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Vasáll

nhd. bis Dial. · 8 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
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8 in 8 Wb.
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Vasáll

Bd. 4, Sp. 976
Der Vasáll, des -en, plur. die -en, Fämin. die Vasallin, eigentlich ein Lehensmann, im Gegensatze des Lehensherrn, eine Person, welche von einem andern ein Gut in Lehen hat, und ihm dafür zur Treue und gewissen Diensten verpflichtet ist. Jemandes Vasall seyn. Die Vasallen aufbiethen, die Lehensleute, Untersassen. In engerer Bedeutung werden von einigen nur diejenigen Lehenleute Vasallen genannt, welche zur Mannschaft, d. i. zu Kriegsdiensten, verpflichtet waren, zum Unterschiede von den Dienstmännern oder Dienstleuten, Ministeriales, welche Hoflehen besaßen und dafür zu Hofdiensten verpflichtet waren; obgleich dieser Unterschied aus den Deutschen Gebräuchen nicht erweislich seyn möchte. In weiterm Verstand wird oft ein jeder Unterthan, selbst zuweilen ein bloßer Gerichtsunterthan, ein Vasall genannt, S. Unterthan. Anm. Das Wort ist mit dem Lehenrechte aus dem mittlern Latein. Vasallus, Vassallus, Vassus, in das Deutsche gekommen, obgleich auch dieses aus einer der damahligen Europäischen Sprachen entlehnet worden, welches vermuthlich die Deutsche oder nordische gewesen. Da dieses ältere Stammwort bisher noch nicht mit Gewißheit bestimmt worden, so hat es auch an Ausschweifungen und seltsamen Ableitungen dieses spätern Lateinischen Wortes nicht gefehlet, welche ich hier nicht anführen mag, sondern nur bemerke, daß diejenige Ableitung, welche dieses Wort eigentlich durch Kostgänger, Brötling erkläret, eine Person zu bezeichnen, welche jemandes Kost genießet, und ihm dafür zu gewissen Diensten verpflichtet ist, wie das gleichfalls spätere Lat. Familiaris, die meiste Wahrscheinlichkeit für sich hat. In dieser Bedeutung kommt, wie aus dem du Fresne erhellet, Vassus am frühesten vor. Weisat waren im Deutschen ehedem allerley Speisen und Eßwaaren, welche die Lehensleute dem Lehensherren zu gewissen Zeiten zum Geschenke brachten; im Schwedischen aber ist Veisla, Veitsla, eine Mahlzeit, ein Gastmahl, das Stammwort weita aber, ist geben, darreichen, bewirthen, und in engerer Bedeutung, zu Lehen geben, welches mit unserm weisen, in einweisen, anweisen u. s. f. überein kommt. In eben dieser Sprache ist Weiting, ein Lehen, welches nebst dem Niederdeutschen söden, ernähren, füttern, zugleich ein bequemes Stammwort für das mittlere Lat. Feudum abgibt, wie schon von mehrern erkannt worden.
2324 Zeichen · 22 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Vasáll

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Der Vasáll , des -en, plur. die -en, Fämin. die Vasallin, eigentlich ein Lehensmann, im Gegensatze des Lehensherrn, eine…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Vasall

    Goethe-Wörterbuch

    Vasall [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Vasall

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Vasall , im Lehenwesen jeder, der von einem andern Lehen trägt, entweder unmittelbar von dem Landesherrn (immediatus) od…

  4. modern
    Dialekt
    Vasallm.

    Mecklenburgisches Wb.

    Wossidia Vasall m. wie im Hd.; entstellt zu Fasan, s. d.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit vasall

17 Bildungen · 9 Erstglied · 8 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von vasall 2 Komponenten

vas+all

vasall setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

vasall‑ als Erstglied (9 von 9)

vasallenkind

DWB

vasall·en·kind

vasallenkind , n. : heisze schwere thränentropfen hiengen in meinem aug, wenn du, mich überhüpfend, vasallenkinder in die arme drücktest. Sc…

vasallenpflicht

DWB

vasall·en·pflicht

vasallenpflicht , f. pflicht des lehensmannes gegen den herrn: es ist dem von Mannsbach und dem von Wolframsdorf auferleget, ihre anzeige ( …

vasallenschaar

DWB

vasall·en·schaar

vasallenschaar , f. : die kriegsmacht des reichs beruhte gar nicht mehr überwiegend auf dem heerbann, sondern auf den berittenen vasallensch…

vasallenschaft

DWB

vasall·en·schaft

vasallenschaft , f. verhältnis des vasallen, dann auch überhaupt des abhängigen zum herrn: Italien hat durch die deutschen siege Rom und die…

vasallenstaat

DWB

vasall·en·staat

vasallenstaat , m. abhängiger staat: ( Toscana und Modena ) jene beiden vasallenstaaten konnten nach wie vor vom festungsviereck aus beschüt…

vasallenthum

DWB

vasall·en·thum

vasallenthum , n. : das vasallenthum war zu einer selbständigeren stellung gediehen. Giesebrecht d. kaiserzeit 1, 278 .

vasallin

DWB

vasallin , f. 1 1) trägerin eines weiberlehens: befohlen den geschlosznen kauff zu confirmiren und besagte käufferin mittelst bestellung ein…

vasallisch

DWB

vasall·isch

vasallisch , adj. und adv. : ihm huldigten die schwächern thiere vasallisch und mit banger pflicht. Hagedorn 2, 128 .

vasall als Zweitglied (8 von 8)

Aftervasall

DRW

after·vasall

Aftervasall Untervasall 1794 PreußALR. I 18 § 219 1807 Weber,Lehnr. I 91 Faksimile

kronvasall

DWB

kron·vasall

kronvasall , m. unmittelbarer vasall der krone. Schiller 1035 b . kronvasallin Rückert 10, 34 .

reichsvasall

DWB

reich·s·vasall

reichsvasall , m. vasall eines reiches: die nicht an dem kayserlichen hof persönlich anwesende reichs-vasallen können ihre reichs - lehen du…

rheinbundsvasall

DWB

rheinbund·s·vasall

rheinbundsvasall , m. vasall des Rheinbundes: die lande der übrigen erzbischöfe wurden unter Frankreich und die neukreirten oder bestätigten…

thronvasall

DWB

thron·vasall

thronvasall , m. vasall eines thrones, vgl. DWB kronvasall : hat auf erden majestät schönre thronvasallen ( als den könig lenz )? lilien und…

weibervasall

DWB

weib·er·vasall

weibervasall , m. alt aber vereinzelt neben weiberknecht Guarinonius grewel d. verw. 1245 . —