelung 4, 1474,
der dabei bemerkt: ein im hd. ungewöhnliches wort, wo ver
eine intensive bedeutung hat. man hört es nur noch zuweilen im gemeinen leben in der redensart: es verlohnt die mühe nicht,
d. i. es lohnt oder belohnt die mühe nicht. 11) einem etwas verlohnen: dafür wil nu St. Peter den bischoven kein zeitlichen lohn setzen, als wolt er sagen, euer ampt ist so gros, das es hie nicht kan verlohnet werden. Luther 2, 376; frucht ... die mit keinem geld noch solde mag verlohnet werden.
briefe 2, 491; warum solte gott denen, die ihnen keine dienste tuhn, ihre arbeit verlohnen? Butschky
Patmos 768; und damit die hände durch waschen und scheuern nicht noch gröber gemacht würden, verlohnete sie alten weibern dergleichen arbeit.
maulaffe 71; gott verlohne ihm die treue, die er an mir gethan hat. Reiskens
lebensb. 21; solch sein grosz wolthat zu verlohnen, so thut man billich sein verschonen. H. Sachs 2, 3, 7 (8, 25, 22
Keller); zum dritten euch die erberkeit, welche der tugent war bereit, die man gar ehrlich thet verlöhnen, mit groszem lob schmücken und krönen. (8, 27
Keller).
particip: anlage der unterthanen, wegen erstattung der aus gesamter kammer verlohnter fuhren und handarbeit.
Weim. staatsarchiv 1669. 22) der mühe verlohnen: dasz nichts mehr der mühe unserer betrachtung verlohnt. Sturz 1, 199;
unpersönlich: so verlohnte es doch der mühe, dasz ... Leisewitz
Jul. v. Tarent 1, 6, 27; über den character des dichters also, oder auch über den einflusz ... verlohnt es wohl, einige fragen und bemerkungen aufzustellen. Kant 10, 271. 33)
reflexiv: das verlohnte sich der mühe. Lessing 7, 147; ich müszte das ganze sechste kapitel umkehren, ja wohl gar meinen ganzen plan .. verändern, wenn ich diesen fehler verbergen wollte. diesz verlohnte sich wohl der mühe nicht. Wieland 8, 48;
hofmarschall. auf dem zimmer, baron?
Ferdinand. als ob sich mit dir ein gang vor den wall verlohnte? Schiller
hist.-krit. ausg. 3, 451; dann hab ich niemand anzuklagen und niemand weiter zu bedauern — niemand als sie, dem
die gemahlin nicht geworden, bei welcher solche mittel sich verlohnen.
don Carlos 4, 7.
unpersönlich: es verlohnte sich mit so einem neubackenen .. vater, dasz ich im grosze titul gäbe. Chr. Weise
erzn. 228; alle seine bisherigen bekannten und freunde erschienen ihm nur als hohle larven, die er nicht begriff und die ihn nicht verstanden, bei denen es sich auch des verständnisses nicht verlohnte. Tieck 14, 328. der mühe verlohnen: sehen sie einmal, ob es sich der mühe verlohnt, den frischling zu schieszen. Rabener 2, 74. die mühe verlohnt sich: es verlohne sich nicht der mühe, dem lumpengesinde zuzuhören. Weise
erzn. 14
neudr.; es verlohnte sich die mühe nicht, krank zu werden. Rabener 6, 8; es verlohne sich nicht die mühe, ein fürst zu seyn. Schiller
hist.-krit. ausgabe 1, 34; wenn einer nicht einmal weisz, was andere philosophen vor ihm gesagt haben und sich doch dünken läszt, es verlohne sich der mühe gehört zu werden, was er nun zum zwanzigsten male sagt. Klopstock 12, 136; doch weil ich nur einige stunden hier zu bleiben vermeinte, so glaubte ich, es verlohne sich nicht der mühe, mich mit ihr bekannt zu machen. Lessing 1, 325; oder verlohnte es sich nicht der mühe, so etwas genauer nachzusehen? was verlohnte sich denn der mühe über den Martial anzumerken? 8, 516; wer nur die mindeste miene machte, dasz er mit dem gegenwärtigen zustande des vaterlandes nicht ganz zufrieden sei ... wurde, wenn es sich nur einigermaszen der mühe verlohnte, eines geheimen verständnisses mit den Römern verklagt. Wieland 42, 44; ach! nun verstehe ich dich: es verlohnte sich auch wohl der mühe, den scherz soweit zu treiben! 1, 186; die demokratie, worin man ein abhängiges und ungewisses ansehen mit einer menge beschwerlichkeiten, gefahren und aufopferungen theurer erkaufen musz, als es sich der mühe zu verlohnen scheint. 2, 248; inzwischen lief doch am ende alles darauf hinaus, dasz man nichts sonderliches von ihnen wüszte, und dasz es sich in der that der mühe nicht verlohnte, mehr von ihnen wissen zu wollen. 7, 59; mit nichten, denn ist der vorgetragne fall nur so ein spiel des witzes: so verlohnt es sich der mühe nicht, im ernst ihn durchzudenken. Lessing 2, 301.