unachtsam,
adj. adv. ,
verneintes achtsam,
mhd. unahtsam Lexer 2, 1750,
auf ahte
wie achten
zu beziehen Wilmanns
gr. 2, 495. b
steht im aus- und inlaut, besonders bair.: unachtsamb, unachtsamben, unachtsambsten Weinhold
bair. gr. § 126;
al. gr. § 155; Schmeller-Frommann 2, 274.
vgl. th. 8, 1725; Wilmanns
gr. 1, § 152. t
fällt aus: unachsam Luther, Weinhold
mhd. gr. § 193; ohnachtsam
th. 7, 1203; Sanders
erg. wb. 3
b;
mnd. unachtsamkeit
zeugt für ein nicht belegtes mnd. unachtsam Lübben-Walther 427
a;
mnl. onachtsam, onachsam, onacsam, onaxam
mnl. wb. 5, 203; Verdam 395
a;
nl. onachtzaam
nl. wb. 1, 899; 'onachtsam
incuriosus, negligens, socors' Kilian; 'onachtsaem
nonchalant, indiligens, iners, negligens, torpens, somnolentus, segnis'
vocab. im mnl. wb. 5, 203; 'vnachtsam
uide vnachtbar' Schönsleder b 1
a; 'unachtsam ...
v. nachlässig, saumselig, faul' Kramer (1678) 1146
a; (1700) 7
b; Dentzler (1716) 321
b; 'unachtsam,
achtlos, liderlich, onachtzaam, achteloos, nalaatig, lors, los .. it. onbedachtsam' Kramer (1719) 2, 223
b; '
dissolut, lat. dissolute, liederlich, unachtsam' Apinus
glossar. novum (1728) 186; '
negligent, .. unachtsam,
unfleiszig' Belemnon (1728) 116; Steinbach 1, 5; Frisch 1, 8
a; 'unachtsam ..
mangel der acht d. i. der aufmerksamkeit an den tag legend und darin gegründet, als der gegensatz des nicht so gebräuchlichen achtsam' Adelung 4, 829; Heynatz
antibarb. 1, 69. 2, 511;
inconsiderat unachtsam Kinderling
reinigkeit d. deutsch. spr. 230;
negligent nachläszig, unachtsam Campe
verd. wb. 433
a;
inattent unaufmerksam unachtsam
eb. 368
b; 'achtsam ...
bezeichnet überhaupt einen, der auf das seine sinne und gedanken richtet, auf das er sie richten soll; eine wärterin z. b., die auf andere dinge achtet, ist eine unachtsame
wärterin' Eberhard-Lyon
14 55.
die ältesten belege entstammen geistlicher prosa. das heutige schriftsprachliche adj. und adv. sind auf die active hauptbedeutung eingeschränkt; unachtsam
hat aber auch wie unachtbar, unachtig, unachtlich
eine voll entwickelte passive bedeutung besessen, die im 17.
jh. für die litteratur abstarb, in der mundart fortlebte. im schweiz. bedeutet es noch heute unbeachtet, unansehnlich Staub-Tobler 1, 81. 11)
in der act. bedeutung achtlos ist unachtsam
schon in der älteren sprache entwickelt und läszt früh die heute gültigen verbindungen erkennen. 1@aa)
construction. ursprünglich mit genitiv: dise sint gottes unachtsam und aller tugentlicher dinge als verre also es got und sin ere anget Tauler
predigten 131, 26; die .. aller gOettlichen ding vnachtsam seind vnd vrsach der sunden geben
sermones (1508) xcv
b; wir menschen nicht so blind und der guoter gottes nicht so berdrssig und unachtsam weren Harsdörffer
frauenzimmergesprechspiele 6 J i vi
a; er find't alsbald ihn, wie er den feind verfehlt: sein altes schwert gehorcht nicht seinem arm; liegt, wo es fällt, unachtsam des befehls
Shakespeare 3, 221 (
Hamlet 2, 2); dasz deines eignen leibs du nicht unachtsam seist Rückert 8, 170; sie gingen hin, unachtsam des betrugs 3, 182;
im mnl. vertritt den gen. auch die präposition van
wb. 5, 202
f. im deutschen bildet sich hauptsächlich die verbindung mit auf
heraus: sie sind gantz unachtsam auff gutte werck tzu thun Luther 10, 1, 654
Weim.; so man vnachtsam ist gesin vff die christenliche lere Eberlin v. Günzburg 1, 29; der man ist oft vnachtsam auf die narung, das weib ist dester fleissiger Fischart
ehzuchtbüchlin 245, 32; Don Pedro gewarnt dafür durch seine mutter und durch den erzbischoff zu Braga, aber unachtsam auf diese warnung Thom. Abbt 2
b, 68; verzeih dasz ich eine zeitlang unachtsam drauf war! Miller
briefwechsel (1778) 2, 204; unachtsam auf den weg Thümmel
reise (1791) 2, 77; sie sind .. immer plump, unfein, unachtsam auf sich und andre Forster 3, 364; unachtsam auf die unwillige Minerva Gervinus
gesch. d. d. dicht. (1853) 5, 445.
