lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

Tummeln

nhd. bis sprichw. · 11 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
Anchors
13 in 11 Wb.
Sprachstufen
4 von 16
Verweise rein
21
Verweise raus
27

Eintrag · Adelung (1793–1801)

Tummeln

Bd. 4, Sp. 720
Tummeln, verb. regul. welches eine Nachahmung eines heftigen dumpfigen und ungestümen Lautes ist, und daher in mehrern, dem Anscheine nach sehr verschiedenen Fällen gebraucht wird. Es ist in doppelter Gestalt üblich. I. Als ein Neutrum mit dem Hülfsworte haben. 1. * Im Gehen mit schwerem Kopfe von einer Seite zur andern wanken, als ein Intensivum von taumeln; in welcher Bedeutung es aber im Hochdeutschen fremd und nur in einigen gemeinen Mundarten gangbar ist. Nieders. tümeln, Engl. to tumble, Schwed. tumla. 2. * Einen Lärm, Getümmel verursachen. Und sind von dannen heraufgezogen mit Freuden, daß die Stadt tummelt, 1 Kön. 1, 45. Was tummelt und weinet ihr? Das Kind ist nicht gestorben, Marc. 5, 39. Auch in dieser Bedeutung ist es im Hochdeutschen veraltet, indessen stammen Getümmel und Tumult von derselben ab. II. Als ein Activum, sowohl taumeln machen, als auch mit einem Getümmel heftig bewegen, doch nur noch in einigen besondern Fällen. 1. Jemanden tummeln, ihn sich heftig bewegen machen, besonders um ihn dadurch abzurichten. So tummelt man ein Pferd auf der Reitbahn, wenn man es im Kreise galoppieren lehret; wo doch dieses Wort nur im gemeinen Leben üblich ist, indem die heutige Reitkunst dafür ausländische Kunstwörter angenommen hat. Der Soldat muß getummelt und ausgearbeitet werden. Sich mit jemanden herum tummeln, sowohl sich mit ihm balgen, als andere heftige Bewegungen mit ihm vornehmen. Drum tummle sich im Thal der Posse, Wer sich nicht höher schwingen kann, Gottsch. Der Soldat tummelt sich um die Ehre. 2. Sich tummeln, ist auch so viel wie eilen, eigentlich sich heftig bewegen, seine Bewegungen beschleunigen. Tummle dich! Ich will mich tummeln, so viel ich kann. Tummle dich mit dem Essen, mache, daß das Essen fertig wird. So auch das Tummeln. Anm. Im Nieders. gleichfalls tummeln. Es ist ein intensives Iterativum von einem veralteten tumen oder tumben, von welchem das Französ. tomber, fallen, das Angels. tumban, tanzen, springen, das Griech. θυμος, Wuth, und andere mehr abstammen; woraus denn wohl deutlich genug erhellet, daß der heftige dumpfige Laut der Stammbegriff ist. Im Engl. ist tumble hin und her werfen. S. auch Getümmel und Tumult.
2188 Zeichen · 44 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Tummeln

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    Tummeln , verb. regul. welches eine Nachahmung eines heftigen dumpfigen und ungestümen Lautes ist, und daher in mehrern,…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    tummeln

    Goethe-Wörterbuch

    tummeln [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. modern
    Dialekt
    tummeln

    Mecklenburgisches Wb. · +3 Parallelbelege

    tummeln unt. 2 auch -ü- 1. taumeln, intrans.: hei tummelte ... ut de Dör Reut. 3, 237; dei Ollsch hett ümmer tummeln müß…

  4. Sprichwörter
    Tummeln

    Wander (Sprichwörter)

    Tummeln Er tummelt sich wie ein Schneider am Ostertage. – Parömiakon, 2387. Von einem eilfertigen, arbeitsamen, rüstigen…

Verweisungsnetz

38 Knoten, 38 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 7 Kompositum 25 Sackgasse 6

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit tummeln

9 Bildungen · 1 Erstglied · 5 Zweitglied · 3 Ableitungen

Zerlegung von tummeln 2 Komponenten

tumm+eln

tummeln setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

tummeln‑ als Erstglied (1 von 1)

tummeln [sich ~]

LDWB2

tummeln·sich

tum|meln [sich ~] vb.refl. (sich hin und her bewegen) salté intoronn, scricé intoronn, besé intoronn.

tummeln als Zweitglied (5 von 5)

Bestummeln

Wander

bes·tummeln

Bestummeln Er ist bestummelt worden. Diese sprichwörtliche Redensart kommt in einer Fabel von Marner ( Sammlung der Minnesänger, II, 174 ) v…

Herumtummeln

Campe

herum·tummeln

Herumtummeln , v. trs . 1) Um etwas tummeln, im Kreise tummeln. 2) Hin und her tummeln, sehr tummeln; edler, umhertummeln . Ein Pferd herumt…

rantummeln

MeckWBN

ran·tummeln

Wossidia rantummeln herantaumeln: man möt toseihn, dat dat ('n narrsch Schap) nah de anner Hod' rantummelt Wa.

rundümtummeln

MeckWBN

rundum·tummeln

Wossidia rundümtummeln sich im Kreise bewegen: sei (Pferde) hebben rundümtummelt in de Koppel Gü Güstrow@Groß Roge GRoge .

Ableitungen von tummeln (3 von 3)

enttummeln

DWB

enttummeln , excutere: da mit einmal dröhnte der flügel gekrach und dem pfühl sie enttummelte beide. Voss Horaz sat. 2, 6, 112 .

vertummeln

DWB

vertummeln , vertümmeln , v. , in der neueren schriftsprache sehr selten. 1 1) zu sich tummeln, herumtummeln: 1@a a) wie dieses reflexiv Fis…

Zertummeln

Campe

Zertummeln , v. trs . durch Tummeln gänzlich in Unordnung bringen, unbrauchbar machen, verderben. Die Reiter haben die Wiese zertummelt , da…