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unbeholfen

mhd. bis spez. · 12 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
12 in 12 Wb.
Sprachstufen
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

unbeholfen part.-adj. adv.

Bd. 24, Sp. 295
unbeholfen, part.-adj. adv. , gegentheil des seltenern, von Göthe gebrauchten, wahrscheinlich durch rückbildung gewonnenen adj. (wohl) beholfen, in der hauptbedeutung unbehilflich gleich. vor plump, ungeschickt u. s. w. hat unbeholfen die milde des tadels voraus (vgl.: Törrings prosa ist knorrig, zuweilen plump, immer unbeholfen Hebbel br. 4, 347), vor unbehilflich die leichtere, bequemere form; da beholfen nicht durchgedrungen und die bestimmungen mit genitiv oder präpos. beim unabhängigen gebrauch des adj. unbeholfen weggefallen sind, eignete sich das isolierte wort zu ausschlieszlicher aufnahme des begriffs unbehilflich 1. ältere verbale constructionen: da bis dir selben inne unbehulfen Suso 163, 17 Bihlmeyer; dem wirt .. von got .. unbeholffen Tauler serm. clxviiia; so ist doch der sach damit unbeholfen Paumgartner br. 203; persönlich constr. unbeholfen Pertz bei Heyne 3, 1144; unbeholffen das (obgleich, ohne dasz es hilft, sich festzubinden) sie sich mit seylern an das schiff binden Fischart ehzuchtb. 259, 30 Hauffen; Staub-Tobler 2, 1195. das rein adjectivische unbeholfen, seiner unverstandenen bildung (Grimm gr. 2, 69 ff.; Wilmanns gr. 2, 505; nl. wb. 10, 962) wegen von der rationalistischen sprachkritik verfolgt, die es als niedrig und mundartlich auszumerzen suchte (Heynatz 1, 218; Adelung 1, 817; Campe 5, 128a), ist schon am ausgang der mhd. periode vorhanden (Tauler), wird von Dannhawer, Sophie Charlotte v. Orleans und Kramer (1700) 1, 663a bezeugt und gewinnt trotz allen widerspruchs, gefestigt durch guten gebrauch unsrer classiker, uneingeschränkte verdiente geltung. nl. onbeholpen wb. 10, 961; mnd. unbehulpen nicht behilflich; Bauer-Collitz 107b; onbehollefen lux. wb. 313b; unbeholpen Dähnert 504b; Woeste 280b; pòlfṃ Gerbet 179, § 205, 2; martin-Lienhart 1, 326; Schmidt westerw. 281. Frisch, Adelung lassen es aus. 11) von personen und persönlichem mit bezug auf körperliche und geistige eigenschaften: da ain alter krancker unbeholfen mensch wAer, dem sol man entgegen lauffen Tauler serm. cxxb; ein unbeholfener mensch Kramer (1700) 1, 663a; auszer stande sich zu regen, eine folge der fettigkeit, gemächlich, grob, ungefällig Schmidt west. 281; das fuszvolk war .. zu unbeholfen, sich mit einem reuter in ein gefecht einzulassen gesch. d. Deutschen 1, 501; einen unbeholfenen aufwärter Lichtenberg nachl. 157, 29; da ich ein hölzern bein habe, das mich ein wenig unbeholfen macht Göthe 13, 235, 6; der blinde unbeholfene kolosz Schiller 3, 54; ich bin zu so etwas sehr unbeholfen Schleiermacher leben 1, 274; den .. unbeholfenen Deutschen J. Grimm kl. schr. 1, 62; er scheint etwas unbeholfen im ausdruck W. Grimm an Jacob br. 224; der unbeholfenen annalisten Mommsen r. gesch. 2, 456. 22) von gegenständen und begriffen; unbeholpen von sachen, die sich nicht gut handhaben lassen Woeste 280b; von zu dickem tuch Martin-Lienhart 1, 326: so bekommt die anordnung der theile ein gezwungenes und unbeholfenes ansehn Ramler einl. 3, 233; das unbeholfene ding litt.-br. 17, 118; der unbeholfene zustand der wiederkäuer Göthe II 8, 247, 10 Weim.; anstand gespr. 1, 24; so fällt vom sturm mit unbeholfenem gewichte ein alter thurm Lenz ged. 85 Weinhold; unbeholfene gewänder Heine 5, 225; aus dem unbeholfenen druck des Engelhart liesz sich .. das ursprüngliche gedicht genau herstellen J. Grimm kl. schr. 7, 306; aus der unbeholfenen und weitschweifigen art Schopenhauer 1, 88; züge (der schrift) H. Schmid gesch. aus Bayern 198; verbeugung Raabe hungerpastor 1, 169. adv.: überall geht es gleich steif und unbeholfen zu Forster 3, 376; unbeholfener weise Kerner bilderb. 24. steigerung: grosze ungeheure menschliche cörper, je gröszer unbeholffener sie sind, je schwächer Dannhawer catech. 5, 253; wen er wegen dicke nicht reiszen kan, musz er unbeholffener sein alsz ich Elisabeth Charlotte von Orleans br. 1, 104; nur die grössten und unbeholfensten (seelöwen) blieben liegen Forster 2, 392. subst.: das unbeholfene (vgl. unheholfenheit) J. Grimm kl. schr. 4, 6; während unbeholfne seufzen Platen 1, 640. —
4119 Zeichen · 81 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    unbeholfenpartic. adj.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +3 Parallelbelege

    unbeholfen partic. adj. dîner ougen werre von im unbeholfen sint deine blindheit wird von ihm nicht geheilt Pass. 357,79…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Unbeholfenadj, adv

    Campe (1807–1813) · +2 Parallelbelege

    Х Unbeholfen , — er, — ste , adj . u. adv . nicht beholfen, sich nicht zu behelfen wissend. Ein unbeholfener Mensch. Seh…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    unbeholfen

    Goethe-Wörterbuch

    unbeholfen [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  4. modern
    Dialekt
    unbeholfen

    Elsässisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    unb e holfe n [ùmpholfə Dü. ; ùmphùlfə K. Z. ; ùphùlfə M. ] Adj. unbeholfen, schwerfällig, e unb e holfener Mann einer,…

  5. Spezial
    unbeholfen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    un|be|hol|fen adj. incomper (-pri, -pra), imbrané (-ná, -nada), malintopé (-pá, -pada), stenté (-tá, -tada), impazé (-zá…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit unbeholfen

3 Bildungen · 3 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von unbeholfen

un- + beholfen

unbeholfen leitet sich vom Lemma beholfen ab mit Präfix un-.

unbeholfen‑ als Erstglied (3 von 3)

unbeholfenheit

DWB

unbeholfen·heit

unbeholfenheit , f. , gegentheil von beholfenheit ( Zschokke ), dasselbe wie unbehilflichkeit; nl. onbeholpenheid wb. 10, 962; onbihelperige…

unbeholfenlīche

KöblerMhd

unbeholfenlīche , Adv. nhd. hilflos Q.: Seuse (1330-1360) (FB unbeholfenlīche) E.: s. unbeholfenlich, līche W.: nhd. DW- L.: Hennig (unbehol…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „unbeholfen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 19. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/unbeholfen/dwb?formid=U05276
MLA
Cotta, Marcel. „unbeholfen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/unbeholfen/dwb?formid=U05276. Abgerufen 19. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „unbeholfen". lautwandel.de. Zugegriffen 19. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/unbeholfen/dwb?formid=U05276.
BibTeX
@misc{lautwandel_unbeholfen_2026,
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