mit in: diese drey historien haben eine erinnerung, nemblich: dasz die leuth in jhren sachen biszweilen unachtsam unnd unbedAechtig sein, unnd derselben sich nicht gebrlicher massen annehmen Sandrub
hist. u. poet. kurzweil 43
neudr.; wann einer siehet, dasz sein neben-mensch in der sorge um sein ewiges heyl unachtsam ist Abraham a St. Clara
etwas für alle (1711) 515; so werdet ihr nicht unachtsam seyn in den angelegenheiten der ehre gottes Miller
predigten fürs landvolk 2, 150.
zeugmatisch mit zu,
verursacht durch danebenstehendes unlustig: zum ersten ist unser eigen fleisch, der alte faule sack, der do bald verdrossen, unachtsam und unlüstig wird zu gotteswort und gutem leben Luther 32, 489, 35
Weim. mit indir. fragesatz: und da er (
könig Alphonsus) seine köstliche ring ... abgezogen, gab er sie, unachtsam wer da wer, von sich Kirchhof
wendunmuth 2, 73; 'unachtsam
für unbekümmert
ist ungewöhnlich gesagt: er schlug, unachtsam, wohin
sagen der vorzeit 6, 99' Heynatz
antibarb. 2, 511.
von Campe 5, 119
als landschaftlicher ausdruck bezeichnet. vgl. Storm
unter unachtlich.
mit dasz
und abhängigem satz: seine angestrengten nerven ... reizte er (
Hoffmann) mit wein und nachtarbeiten, unachtsam, dasz ihm ein mäsziges leben ... das zuträglichste war Gervinus
gesch. d. d. dicht. (1853) 5, 662. unachtsamer weise
für unbekümmert, achtlos und unversehens ist auch heute noch möglich, aber ein umständlicher ersatz des adv.: die unberittene reuter ... unachtsamer weise ihre pferde verderben lassen
Simplicissimus 332
Kögel; unachtsamer weise davon zogen Bucholtz
Herkuliskus 21; auf einer reise sah ich, dasz unachtsamer weise ein armes kind in einen see hinunterfiel Ramler
fabellese (1783) 1, 172. 1@bb)
die bedeutung entspricht unachtbar 2 (unachtlich 3);
sie hat auch, wo sie sich dem begriff '
arglos, unbefangen'
nähert, etwas tadelndes; meist '
nachlässig'
bei personen, bei sachen auch '
nutzlos, unverantwortlich'
u. ä. am häufigsten bei personen; in prädicativen verbindungen: es mussen die juden gar sicher und unachtsam gewesen sein, das der prophet so hefftig und mechtig sie schreckt Luther 14, 362
Weim.; werden sie faul und unachtsam 17, 1, 358, 11
Weim.; ita, das (
blatttreffen) mislich ist, sonderlich mit denen die unachtsam 34, 1, 155, 3
Weim.; ewer fleisch, das ... euch allzeit zu ruck zeucht, das jr solt sicher und unachtsam werden und ablassen zu wachen 34, 2, 373, 17
Weim.; ihr kindt straffen lehrn und auffziehen zu Gottes ehrn, nicht rho, unachtsam und ablessig Hans Sachs 1, 209, 15
Keller; dan was für armselige ehe vnd hauszhaltungen weren dise .. wann keyns dem anderen nachgebe, keyns sich nach dem andern mAesigte, sondern weren wild, stOerrig, widerspAenstig, — —, vnachtsam, — — vngezAemt jrer begirden vnd zorns? Fischart
ehzuchtbüchlin 238, 22; wann wir vnachtsamb .. vnauffmercklich sein, alszdann werden wir von den lastern .. schAendlich vberwunden Aegidius Albertinus
zeitkürtzer (1603) 89
b; Claudius war so unachtsam und fast blöde Opitz
op. 1, 4
a; er ist so vnachtsam, dasz mir tAeglich von der heerde ein schaf mangelt Bastel v.
