unschwer,
adj. adv. ,
gth. v. schwer (
mundartlich auch '
sehr schwer', un IV D 2).
ohne zusammenhang mit g. unsvêrs
ἄτιμος in der geschäftsspr. des 16.
jhs. (
leve leicht, unschwär, unbürdlich Schöpper
synonyma g 7
c)
gebildet, den mundarten fremd, für dichterische sprache wenig geeignet; von Adelung
und Heynatz
aus der besseren schriftspr. verbannt, doch in manchen der geschäftsspr. entstammenden verbindungen noch heute üblich. vgl. ohnschwer
th. 7, 1205, unbeschwer(t), -schwerlich, -schwersam. 11)
adj., fast nur im prädicat. mit abhängigem inf.: wann nun dis quindtlin diser 3 naturlichen gewicht verfertigt, würdt es ferner u. sein, auch einem jeglichen sein untz zuzueignen Parac.
chirurg. 740
a; A. Gryphius
trauersp. 107, 162
P.; Lohenstein
Arm. 1, 16
a; dem h. S. ... scheinet es eben so nützlich als u. ... zu vertauschen Gerstenberg
literaturbr. 52, 17
ndr.; unschwer ist es klugem manne, schimpf und ernst zu unterscheiden
F. W. Weber
Dreizehnlinden 317.
selten u. veraltet attributiv: auszwendig zu lernen unschwere melodeien J. Thomasius
aufzeichnungen 16; aus gemahlten und zu spalten unschweren bretern Lohenstein
Arm. 2, 1186
b. u. fallen: wie zu erweisen u. fallen solte A. Gryphius
trauersp. 14, 162
P.; Prätorius
winterflucht b b
b; A. U. v. Braunschweig
Octavia 1, 158; Butschky
Pathmos 492; graf J. soll nicht glauben, wenn es ihm so u. fällt, uns zu verlassen, dasz wir ihn eben so leicht missen Bauernfeld 2, 146. soll böses böse seyn, hats dennoch diese güte, dasz es dem leibe leicht und unschwer dem gemüte, dasz es gefällig sey Logau 634, 150
E. 22)
adv.: möcht sich dieser solcher begerten restitution u. erwehren können J. Ayrer
processus juris 1, 11; aus welchen u. folget Dannhawer
catechismusmilch 1, 141; solches unschwehr ihme verwilliget worden Abr. a St. Clara
Judas 3, 448; u. abzunehmen Ensz
fama Austriaca 413
b, zu ersehen
Königsb. dichterkreis 34
ndr., zu errathen Ebner-Eschenbach 3, 340 ('hieraus läszt
[] sich u. errathen
gehört zur kanzleischreibart' Heynatz
antibarb. 2, 528), zu überblicken G. Hauptmann
bahnwärter Thiel 9
u. s. w.; u. erachten, ermessen, erkennen
u. dgl. Simpl. 1, 468, 17
Keller; Chemnitz 2, 6; Treitschke
aufsätze 1, 200. obgleich ihnen ... u. zu helfen Leibniz
d. schr. 2, 157; u. zu tragen J. Möser 1, 162; Mörike 1, 78; u. von seinen gedanken abbringen G. Keller 3, 127; das wirtshaus war u. zu finden Ebner-Eschenbach 4, 217, war u. aufgefunden Storm 1, 278. u. stranden Lohenstein
Agrippina (1701) 42, fortkommen Mascou
gesch. der Teutschen 1, 89, seine fassung verlieren
M. Meyr
a. d. Ries 2, 267.
comparativ: Alex. Volck
vertheidig. 42; Herder 23, 370. 33)
als höflichkeitsformel ('
in der höflichkeit des groszen haufens' Adelung; '
in schlechten gevatterbriefen' Heynatz) = unbeschwer, unbeschwert 4 (
s. d.)
; vgl. mhd. âne swære: wird also ieder gesellschafter ... gebeten ... denselben (
irrtum) entweder mir oder dem itzigen hn. ertzschreinhalter u. zu eröffnen Neumark
palmbaum (1668) 41; Menantes
neue briefe (1723) 304; Lessing 18, 269; Hippel 10, 65; Göthe IV 28, 54
W.; IV 36, 155
W.; IV 39, 158
W.; geben sie mir es u. her Adelung;
dafür gern ohnschwer (
s. d.): Grimmelshausen 4, 54, 8
Keller; Melissus
Salinde 239;
Casseler zeitung 1731, 216; Göthe IV 31, 83
W.; IV 32, 92
W.; sogar: bitte mir ohnschwere antwort aus Göthe IV 11, 115
W.; Göthejahrb. 13, 110. —