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verleumden

mhd. bis spez. · 10 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
11 in 10 Wb.
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

verleumden

verleumden

Leumund m. ‘Ruf, in dem einer steht’. Das nur im Dt. begegnende Substantiv ahd. (h)liumunt (8. Jh.), mhd. liumunt ‘Ruf, Ruhm, Gerücht’ gehört zu der unter 1laut (s. d.) dargestellten Wurzel ie. *k̑lēu- ‘hören, wovon man viel hört’. Suffixablaut (ie. -men-) zeigen got. hliuma ‘Gehör’, awest. sraoman- ‘Gehör’; auf eine adjektivbildende to-Erweiterung des Suffixes in seiner schwundstufigen Form (ie. -mṇ-) führen dagegen ahd. (h)liumunt (ie. *k̑leumṇto-) sowie aind. śrṓmata- ‘guter Ruf, Berühmtheit’, so daß von einer Bedeutung ‘Gehörtes, Rühmliches’, auch ‘öffentliche Meinung’ ausgegangen werden kann. Im Mhd. stehen neben liumunt (md. lūmunt) die abgeschwächten Formen liument, liumet, liumt, dazu auch schwache Formen wie liumde, leumde. Im Nhd. hat sich die vollere Form gehalten, weil man das Wort volksetymologisch als der Leute Mund aufgefaßt hat. Die zugehörigen Verben setzen dagegen meist die Kurzform mhd. liumde fort: beleumden Vb. neben beleumunden ‘einen Leumund ausstellen’, mhd. beliumden, beliumunden ‘jmdn. in den Ruf von etw. bringen’, oft im Part. Prät. beleumdet, beleumundet ‘im Ruf, in einem bestimmten Ruf stehend’. verleumden Vb. ‘jmdn. schlechtmachen, böswillig verdächtigen’, mhd. verlium(un)den, verliumen ‘in schlechten Ruf bringen’; dazu Verleumder m. (16. Jh.), verleumderisch Adj. (17. Jh.), Verleumdung f. (16. Jh.).
1351 Zeichen · 45 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    verleumden

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer)

    ver-leumden s. verliumunden.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Verleumden

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Verleumden , verb. reg. act. in einen bösen Leumund, in ein böses Gerücht, in einen bösen Ruf bringen, so daß ver hier e…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    verleumden

    Goethe-Wörterbuch

    verleumden [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  4. modern
    Dialekt
    verleumdenschw.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    ver-leumden schw. : wie schd., umgspr., ve (r) leimde [verbr.], -leumde [verbr. mittl. VPf]. Syn.: anschwärzen , auskehr…

  5. Sprichwörter
    Verleumden

    Wander (Sprichwörter)

    Verleumden 1. Verleumd vnd leug ohn alle Schew, allzeit ja etwas hafft dabey. – Petri, III, 12. Dän. : Bagtal frit, der …

  6. Spezial
    verleumden

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    ver|leum|den vb.tr. scraié fora, baié fora, descredité (-tëia), difamé (-mëia), calunié (-iëia), roviné l’inom (la reput…

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Cotta, M. (2026). „verleumden". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 19. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/verleumden/pfeifer_etym
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Cotta, Marcel. „verleumden". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/verleumden/pfeifer_etym. Abgerufen 19. May 2026.
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Cotta, Marcel. „verleumden". lautwandel.de. Zugegriffen 19. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/verleumden/pfeifer_etym.
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