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urwelt

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

urwelt f.

Bd. 24, Sp. 2606
urwelt, f. , welt mit ur- C 4 c. von Campe als neubildung verzeichnet, doch schon von Kramer (1702) 2, 1315b als syn. mit vorwelt angeführt, freilich erst gegen ende des 18. jhs. üblich geworden. der bei Krünitz 202, 495 gemachte versuch, u. und vorwelt so zu unterscheiden, dasz u. die periode vor der groszen flut, vorwelt die zeit nach der flut bezeichnen sollte, ist ohne erfolg geblieben. immerhin geht die bezeichnung u. vom ursprünglichen zustande, vorwelt von dem gs. zur späteren welt aus. vorwelt und u. werden von Brentano 5, 428 verbunden: alles vorurtheil musz weg, das heiszt alles, was die vor- und urwelt getheilt oder verbunden hat; im scherz: im wunderbaren, kunstreichen, im neben-, durch-, und hintereinandrigen stil der urwelt, mitwelt und nachwelt erbauten hühnerstalle 5, 21. 11) uranfängliche welt, urzeit, graues alterthum, begrifflich unbestimmt: sprache der u. allg. d. bibl. 58, 334; sehr oft bei Herder: der u. sagen 25, 460 S.; die hebräischen sagen über die u. 16, 52 S.; wie echo tönt ... der urwelt laut 29, 551 S.; mit welchem schmuck tritt hier die älteste priesterwürde aus dem lichtdunkel der u.? 7, 180 S.; was der urwelt höhen schönes tragen ..., das alles komm auf Josephs haupt 12, 146 S.; [] warum man ... in der u. steine verehrt? 6, 416 S.; den zustand der u., die uns das erste buch Mosis schildert Göthe 28, 103 W.; die geheimnisse jener u. 7, 217 W.; in der u. schoos 17, 103 W.; kindersinn der u. J. G. Forster ausgew. kl. schr. 157; die mütter ... werden stärkre kinder zur welt bringen, die die thätigkeit, energie und anmut der u. erhalten werden Hufeland kunst das m. leben zu verlängern 37; die dunkle periode der u. Schelling I 1, 56; das ich sucht ein ur-ich, sucht etwa blos eine ur-welt neben der jetzigen Jean Paul 55/58, 43 H.; in den fluren und hallen der u. lebt der dichter Novalis 4, 234 M.; denkmale der u. 4, 139 M.; nimm diese zweige, decke mit ihnen mich, nach osten singe dann das erhabne lied, bis auf die sonne geht und zündet und mir die tore der urwelt öffnet 1, 262 M.; Tiedge 3, 3; Fouqué alts. bildersaal 1, 223; Waiblinger ged. aus Italien 86 Gr.; ein sehnen nach den tagen der u. Hölderlin 2, 161 L.; der u. goldnes alter Gries rasender Roland 1, 65; Brentano 6, 10; Fr. Schlegel 1, 32; das der fabelreichen u. angehörende mährchen Matthisson 6, 223; H. Heine 6, 442 E.; aus der zurückgestellten finsternisz der u. ragen die schicksalsgötter ... in die gegenwart herein Vischer ästhetik 2, 453; ging nicht eine deutsche u. uns auf? Alexis ruhe ist die erste bürgerpflicht 1, 173; Gervinus gesch. d. d. dicht. 4, 12; die frage ..., welche die dunkeln thore der u. aufzuthun strebt Ratzel völkerk. 2, 301; in der u. einsamkeit Arent-Conradi-Henckell moderne dichtercharaktere 126; menschen der u. D. Fr. Strausz 5, 268; R. Wagner 10, 187; auffassung der homerischen welt als der u. Nietzsche 1, 132. im bilde (vgl. 2): gehen wir aus ... von dem hochlande, das von auszen wie eine ruine der u. ... emporragt Ritter erdk. 1, 13. im witz, wie er besonders im adj. urweltlich ausgebildet ist: man wuszte niemand, der jene haarformationen der u. noch zu bereiten verstand Immermann 1, 27 H. der zeitbegriff tritt vor: sagte H. Sachs auswahl 1, 5 d.: von werlt zu werlt ewig, so Herder 12, 78 S.: von u. bis zu u. bist du gott! gleich unterwelt, dem schosz der berge (vgl. 2) Thümmel 8, 175. 22) im engern sinne der geologie. angeregt durch A. G. Werners neptunismus: (Neptun) dem die urwelt ein wildes rosz empor stiesz, als du sie mit mächtigem dreizack durchbohrtest Stilling georgica (1787) 1, 12. den geologischen theorien folgend: bis in die nacht Ballenstedts archiv der u. Göthe III 8, 138 W.; thiere der u. IV 19, 120 W.; pflanzenreste der u. IV 34, 212 W.; IV 36, 135 W.; ein document über die bildung der u. Göthe bei Eckermann 187 Geiger; ich hebe den vorhang auf vor der urwelt bild und enthülle der Alpen entstehung Baggesen 1, 45; bei dem anblick der wilderen naturgegenden und wie ruinen der u. übereinandergestürzten felsen und gebirge Fr. Schlegel 1, 81; die kalkgebirgslager, so die erdkatastrophe dem alten meeresboden der u. aufschwemmte Matthisson 5, 169; unabhängig von diesen mit permanenten kratern versehenen vulcanen, gibt es eine andre art vulcanischer erscheinungen, die ... vorzugsweise belehrend für die geognosie an die u., das heiszt an die frühesten revolutionen unsers erdkörpers erinnern A. v. Humboldt ansichten der natur 2, 168; kosmos 1, 209; als sich der u. nebel noch nicht consolidirt, musz es (chlornatrium) ... darin ... gasförmig vorhanden gewesen sein Muspratt chemie (1898) 6, 436. 33) zusammensetzungen gehen theils von bed. 1, theils von bed. 2 aus. nicht mit u., sondern mit weltbau und ur- zusammengesetzt ist blick in den ur-weltbau (bei den ersten forschungsreisen im Himalaya) Ritter erdk. 3, 961 und wohl auch bei Göthe II 3, VII 4 eine urweltepoche (die strebende jugend beginnen möchte). 3@aa) substantiva: urweltbach F. Langheinrich an das leben 91,
5017 Zeichen · 148 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    UrweltDie

