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Veitstanz

nhd. bis sprichw. · 10 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Herder
Anchors
10 in 10 Wb.
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Eintrag · Herder (Konv.-Lex., 1854–57)

Veitstanz

Bd. 5, Sp. 588
Veitstanz, eine in Krämpfen der willkürlichen Muskeln bestehende Krankheit mit eigenthümlichen Körperbewegungen. Der kleine oder Sydenhamm'sche V., auch Muskelunruhe genannt (chorea minor s. Ballismus) besteht in klonischen Rückenmarkskrämpfen, welche die Muskeln zu fortwährenden zweckwidrigen Zusammenziehungen veranlassen, wodurch eigenthümliche, anscheinend possenhafte und alberne Bewegungen hervorgebracht werden, welche in verschiedenen Gruppen nach einander auftreten, bei vollem Bewußtsein des Kranken. Nur im Schlafe tritt Ruhe ein, mit dem Erwachen beginnen die Krämpfe von Neuem. Die Krankheit erscheint vorzugsweise im Kindes- und Knabenalter, dauert meist durch einige Wochen, seltener Jahre lang, und heilt gewöhnlich mit der Pubertät. Veranlassung geben besonders Schreck, geschlechtliche Verirrungen, Erkältung, Würmer, Metastasen etc. Die Behandlung erfordert hauptsächlich Berücksichtigung der Ursachen, geistige Ruhe, passende Diät, Bäder; innerlich krampfstillende Mittel. — Der große V. (lat. chorea major, ch. St. Viti) tritt in einzelnen Anfällen auf mit längeren freien Zwischenräumen; jene bestehen in sonderbaren unwillkürlichen und lebhaften Bewegungen, welche den absichtlich ausgeführten sehr ähnlich sind, wie Hüpfen, Herumspringen, Tanzen, Springen auf Stühle, Tische, Gesticuliren mit den Armen etc. Dabei ist das Bewußtsein häufig mehr oder weniger getrübt und in den höhern Graden steigert sich der Anfall bis zu einer Art von Nachtwandeln oder bis zur Ekstase. Die Anfälle dauern einige Minuten bis Stunden u. haben tage- oder wochenlange Zwischenräume, werden allmälig seltener und schwächer und hören zuletzt ganz auf, Ursachen und Behandlung dieselben wie beim kleinen V. — Vgl. Tänzer.
1727 Zeichen · 18 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    VeitstanzDer

    Campe (1807–1813) · +2 Parallelbelege

    Der Veitstanz , — es, Mz . u. der Name einer Krankheit, bei welcher die damit Behafteten tanzen sollen.

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Veitstanz

    Goethe-Wörterbuch

    Veitstanz [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Veitstanz

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Veitstanz , eine in Krämpfen der willkürlichen Muskeln bestehende Krankheit mit eigenthümlichen Körperbewegungen. Der kl…

  4. modern
    Dialekt
    Veitstanz

    Elsässisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Veitstanz , Vitse n tanz [Fæìtstànts Z. ; Fitsətànts Dü. ] m. Veitstanz. Vgl. Vit Seite 157.

  5. Sprichwörter
    Veitstanz

    Wander (Sprichwörter)

    Veitstanz 1. Dass dich S. veits tantz ankomme. – Agricola I, 497; Alsatia, 1862-67, 441. Eine in jener Zeit sehr übliche…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit veitstanz

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Zerlegung von veitstanz 2 Komponenten

veit+stanz

veitstanz setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

veitstanz‑ als Erstglied (1 von 1)

veitstanzen

DWB

veit·stanzen

veitstanzen , verb. , daneben das ältere vitztanzen, eigentlich in krankhafte zuckungen wie im veitstanze gerathen; in solcher bedeutung nic…