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verblassen

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

verblassen verb.

Bd. 25, Sp. 131
verblassen, verb. pallescere. in der älteren sprache nicht nachgewiesen, nhd. erst bei Stieler 186, fortbildung von blassen (s. theil 2, 71, zu blass, welches in heutiger bedeutung aus Nic. v. Jeroschin 132 Pfeiffer zuerst nachzuweisen ist). erblassen und verblassen bis in dieses jahrh. unterschiedlos gebraucht: erblassen et verblassen conveniunt cum blassen exalbescere, decolorari Stieler 186, vgl. Steinbach (1734) 1, 122. Frisch 1, 105b; Adelung versuch 4, 1382 führt noch beide wörter als gleichbedeutend auf: 'doch ist in der edlern schreibart erblassen üblicher'. heute wird erblassen mehr für vorübergehendes, verblassen für dauerndes blaszwerden gebraucht (vgl. erbleichen, verbleichen u. ähnl.); solchen unterschied kennt schon Heinsius 4, 2, 1267, vgl. Weigand synonym. 1, 369; daher verblassen heute meist nur von dauernd bleichwerdenden gegenständen und bei menschen vom sterben gebraucht wird, für bleichwerden durch schrecken meist erblassen. 11) intransitiv, von menschen, zeitweilig bleich werden: so feret gott auch plötzlich zu und schmeiszt in den breitopf .. das sie verzagt den kopff hengen, und nach der mörder farb verblassen müssen. Luther 8, 250b; er verblaszte vor furcht, metu exalbescebat. Steinbach (1734) 1, 122; das arme volk verblast, der häusser rücken bebt, die see wird auch erreget. Opitz 1, 31; wie wird euch, theure lady! ihr verblaszt. Schiller hist.-krit. ausg. 12, 491 (M. Stuart 3, 2); und als der herre mein ansichtig ward ... und sah mich mit dem stattlichen gewehr daher geschritten kommen, da verblaszt' er, die knie versagten ihm. 14, 341 (Tell 3, 1); von körpertheilen, part. praet. adjectivisch: ja sein verblaszt gesichte, sein bebend leib gestehts, dasz er dis blutgerichte der höllen hat gebracht. Lohenstein Sophon. 47, 284. 22) dauernd bleich werden. 2@aa) von menschen: durch blosze reinlichkeit bei mäsziger nahrung, können kinder stark, frisch und munter gemacht werden, da sie hingegen ohne reinlichkeit bei der reichlichsten nahrung abmagern und verblassen. Hufeland makrobiotik 2, 128; alle schönheiten in einem saale verblaszten plötzlich, wenn sie hereintrat. Heyse werke 7, 102. 2@bb) sterben, in gleicher bedeutung erblassen (s. theil 3, 729): ich verblasse, morior Steinbach (1725) 25; ein gahr gesunder luft durchstreichet deine (Hamburgs) gassen, man siehet durch den tod nicht viel in dir verblassen. Rist Parnasz 64; von körpertheilen, part. praet. adjectivisch: unser und unser gemahlin .. verblaszete fürstliche cörper. Dief.-Wülcker wb. 547 (1658); das verblaszte gesicht des todten. 2@cc) von gegenständen: der späte mond, der bei nacht noch anständig leuchtet, verblaszt vor der aufgehenden sonne. Göthe 22, 109; dasz der stein des ringes an ihrem finger verblaszt war. Tieck 4, 389; im laufe des achtzehnten jahrhunderts, als mit dem rococo die vorliebe für das zarte kam und der geschmack gradezu schwächlich wurde, verblassen die farben. Falke kunst im hause2 141. part. praet. adjectivisch: ein verblaszter zeug bekommt seine farbe nie wieder. Heinsius 4, 2, 1287; er kam ... in einen bleichen wald voll abgeschälter maienbäume, die alle mit verblühten bändern und verblaszten fahnen gegen das elysium sahen. J. Paul 22, 107; ich konnte die augen doch noch nicht von der verblaszten zarten und zugleich festen handschrift trennen. Heyse werke 7, 119; eine verblaszte skizze. Keller gr. Heinr. 1, 266; die düstern sammttapeten halb verblaszt, mich mahnt es an ein anderes jahrhundert. Geibel ged. (1867) 302; verwelken: wie die liljen leicht verblassen und zu grund und boden gehn, so will sichs hier fast anlassen. Soltau volksl. 520 (von 1682); doch die blumen jetzt verblassen, traurig schweigt der dürre strauch. Lenau (1834) 56. auf geistiges übertragen: wo das ganze leben zur fremden geschichte verblaszt ist. Fichte nachgel. werke 2, 89; dieses aber stand bei mir fest, nachdem ich meine liebe hingeopfert, nachdem mir das leben verblaszt war, wollt ich meine seele nicht .. verschreiben. Chamisso 4, 305. 33) transitiv selten, blasz, unscheinbar machen: thränen, die meine schrift verblassen. Bettina Güntherode 1, 170.
4156 Zeichen · 80 Sätze

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    Neuhochdeutsch
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    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Verblassen , verb. regul. neutr. mit dem Hülsworte seyn, blaß werden, S. Adelung Ver 2; wofür doch in der edlern Schreib…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
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    Goethe-Wörterbuch

    verblassen [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. modern
    Dialekt
    verblassen

    Mecklenburgisches Wb. · +2 Parallelbelege

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  4. Spezial
    verblassen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    ver|blas|sen vb.intr. 1 (verbleichen, blass werden) smarí (-rësc), perde le corú, stlaurí (-rësc), gní burt 2 ‹fig› (nac…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit verblassen

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Ableitung von verblassen

ver- + blassen

verblassen leitet sich vom Lemma blassen ab mit Präfix ver-.

Zerlegung von verblassen 2 Komponenten

verb+lassen

verblassen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

Keine Komposita gefunden — verblassen kommt in keinem anderen Lemma als Erst- oder Zweitglied vor.

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APA
Cotta, M. (2026). „verblassen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 10. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/verblassen/dwb
MLA
Cotta, Marcel. „verblassen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/verblassen/dwb. Abgerufen 10. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „verblassen". lautwandel.de. Zugegriffen 10. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/verblassen/dwb.
BibTeX
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