    Campe (1807–1813) · +1 Parallelbeleg

    ○ Die Urwelt , Mz . u. die Welt aus der Urzeit, zur Zeit der Schöpfung. »Aus diesen Überresten, wahren Brocken der Urwel…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Urwelt

    Goethe-Wörterbuch

    Urwelt [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Urwelt

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Urwelt , Vorwelt, Periode der Erde vor der Schöpfung des Menschen.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit urwelt

38 Bildungen · 36 Erstglied · 1 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitung von urwelt

ur- + welt

urwelt leitet sich vom Lemma welt ab mit Präfix ur-.

urwelt‑ als Erstglied (30 von 36)

urweltfirne

DWB

-firne A. F. v. Schack ges. w. 3, 222 ,

urweltlich

DWB

urwelt·lich

urweltlich , adj. adv. , der urwelt angehörig, nach art der urwelt. noch nicht bei Campe. vgl. urvorweltlich. nach urwelt 1: ein urweltliche…

urweltmäszig

DWB

-mäszig C. Fr. v. Ramsler deutsche denkwürdigkeiten 2, 179 ,

urwelt als Zweitglied (1 von 1)

naturwelt

DWB

natur·welt

naturwelt , f. : man musz aber ja nicht glauben, dasz die physische naturwelt ein höheres sei, wie die welt des geistes. Hegel philos. des r…

Ableitungen von urwelt (1 von 1)

ururweltlich

DWB

ururweltlich , adj. J. H. Voss antisymb. 1, 86 .