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tünen

nhd. bis Dial. · 3 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

MeckWB
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3 in 3 Wb.
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Eintrag · Mecklenburgisches Wb.

tünen

Bd. 7, Sp. 327
Wossidia tünen 1. einen Zaun setzen, umzäunen, auch einen Zaun ausbessern, an ihm arbeiten: sepire 'thnen' Chytr. 51; N. Monschr. 4, 151b; Mi 95a; Kolz 100; Jac. 1, 120; '14 sch. den luden, dede thünden' (Wi 1501) Jb. 91, 221; 'ick ... halp ein weinich thünen' Omich. 38; die meisten Handdienste für Kirche und Pfarre in Schö Schönberg@SelmsdorfSelmsd bestanden im 'Zeunen', dem jährlichen Ausbessern der Zäune um Kirche und Pfarrgehöft (um 1600) Horn Selmsd. 1, 265; 'Haselhecken ... zum Zäunen' Eng. Landw. 2, 412; bi 't Tünen (dem Umzäunen der jungen Anpflanzungen in der Forst) würd' scharp eenen drunken (1934) WaWaren@WredenhagenWred. 2. ein Flechtwerk herstellen a. das Zaungeflecht; Frage und Antwort in einem Pfänderspiel: Wat tüünst du dor? Ick tün 'n Tun Wo. Sa.; hei ... tünte doarmang Flechtwark (als Umzäunung des Floßes) Lehm. Ith. 39. b. eine Flechtwand, wie sie bes. die alten Heuscheunen aufwiesen, damit der Wind durchgehn konnte: 'die gibel gezeunet' (1576) C. Cordsh. Neust. 283; 'ein schweinstall, vorn offen, halb geklehmet und halb gezäunet' Baumg.Bentz. Ribn. 57; 'ein heuschur ... umher gezäunet' 77; s. Abb. ebda 173; 'in Sloraffen Landt, ... dar ... de Hser ... mit BradtwOersten getnet ... syn schOelen' Gry. Lb. 1, Cc 1a. c. einen Behälter, bes. einen Korb Jac. 1, 120; allgem.; de Pirknecht müßt Körw tünen WiWismar@SternbergSternb; wähldrög' Wicheln ... dœgen am besten tau 'n Körwtünen E. Krüg. 73; zur Sache s. Korf (Bd. 4, 578); ein Nebenerwerb von Seeleuten Wo. Seem. 2, 75; Kipen tünen RoRostock@KlockenhagenKlock; Carl; min Urgroßvadder hett Mollen tüünt Wo. Sag. 1, 22; s. Moll f. (Bd. 4, 1244); das Mollentünen auch als Beruf ausgeübt Pfitzn.-K. 45. d. Sonstiges: Sponhäud' würden tüünt WiWismar@SteinhausenSteinh; sei ... tühnten ne Kron ut Durn Matth. 27, 29; 'beym Nähen, Zäunen, welches eben das was Zunähen ist' (ein Loch stopfen) Mantz. Ruh. 22, 79. 3. lügen, flunkern Mi 95a; gern erweitert: he thünt ahn Strück Mantz. Ruh. 24, 55 mit der Deutung 'thünen ... lügen kömmt vom unförmlichen thoneyen'; N. Monschr. 4, 151b; he tüünt ahn Strük redet Unsinn E. Krüg. 74; ... ahn Busch HaHagenow@RedefinRed; ... mit Bohnenstrük RoRostock@RibnitzRibn; auch im freundlichen Sinne gebraucht: wat tünet he? 'spashaft, statt, was redet er?' Monschr. 3, 57; wat tühnst du all wedder min Sähn? L. Reinh. Gött. 29; tünen wie klœnen GüGüstrow@SchwaanSchwaan; etwas abweichend: he sitt un tüünt er 'fängt Grillen' HaHagenow@BelschBelsch. Diese Bedeutung 3 leitet sich von 2 her, etwa: ein wirres Gedankengeflecht äußern. — Zss. zu 1: be-, in-, vertünen; zu 2: an-, in-, nah-, üm-, uttünen; zu 3: trechttünen, Getün. — Mnd. tnen. — Br. Wb. 5, 130; Dä. 497b; Da. 229a; Kü. 3, 471; Me. 5, 203; 204.
2605 Zeichen · 118 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    tünenvb.

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    tünen , vb. , '( ein- ) zäunen, flechten; lügen, flunkern ', s. u. zäunen teil 15, 415, sowie bei Sass d. spr. d. nd. zi…

  2. modern
    Dialekt
    tünen

    Mecklenburgisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    tünen 1. einen Zaun setzen, umzäunen, auch einen Zaun ausbessern, an ihm arbeiten: sepire 'thnen' Chytr. 51; N. Monschr…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit tuenen

10 Bildungen · 2 Erstglied · 6 Zweitglied · 2 Ableitungen

Zerlegung von tuenen 2 Komponenten

tu+nen

tuenen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

tuenen‑ als Erstglied (2 von 2)

tünen II

RhWB

tünen II -ȳ:-, –ȳ·ə.- = tönen s. unter Ton IV;

tünen III

RhWB

tünen III -ȳ- = einflechten, verprügeln s. zäunen unter Zaun;

tuenen als Zweitglied (6 von 6)

aftü̑nen

MNWB

aftü̑nen , swv. , abzäunen, durch Setzung eines Zauns Land fortnehmen.

betü̑nen

MNWB

betü̑nen , swv. , mit einem Zaun umgeben, abzäunen; blockieren; betimmert unde betü̑net mit Grundbesitz angesessen.

ümmebetü̂nen

MNWB

uemme·betuenen

ümmebetü̂nen , swv. : ringsum einzäunen, „circumdare” (Kopenh. Ev. 55), „ sin hove, wingarden, bomgarden, de ummebetünet sin ” (Bunge Rechts…

ümmetü̂nen

MNWB

uemme·tuenen

ümmetü̂nen , um- , swv. : einzäunen, mit einem Zaun umgeben, „Saltus obseptus ein busch der umthuͤnet ys / ein deergarde ” (Chytr. 53), „ Wo…

vortü̑nen

MNWB

vor·tuenen

vortü̑nen , swv. , 1. mit einem Zaun, einer Einfriedigung, Uferbefestigung umgeben, einzäunen, durch einen Zaun versperren. 2. zum Bau von Z…

Ableitungen von tuenen (2 von 2)

betü̑nen

MNWB

betü̑nen , swv. , mit einem Zaun umgeben, abzäunen; blockieren; betimmert unde betü̑net mit Grundbesitz angesessen.

vertünen

MeckWB

vertünen ä. Spr. 1. zu Zäunen oder Flechtwerk verarbeiten: '1666 ... habe ich vor thun Rode gegeven 10 ß de beym Koherde zur siet vortunt wo…