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unschwer

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

unschwer adj. adv.

Bd. 24, Sp. 1357
unschwer, adj. adv. , gth. v. schwer (mundartlich auch 'sehr schwer', un IV D 2). ohne zusammenhang mit g. unsvêrs ἄτιμος in der geschäftsspr. des 16. jhs. (leve leicht, unschwär, unbürdlich Schöpper synonyma g 7c) gebildet, den mundarten fremd, für dichterische sprache wenig geeignet; von Adelung und Heynatz aus der besseren schriftspr. verbannt, doch in manchen der geschäftsspr. entstammenden verbindungen noch heute üblich. vgl. ohnschwer th. 7, 1205, unbeschwer(t), -schwerlich, -schwersam. 11) adj., fast nur im prädicat. mit abhängigem inf.: wann nun dis quindtlin diser 3 naturlichen gewicht verfertigt, würdt es ferner u. sein, auch einem jeglichen sein untz zuzueignen Parac. chirurg. 740a; A. Gryphius trauersp. 107, 162 P.; Lohenstein Arm. 1, 16a; dem h. S. ... scheinet es eben so nützlich als u. ... zu vertauschen Gerstenberg literaturbr. 52, 17 ndr.; unschwer ist es klugem manne, schimpf und ernst zu unterscheiden F. W. Weber Dreizehnlinden 317. selten u. veraltet attributiv: auszwendig zu lernen unschwere melodeien J. Thomasius aufzeichnungen 16; aus gemahlten und zu spalten unschweren bretern Lohenstein Arm. 2, 1186b. u. fallen: wie zu erweisen u. fallen solte A. Gryphius trauersp. 14, 162 P.; Prätorius winterflucht b bb; A. U. v. Braunschweig Octavia 1, 158; Butschky Pathmos 492; graf J. soll nicht glauben, wenn es ihm so u. fällt, uns zu verlassen, dasz wir ihn eben so leicht missen Bauernfeld 2, 146. soll böses böse seyn, hats dennoch diese güte, dasz es dem leibe leicht und unschwer dem gemüte, dasz es gefällig sey Logau 634, 150 E. 22) adv.: möcht sich dieser solcher begerten restitution u. erwehren können J. Ayrer processus juris 1, 11; aus welchen u. folget Dannhawer catechismusmilch 1, 141; solches unschwehr ihme verwilliget worden Abr. a St. Clara Judas 3, 448; u. abzunehmen Ensz fama Austriaca 413b, zu ersehen Königsb. dichterkreis 34 ndr., zu errathen Ebner-Eschenbach 3, 340 ('hieraus läszt [] sich u. errathen gehört zur kanzleischreibart' Heynatz antibarb. 2, 528), zu überblicken G. Hauptmann bahnwärter Thiel 9 u. s. w.; u. erachten, ermessen, erkennen u. dgl. Simpl. 1, 468, 17 Keller; Chemnitz 2, 6; Treitschke aufsätze 1, 200. obgleich ihnen ... u. zu helfen Leibniz d. schr. 2, 157; u. zu tragen J. Möser 1, 162; Mörike 1, 78; u. von seinen gedanken abbringen G. Keller 3, 127; das wirtshaus war u. zu finden Ebner-Eschenbach 4, 217, war u. aufgefunden Storm 1, 278. u. stranden Lohenstein Agrippina (1701) 42, fortkommen Mascou gesch. der Teutschen 1, 89, seine fassung verlieren M. Meyr a. d. Ries 2, 267. comparativ: Alex. Volck vertheidig. 42; Herder 23, 370. 33) als höflichkeitsformel ('in der höflichkeit des groszen haufens' Adelung; 'in schlechten gevatterbriefen' Heynatz) = unbeschwer, unbeschwert 4 (s. d.); vgl. mhd. âne swære: wird also ieder gesellschafter ... gebeten ... denselben (irrtum) entweder mir oder dem itzigen hn. ertzschreinhalter u. zu eröffnen Neumark palmbaum (1668) 41; Menantes neue briefe (1723) 304; Lessing 18, 269; Hippel 10, 65; Göthe IV 28, 54 W.; IV 36, 155 W.; IV 39, 158 W.; geben sie mir es u. her Adelung; dafür gern ohnschwer (s. d.): Grimmelshausen 4, 54, 8 Keller; Melissus Salinde 239; Casseler zeitung 1731, 216; Göthe IV 31, 83 W.; IV 32, 92 W.; sogar: bitte mir ohnschwere antwort aus Göthe IV 11, 115 W.; Göthejahrb. 13, 110. —
3398 Zeichen · 120 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Unschwêr

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Unschwêr , adverb. 1. Nicht schwer, leicht; eine in der edlern Schreibart der Hochdeutschen veraltete Bedeutung, welche …

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    unschwer

    Goethe-Wörterbuch

    unschwer [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. Spezial
    unschwer

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    un|schwer I adj. nia ri, saurí (-risc, -rida) II adv. saurí. ▬ das ist unschwer zu erraten al n’é nia ri da stomé.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit unschwer

2 Bildungen · 2 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von unschwer

un- + schwer

unschwer leitet sich vom Lemma schwer ab mit Präfix un-.

unschwer‑ als Erstglied (2 von 2)

unschwerheit

DWB

unschwer·heit

unschwerheit , f. , gth. von schwerheit 1 b: Greiffenberg 12 andächtige betrachtungen (1678) 168. —

unschwerlich

DWB

unschwer·lich

unschwerlich , adv. , gth. v. schwerlich 1 g γ : Hohberg Proserpina 8 b ; Ottobert s 7 b . veraltet. —