d. Sohle
harnisch aus fleckenland 49; die gewohnheit machet uns .. unachtsam Breitinger
critische dichtkunst 1, 108; die belagerung ... verzog sich in die länge, so dasz die belagerer zuletzt unachtsam und saumselig wurden Schmidt
gesch. der Deutschen 3, 59; er war zerstreut, unachtsam Holtei
erz. schr. 4, 45; und mir bewies, dasz ich nicht nur noch nichts könne, sondern auch lässig und unachtsam sei Keller 2, 26.
attributiv: narren, trotzige, unachtsame leute dienen zum kriege nichts, denn dasz sie schaden thun Luther 19, 650, 17
Weim.; solchen bOesen wrmen odder unachtsamen eltern und eheleuten ist dis bchlin hoch von nOeten zu lesen odder zu hOeren 30, 2, 62
Weim.; darausz sich wol erscheinet, wie mit eynem vnachtsamen feinde die ROemer zuo handeln hetten Carbach
Titi Liuij römische historien 322
r; eyn nichtiger vnd vnachtsamer bauersman pflegt zusagen, das es nicht von nOeten seie Sebiz
feldbau (1579) 371; durch jhne, theils vnachtsamben, theils auch vndanckbaren verwahrlost Guarinonius
grewel der verwüstung 1; als eine vnachtsame harte vntreue stieffmutter Moscherosch
insomnis cura parentum 17
neudr.; wenn der garten einem unachtsamen herrn erblich heimgefallen Butschky
Pathmos 564; und wenn ich auf dem einsamen spaziergange, mitten unter dem lärmenden und unachtsamen pöbel, an deinem grab ... vorüber gehe Abbt 2, 53; will man bei derselben vor den so gewöhnlichen fehltritten unachtsamer schriftsteller sicher seyn Adelung
lehrg. 2, 597; (
die kinder) im überdrusz unachtsam, zerstreut, und ungeschickt, sprachen falsch Göthe 25, 194, 9
Weim.; du bist ein unachtsamer limmel! Hafner
lustspiele (1812) 2, 152; unachtsamer knabe! Nestroy 11, 81.
seltener von sachen und begriffen: on sulchen glauben ist die mildickeit nichts nutz, sondern mehr ein unachtsam vorschuttung des geltis Luther 6, 272
Weim.; da ist nicht geistliche hoffart, noch vnachtsame freyheit Johan Arndt
Thomas a Kempis 38
f.; welchen mangel ich .. mehr der vnachtsamen gewohnheit seiner zeiten, als jhme selbsten zuschreibe Zinkgref
ged. 3
neudr.; er wuoste aber nicht, ob die miszgunst oder das verhAengnss schuld daran wAere, dass man neue und einheimische sachen mit unachtsamen augen bersehe Lohenstein
Arminius (1689) 1, 1389
a; nach der zeit aber hat .. die unachtsame sicherheit der herrscher .. den so festen ancker der kOeniglichen hoheit in andere hAende kommen lassen 1, 970
a; dan als ich newlich nachts allein auf dem feld hin und her spatzierte, wahin Phaebe mit halbem schein meine unachtsame trit führte, .. da fand ich mich an einem ort bald von ihnen allen umbgeben Weckherlin
ged. 1, 192, 11; schäme dich aber du unachtsame Halle, schäme dich in dein hertz
die vernünft. tadlerinnen 2, 26; sogleich zog Balamis die unachtsamen blicke, die schon dem buch entflohn, mit leerer stirn zurücke Zachariä
poet. schr. (1763) 1, 177; ich vergebe deinem jungen blute diess leichtsinnige wohlwollen, diese unachtsame fröhlichkeit Göthe 8, 258, 19
Weim. (
Egmont); wie ein mensch .. vor dem Genfersee nur im unachtsamen traum am ufer .. vorübergeht J. Paul
Titan (1803) 4, 189. 22)
in der, schriftsprachlich seit dem 18.
