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ungestraft

nhd. bis sprichw. · 4 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

ungestraft part.-adj. adv.

Bd. 24, Sp. 876
ungestraft, part.-adj. adv. zu strafen. mhd. mnd. ungestrâfet; mnl. nl. ongestraft; n. ustraffet; schwed. ostraffad, Söderwall 2, 182a; lux. 316a. vgl.unbestraft, straflos, straffrei. für impune Campe verd. (1813) 368b. zur darstellung der verbalen verbindungen (u. bleiben, lassen, hingehen lassen, davonkommen u. s. w.) in den verschiedenen bed. des verbums (s.strafen) fehlt hier der raum. act.: unrecht ... ungestrAvffet (ohne es zu strafen) lyden N. v. Wyle transl. 213, 4 K.; Antinoe, dein wort u. sag ich Schaidenreiszer Od. 73b; Amadis 1, 181 K.; glaubt ihr denn, dasz dieses (sündigen) der allmächtige werde ungestrafft übersehen? Abr. a S. Clara etwas f. alle 2, 117; schande genug für ein publikum, das sich schändlichkeiten dieser art u. erzählen läszt! Hauff 3, 214, 23; warum läszt du dich von dem kerl da u. verhöhnen! Schnitzler kakadu 104. straffrei, -los: auch kündt ir in verdammen nicht, weil das hofgesind und ritterschaft urtheilt in quitlosz ungestraft Sachs 12, 420, 23 K.; der dieb ... konnte u. getödtet werden Eichhorn rechtsg. 1, 212; wonach bey öffentlichen auctionen die heimlichen mängel u. (ohne rechtsnachtheil) mit in den kauf gehen Thibaut civ. abh. 1814, 438; das nicht leicht u. verletzte provocationsrecht Mommsen r. g. 2, 220; eyne frey ungestraffte boszheyt Luther 18, 389, 8 W.; mit ungestraftem fusz Rückert 1, 20; wie impunius um es ungestrafter zu thun Schmidt gesch. d. Deutschen 1, 145; am ungestraftesten impunissime; u. macht lasterhaft Wander 4, 1435. unsträflich: ein reyn ungestraffet conscientz betb. (1518) 17a; Suso d. schr. 225, 18 B.; dorumb es gezimpt dem bischoff ze sein ungestrafft erste d. bib. 2, 214, 31 var.; veraltet. gern in dem erweiterten sinne des lat. impune, fr. impunement 'ohne nachtheilige folgen, schaden, störung, rückschlag, reue, gefahr; sicher, unbedenklich' u. dgl. (schon alt, s. mnl. wb. 5, 703; er mocht sünden ungestrauffet, er wolt nicht Steinhöwel sp. m. leb. 3a; doch erst im 18. jh. nach dem fr. reicher entwickelt): leute von vornehmem stande haben ... das vorrecht, dasz sie u. (ohne dasz mans ihnen übel nimmt, es auffallend findet oder es sie entgelten läszt) ein wenig dumm seyn dörfen Zimmermann nationalst. 172; nicht u. (ohne schaden der langweile) durchblättern litbr. 12 (1761) 297; ungestraft darf niemand weise seyn Cronegk 2, 101; die eilf bände asiatic researches sind ein abgrund, in den man sich nicht u. hineinstürzt Göthe IV 27, 21 W.; die Holländer ... bildeten sich ein, man lebe eben so u. im sumpfe unter der heiszen zone als in der kühlen und kalten IV 42, 72 W.; es wandelt (wandeln in der fremde 'leben' th. 13, 1605. 1596) niemand u. (ohne dasz der sinn für unsere ruhige, reine bildung beeinträchtigt wird) unter palmen u. s. w. 20, 292, 15 W. (wahlverw. 2, 7) s. th. 13, 1605 (das geflügelte wort löst den zusammenhang auf, läszt die fortsetzung weg und deutet wandeln und unter palmen wandeln ins allgemeine um, indem etwa der sinn 'sich im bereich des ideals bewegen' untergelegt wird; s. Büchmann 163 und D. F. Strausz th. 13, 1605); hunger, durst ... sind feinde, denen kein held u. lange trotzt Fr. L. Jahn 1, 298; ergetzlichkeiten, die sie jetzt u. hatten Immermann 1, 77; ein so tief wurzelndes bedürfnisz läszt sich nicht u. hintansetzen Savigny beruf 148; es war nicht recht von mir ... ein stündchen u. bei einem sitzen zu wollen, den ich so gern habe Keller 7, 77. einen ungestraften (gefahrlosen, unbehelligten) rückzug 4, 17. dazu ungestraftheit, f., mnl. ongestraftheyt impunité, impunität: die u. Voigt geschäftsf. (1807) 2, 19. 'in den meisten fällen besser die unbestraftheit' Campe verd. (1813) 368b; doch machen wir heute die sp. 371 erwähnte unterscheidung von unbestraft und ungestraft. vgl. straflosigkeit, -freiheit: ich habe einen frevel der u. entrissen Unger d. heimliche gericht (1790) 148; besonders sieht man das auf den krongütern, wo sie in der hoffnung mehrerer u. ihrer natürlichen wildheit den zügel schissen lassen G. Merkel d. Letten (1797) 253; Kant rechtsl. 236; ich meine ungestraftheit und gewinn statt zücht'gung und verlust Raupach dram. w. e. g. 10, 10; die u. der todtschläger A. Ruge br. 2, 73. unüblich blieb die verwendung für exemtion, den befreiten gerichtsstand (Schmidt gesch. d. Deutschen 5, 74) und zügellosigkeit (die ausgelassenheit und u. dieser kriege Bode Mont. 1, 310). —
4422 Zeichen · 148 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Ungestraftadj, adv

    Campe (1807–1813) · +1 Parallelbeleg

    Ungestraft , adj . u. adv . nicht gestraft. — nicht ungestraft sei solches — Voß. Davon die Ungestraftheit .

  2. modern
    Dialekt
    ungestraft

    Mecklenburgisches Wb.

    ungestraft a. Spr. nicht getadelt: 'ener scrift, de vochlik were unde dar wy ok unghestraffet umme bleven' (1394) UB. 22…

  3. Sprichwörter
    Ungestraft

    Wander (Sprichwörter)

    Ungestraft 1. Ungestraft macht lasterhaft. 2. Wer ungestraft bleibt, geniesst seiner Uebelthat. 3. Wer wil ungestrafft s…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit ungestraft

1 Bildungen · 1 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von ungestraft 2 Komponenten

ung+es+traft

ungestraft setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

ungestraft‑ als Erstglied (1 von 1)

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APA
Cotta, M. (2026). „ungestraft". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/ungestraft/dwb?formid=U07480
MLA
Cotta, Marcel. „ungestraft". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/ungestraft/dwb?formid=U07480. Abgerufen 12. May 2026.
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Cotta, Marcel. „ungestraft". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/ungestraft/dwb?formid=U07480.
BibTeX
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