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untröstlich

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

untröstlich adj. adv.

Bd. 24, Sp. 1965
untröstlich, adj. adv., nicht oder wenig tröstlich (s. d.); mhd. untrôstlich, -trœstlich, -lîche; mnd. untrostlik; mnl. ontroostelijc, -like; nl. ontroostelijk; n. utrøstelig; schwed. otröstlig. vgl.untröstbar, misztröstig. ohne umlaut untrostlich der ew. weisheit betb. (1518) 90b; korrespondenz Moritz v. Sachsen 1, 599; Frisius 709a; Dentzler (1716) 332a; veraltet. für inconsolabel Kinderling, Campe; Voigt. vgl.ungetrost, -tröstet. a) activ. α) schaden (vgl.untrost d) bringend, schädlich: so sollt es auch e. l. nach gelegenheit aller umstende nicht untrostlich sein, und mochten dadurch dise stifte lenger bei dem hause bleiben (1543) korrespondenz Moritz v. Sachsen 1, 599; Pithagoras sagt, man soll die bonen nit essen, dann man finde untrOestliche und traurige buchstaben an irer blet Herr feldbau (1551) 50b. veraltet. β) u. das nicht trost gibt Hulsius-Ravellus (1616) 383a: und dieser menschenlehre nun, die in sich widersprechend, u. ... sei, setzt man das ewige gotteswort entgegen Ranke s. w. 2, 65; das buch sol handtwercksleuten nicht u. sein P. Rebhuhn klag d. armen mannes (1540) 4. Heynatz antibarb. 2, 538 tadelt eine untröstliche nachricht, beschreibung. in der schwächeren bed. unerfreulich, unergiebig, trübselig u. dgl. ist u. Göthes eulogismus willkommen: untröstliches militarisch politisches gespräch III 5, 64 W.; rauchende stellen untröstlichen anblicks I 33, 298 W.; endlich fühlt er sich gedrungen, in die alleinigkeitslehre zu flüchten, wodurch so viel gewonnen als verloren wird, und zuletzt das so tröstliche als untröstliche zero übrig bleibt 7, 69 W.; diese wanderschaft däuchte mich sehr u. IV 40, 5 W.; I 41, 2, 98 W.; dasz ich mich freue, wenn ich zurückkomme und das untröstliche vergesse, das ich hier (vor Mainz 1793) täglich und stündlich sehen musz IV 10, 80 W.; das untröstliche ..., das durch den gröszten theil des buches (Kants anthropologie) herrscht IV 13, 347 W.; ich habe von jeher alle zahlensymbolik ... als etwas gestaltloses und untröstliches gemieden und geflohen IV 23, 197 W.; der anfang fiel mir diesmal als eine untröstliche wiederholung schwerer G. Keller 3, 57; zum geflügelten wort geworden (Büchmann [1910] 234) ist Uhlands vers: untröstlich ists noch allerwärts (im politischen leben) gedichte (1864) 93 (am 18. oktober 1816); noch nach dreiszig jahren würde es jener geist, von dem Uhland sang, wenn er herniederstiege, allerwärts u. finden Gervinus gesch. d. d. dicht. (1853) 5, 617; die rücksiedelung nach Deutschland, ein ding, vor dem ich mich halb fürchte, denn u. ists noch allerwärts Ruge briefw. 2, 328 Nerrlich. trostlos wäre viel stärker. b) passiv, untröstbar b entsprechend. α) von personen. nicht leicht oder kaum zu trösten, für trost unempfänglich, keinen trost annehmend; omni solatio carens Wiederhold (1669) 394a; inconsolabel Kinderling, Campe. die person umschreibend: dyn ellendes hertz was von allen menschen untrostlich der ew. weisheit betb. (1518) 90b (H. Seuse d. schr. 321, 8 B.); mein verwöhnter, untröstlicher sinn Hölderlin 2, 129 L.; du siehest ihn (den tag), empfindest schon den holden schimmer, und wolltest dennoch immer untröstlich seyn? Zimmermann bei Weichmann poesie d. Niedersachsen 6, 183; aber B., warum hörst du noch nicht auf, dich so u. zu bezeigen? Lessing 2, 345 M.; C. stellt sich u. über den zorn der wittwe 3, 258 M.; die geschichte einer untröstlichen mutter, deren kind im see ertrunken sei Göthe 23, 275 W.; untröstliche gattin J. J. Engel 2, 160, witwe u. s. w.; F. wuszte wohl, wie u. ein liebendes mädchen ist Eichendorf 2, 124; am untröstlichsten ist aber ohm P. Auerbach 4, 69; untröstlicher wittwer Ebner-Eschenbach 4, 199; den untröstlichen Scherer kl. schr. 1, 64. oft conventionell abgeschwächt: sie waren gestern u., als ich von der zwiebelsuppe nicht asz Göthe IV 8, 39 W.; Tasso 2340; I 3, 266 W.; Schiller 14, 204 G.; er würde u. seyn und bis an die ohren erröthen, wenn man ihm sagte, er spreche französisch wie die bauern von Auvergne E. M. Arndt (1845) 1, 425; ich bin u., wenn ihr recht habt Laube 2, 12; Polenz Grabenhäger 1, 134. β) von nichtpersönlichem wie lat. maeror inconsolabilis: ein jAemerlich, untrOestlich klagen Fickler v. Weyl Olai magni hist. (1567) 125; meinem unglaublichen und schier untrOestlichen schmertzen St. Hosius (1591) 334; wehmuth, gram u. s. w. Gottsched das neueste 5, 284; Schopenhauer 2, 550 Gr. c) adverbial, doch meist kaum vom prädicativum zu scheiden. im geistlichen sinne: wenn der mensch darinn (im leiden) untrOestlich steet ..., so kompt denn Jhesus Tauler serm. (1508) 31b; kam ihnen in ihrer höchsten not und sorg nicht untrostlicher zu hilf als vor zeiten Camillus den Römern Stumpf Schweizerchron. 590a; untröstlich ächzte sie: sie sind, sie sind nicht mehr Herder 26, 338 S.; sie that dabey so wehmütig und u. Klinger 3, 89; die mutter stand u. daneben Immermann 5, 83 H.; untröstlichbetrübt Hermes Sophiens reise 5, 211. dazu untröstlichkeit, f.: ihr, die ihr bey kleinigkeiten oder beym gütigen geschick in unmuth und u. (vgl.untrost) verfallt portraits (1779) 191; Häuszer d. gesch. 3, 208. —
5151 Zeichen · 133 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Untröstlich