jh. veralteten, passivischen bedeutung entspricht es unachtbar (unachtlich) 1.
die bedeutung ist durchweg '
gering, unansehnlich, unscheinbar, nicht schätzbar, werthlos'.
verbindungen mit dem dativ wie im mnl. (onaxam alle menschen
wb. 5, 204)
sind nicht belegt; dafür treten präpositionen ein. prädicativ: nichts ist so schlecht und unachtsam, das nit zuo etwas nutz diene und reiche
Pontus (1498)
vorr.; alles, was hoch ist und erhebt bey den leuten, das ist unachtsam und ein grewel bey Gott Luther 1, 268, 19
Weim.; des leb ich gleich allhie auff erdt verhast, unachtsam und unwerdt Hans Sachs 14, 127, 6
Keller-Götze; (
sie) müst sein samb unachtsam elend, kündt verwalten kein regiment 21, 146, 6; zeigt doch an, wie der menschen kind so gering und unachtsam sind 18, 49, 17; wo das heilig evangelium .. von vns vnachtsam gehalten würdet H. von Cronberg 95; Brentius und Caluinus nicht gestehn, das unsere 12 artickel des glaubens von den zwOelfbotten gemacht, demnach auch vnachtsam sein Nas
das antipap. eins vnd hundert 2 lii
b; seind sie ... klein vnd vnachtsamb von person Aeg. Albertinus
zeitkürtzer (1603) 57; das gold wie das eisen vnachtsam seyn wurde, wenn es durch einige kunst mOechte gemacht werden Guarinonius
grewel der verwüstung 38.
attributiv: er (
ein klostermensch) tregt rauhe, vnachtsame claider vnd laszet sich wol bengen mit schlechter speysz Geiler von Keisersberg
pred. 84
b; so soll er doch keinen armen, gebresthaftigen, ellenden oder kranken, vnachtsamen menschen verachten 111
b; also gebeutt got der frawen, sie söl die kinder schwaygen, die zu ziehen und zu baden, sie thut auch ein gutt werck damit, wiewol es ein unachtsam ding ist Luther 10, 3, 376, 37
Weim.; vff den kumpt ein vnachtsamer bur
schweiz. schauspiele 2, 120, 109; nun sein die geringen und unachtsamen menschen (
lat. übers. von 1618 '
parvus et infirmus'
für das eine griech. ἐλάχιστος) verheissung und barmhertzigkeit wol wirdig Ambach
vom zusauffen b 3
b (
Basilius hom. 14
ed. Paris. 1618 1, 488 A, 3, 445
A Migne); nit das sie (
die trunkenheit) ein geringes und unachtsam (
παροφ θῆναι ἀξίου) laster unnd übel seye b 4
b (
Basil. 1, 489 B, 3, 448
A Migne); auch ist manche vnachtsame erden, staub vnd sandt, der viel goldts vnd silberschlich führet Paracelsus 1, 933
c; sondern er muss auch zu zeiten zu alten weyberen, zigeynern, schwartzkünstlern .. vnd dergleichen mehr vnachtsamen leutten in die schul gehen 2, 299
c; wie denn auch viel treffliche .. Römer .. so von gantz ... vnachtsamen eltern geboren, zu den höchsten ehrn ... erhebt worden seind
Amadis 1, 51; so dise vögel (
eine schwalbenart) schlaffen wöllen, hencken sie sich mit jren kleinen vnachtsamen füszlin an die bäume oder felsen Heyden
Plinius (1584) 369; wiewol der wermuth ein unachtsam, gemein und jedermenniglich bekannt kraut ist Tabernaemontanus (1588) 1; alles das was wir handlen, ist gleich einem traum, zwar nicht eines unachtsamen und eitlen, doch einem traum Schupp (1663) 748; liebreich und hochfahrt losz, mit unachtsamer art, doch höflich und hassfrey war sie auf dieser fahrt Weckherlin 2, 352, 245
f. noch heute mundartlich: ein unachtsam bürstli
ein unansehnliches bürschchen, ein unachtsames büechli
ein wenig bekánntes oder beachtetes büchlein Staub-Tobler 1, 81. 33)
substantiviert: ob schon die wort ... schlecht und einfeltig sind bey den verblenten, verstockten und unachtsamen Luther 28, 222, 15
Weim.; der unachtsam obscurus (
als person im weltspiegel auftretend)
schweiz. schauspiele 2, 182, 1825. 184; o du blinder vnd vnachtsamer, der du deine glieder, leib vnd seel, so blindt machest, als du bist
Faust volksbuch 111, 208
neudr.; es fället der unachtsame wol öffter, als welcher die tritt gleichsam zählet Abele
gerichtshändel 233; unachtsam hat leichten muth Wander 4, 1419; du wirst doch zugeben, dasz dem unachtsamen manches miszlingt Tieck
schriften 5, 43. 44)
steigerungsformen. comparativ: die magt .., die da glaubt den hauptman greylich zesein, der doch sonst verzagt was, da mit er nachmals dester spOettlicher vnd vnachtsamer geachtet werd Boltz
Terenz deutsch (1539) 45
b (
Eunuchi 4, 1
vorbemerkung); je ferner ein ding ist, je schlechter vnd vnachtsamer ist es Paracelsus
op. 1, 927
c.
