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urzeit

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

urzeit f.

Bd. 24, Sp. 2612
urzeit, f. , zeit mit ur- C 4 c, zwar schon im 17. jh. bezeugt, aber erst seit dem ende des 18. jhs. häufig geworden. vgl. urwelt, vorwelt, urgeschichte u. dgl. 11) unbestimmt lange zeit, älteste, sehr alte zeit, bes. in präpositionsverbindungen wie von urzeiten her, seit urzeiten [] 'von jeher': der Donaustrand ist von urzeiten her ... vor der grösten weltströme einen gehalten worden S. v. Birken vermehrter Donaustrand (1684) 1; mächtige felsen standen von urzeiten her Göthe 16, 343 jub.-ausg.; IV 10, 21 W.; seit urzeiten K. O. Müller Etrusker 1, 68; seit den urzeiten M. Heyne hausalterthümer 3, 35; seit der u. G. Freytag 13, 242; v. Alten hb. f. heer u. flotte 2, 765; aus urzeiten hatten sich die sprüche der bibel ... unter die nationalen sprichwörter gemischt Gervinus gesch. d. d. dicht. 2, 189; aus urzeit geerbt G. Freytag 1, 336; vor urzeiten L. A. Frankl erinnerungen 2 bibl. d. schr. a. Böhmen 1910; die weltrouten ... waren schon in der u. lange vorhanden hwb. d. staatswiss. 72, 401 (vgl. 2); es ist gewesen wie in unseren urzeiten Hans Grimm volk ohne raum 1, 205. ungewöhnlich für 'frühe kindheit' G. Freytag verl. handschr. 3, 286. 22) in bestimmterer, doch nicht festumgrenzter bed. ein zeitraum der vorgeschichte, etwa bis zur ältesten steinzeit, aber auch älteste geschichte schlechthin: wer kann sich in diese u. ... hinfühlen! Herder 6, 274 S.; 12, 208 S.; männer des testaments der u. 23, 425 S.; documente der u. Göthe IV 35, 10 W.; von da übersieht man den groszen landschaftlichen kessel, der sich bis Hochheim hinüber erstreckt, wo in der u. Rhein und Main sich wirbelnd drehten und restagnirend die besten äcker vorbereiteten I 33, 274 W.; 31, 211 W.; III 2, 76 W.; I 24, 153 W.; in der urzeit seien menschen gewesen, seien mit bestien zusammen gewesen 3, 322 W.; Schiller 6, 11 G.; Polybius ... ist nichts weniger als eine autorität, wenn er die urzeiten berührt Niebuhr m. gesch. 1, 51; in der u. des christenthums Schleiermacher I 5, 258; poesie der u. Immermann 18, 136 B.; völkerstämme der u. W. v. Humboldt ges. schr. 4, 19; selbst die Deutschen, einst die bessern ... unsre (der bären) vettern aus der urzeit, diese gleichfalls sind entartet H. Heine 2, 370 E.; eine kleine zahl sinniger bilder der phantasie, welche, wie vom dufte der u. umflossen, auf uns gekommen sind ... A. v. Humboldt kosmos 1, 5; die u. der sprache Fr. L. Jahn 2, 13 E.; der geist der u. und der urwildnisz, einer groszen schauerlichen, vorgeschichtlichen welt, weht um diese verwitterten cyklopensteine Gregorovius wanderungen in Italien (1904) 2, 213; aus dem dunkel der u. Scherer litgesch. 89; es gab nach dieser empfindung eine u. des menschen, in der er am herzen der natur lag und bei dieser natürlichkeit zugleich das ideal der menschheit, in einer paradiesischen güte und künstlerschaft, erreicht hatte Nietzsche 1, 135. seltsame, sagendunkle, graue, mythische, frühste, wüste, deutsche, christliche, arische, gemein-indogermanische u. s. w. u. A. v. Arnim kronenwächter 1, 17; Platen 1, 233 H.; Grabbe 1, 32 Bl.; Steffen was ich erlebte 5, 241; Ritter erdk. 4, 549; Nitzsch d. studien 216; G. Freytag 17, 14; D. Fr. Strausz 3, 55; Scherer litgesch. 7; Hoops waldbäume 114. zss.: urzeitbaum Dwinger wir rufen Deutschland 193,
3299 Zeichen · 121 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Urzeit

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Die Urzeit , plur. die -en, auch nur bey einigen Neuern, sowohl eine sehr alte, lange verflossene Zeit, als auch der ers…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Urzeit

    Goethe-Wörterbuch

    Urzeit [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. Spezial
    Urzeit

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Ur|zeit f. (-,-en) tëmps da zacan m.pl. ▬ seit Urzeit en da zacan incá, da vedlamënter incá.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit urzeit

11 Bildungen · 6 Erstglied · 5 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von urzeit

ur- + zeit

urzeit leitet sich vom Lemma zeit ab mit Präfix ur-.

urzeit‑ als Erstglied (6 von 6)

Urzeitig

Campe

○ Urzeitig , adj . u. ad . in der Urzeit vorhanden, aus der Urzeit. Wolke. Davon d. — keit .

urzeitlich

DWB

urzeit·lich

urzeitlich , adj. adv. : urzeitliche thiere Chamisso (1836) 1, 155 , einfachheit Platen 3, 246 H., bildung Gervinus gesch. d. d. dicht. 2, 2…

urzeit als Zweitglied (5 von 5)

Courzeit

GWB

cour·zeit

Courzeit zu Cour 2 od 3 a Unter der Courzeit werd ich .. Herdern besuchen GWB B6,210,5 ChStein 9.11.83 Christa Dill Ch. D.

Hauptkurzeit

GWB

haupt·kurzeit

Hauptkurzeit -cur- für die Hauptsaison eines Kurortes GWB B33,36,5 August 18.5.[20] Armin Giese A.G.

Maikurzeit

PfWB

maikur·zeit

Maikur-zeit f. : ' Zeit der Maiausflüge ', s. PfWB Maikur . Ja, 's Frihjohr un die Maikurzeit! / Familjeweis geht's uf die Schlesser [ Schan…

schurzeit

DWB

schur·zeit

schurzeit , f. , sprichwörtlich: zur schurzeit bin ich immer bei meiner heerde, sagte der pfaff, als man ihm sagte, er sei ein untreuer hirt…

troubadourzeit

DWB

troubadour·zeit

troubadourzeit , f. , umschreibend für die zeit schwärmerischer jugend: das dunkle gedankenleben dieser troubadourzeit im menschen zu belaus…