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Untröstlich , -er, -ste, adj. et adv. der Gegensatz von tröstlich, doch nur in der veralteten Bedeutung des Trostes fähi…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    untröstlich

    Goethe-Wörterbuch

    untröstlich [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. modern
    Dialekt
    untröstlichAdj.

    Pfälzisches Wb.

    un-tröstlich Adj. : 'nicht zu trösten, sehr betrübt', -treeschtlich [vereinzelt]. Sie is (ganz) u. [ LU-Opp , vereinzelt…

  4. Spezial
    untröstlich

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    un|tröst|lich adj. che ne vá nia da consolé, inconsolabl (-i, -a), sconsolé (-lá, -lada), sconforté (-tá, -tada).

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Wortbildung

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Ableitung von untroestlich 3 Analysen

un- + troestlich

untroestlich leitet sich vom Lemma troestlich ab mit Präfix un-.

Alternativen: un-+trost+-lich untrost+-lich

Keine Komposita gefunden — untroestlich kommt in keinem anderen Lemma als Erst- oder Zweitglied vor.

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Cotta, M. (2026). „untroestlich". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 9. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/untroestlich/dwb
MLA
Cotta, Marcel. „untroestlich". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/untroestlich/dwb. Abgerufen 9. May 2026.
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Cotta, Marcel. „untroestlich". lautwandel.de. Zugegriffen 9. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/untroestlich/dwb.
BibTeX
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