superlativ: die gröszesten wunderwerk gottes werden in den aller kleinesten und unachtsamesten creaturen und dingen gesehen Luther
tischr. 2, 6; die solten viel mehr alle seiten gegen mittag so viel müglich spörren oder die vnachtsamsten zimmer vnd gemacher gegen selbiger himmelsstell hinrichten Guarinonius
grewel der verwüstung 410; ich dachte auch, wie weiszlich ein mensch thue, der sich ... alle welt zu freund mache, dann offt der vnachtsambste dem allergrösten kan schaden bringen Moscherosch (1666) 2, 586; (
weiber) welche in ihrem anzuge alsdann am unachtsamsten sind, wenn sie niemanden als ihre männer um sich haben Rabener 213. 55)
das adv. steht überwiegend im activischen sinne, selten scheinbar passivisch, aber auch dann in der bedeutung 1: last euch meine sache ym besten und nach gottes willen befolhen sein, gehet nicht unachsam odder unberadtgeschlagt da mit umb Luther 23, 471, 6
Weim.; wie vil all jr lebtag vnachtsam für vnd für gond Eberlin v. Günzburg 2, 141
neudr.; wa es vnachtsam zuogehe Nas
das antipap. eins vnd hundert 2, 215
a; vnachtsam yn den wyndt geslagen Rotmann
restitution 93
neudr.; darzu al haiden uonbedachtsam, di an got ni denken uonachtsam Schede
psalmen 36, 18
neudr.; an ein eck oder mauer vnachtsam anfehrt Guarinonius
grewel der verwüstung 185; sie hAett ihr auffgelOestes haubt unachtsam auff dem arme liegen [Stieler]
geharnschte Venus 117, 4; stellt endlich enge zeit und überdrusz dem spiel — weil alles doch ein end' — ein unverhofftes ziel: so wird der blätter meng' unachtsam hingeschmissen Gryphius
ged. (1698) 2, 508; ihr anzug ausgesucht, und dennoch ungezwungen, wodurch sie allemal nicht weniger entzückt, unachtsam angekleidt, als sorgsam ausgeschmückt Koenig
ged. 328; der mohr erstaunet, wenn er sieht, was Sachsens bothen dort verlangen: was er ganz unachtsam bisher vorbey gegangen, erwecket itzo sein gemüth Gottsched
ged. (1751) 33; dort lässt ein schäfer seine glieder auf schlechtes moos unachtsam nieder Cronegk 2, 199; nur von dem himmel gesehn, schlieszt so im einsamen thale die junge sittsame rose sich auf. unachtsam eilet vor ihr der städter flüchtig vorüber, der nur die rosen der gärten bemerkt Giseke 177; zufrieden meistens müssen wir und froh noch sein, wenn ihr auf euern ernsten gängen uns nicht zertretet unachtsam und roh Rückert 3, 108.
nur scheinbar passivisch: (
bekannte gegenstände erwecken) in ihrer nacketen vorstellung weder aufmerksamkeit noch verwunderung .., sondern (
werden) gantz unachtsam und kaltsinnig vorbeygegangen Breitinger
critische dichtkunst 1, 298; nein, der tag soll nicht versinken, unachtsam und unbemerkt, sehnsuchtsvoll die wälder trinken aus dem strahlenmeer gestärkt Arnim 22, 65.