trinkwasser,
n. ,
ein erst seit dem 16.
jh. bezeugtes wort. selten im plural: (
Nero) der im die trinckwasser hab lassen kochen und in gläser fassen Sebiz
feldbau (1579) 17; es befindt sich
auch offt, das die frische trinckwasser nicht tränckwasser oder kochwasser geben
ebda. s. auch trankwasser
in teil 11, 1, 1235. 11)
das lautere und schmackhafte, dem menschen zum trinken zuträgliche wasser: allda (
bei der insel Aölia) stigen wir ab (
aus dem schiff), ain frisch trinckwasser zu raichen Schaidenreiszer
Odyssea (1537) 41
a; darumb nuhn so sich in der prob befindt, dasz im trinckwasser kräfft seind wie gemeldet, wie vil mehr in den wassern ... als die aluminischen, die vitriolischen, die warmen, die schwäfelbäder Paracelsus
chir. 123
Huser; da es (
den Juden in der wüste) ein wenig an süszem trinckwasser mangelt Mathesius
hist. v. Martin Luther (1580) 48
a; versehung der statt mit guetem trinckwasser Ernstinger
raisbuch 119
lit. ver.; trinckwassers halben ist mangel in der statt, darumb gemeinlich jederman bier trinckt
M. Quad
inchiridion cosmogr. (1604) 88; die zeitung ..., dasz trefflich gut trinckwasser auff der insul zu bekommen Grimmelshausen
Simplicissimus 573
ndr.; (
bitte an den gouverneur) unsern schiffen zu vergönnen, dasz sie einiges volck an land senden und feuerholtz hauen, auch vorrath an trinckwasser ... abholen dürfften Vogel
ostind. reisebeschr. (1716) 34; seit man an einem orte ... das trinkwasser aus einer bessern quelle hat J. v. Müller
sämtl. werke (1810) 12, 160; man musz das trinkwasser halbwegs des berges holen B. Auerbach (1892) 15, 6; alles was menschen bedürfen, musz (
nach Gibraltar) ... zur see gebracht werden, selbst das trinkwasser Moltke
ges. schr. u. denkw. (1892) 1, 200; ohne trinkwasser (
muszten die menschen) mitten im wasser quälenden durst leiden Allmers
marschenbuch 1-2, 48; der bürgermeister ... wünscht seinen unterthanen eine leitung von trinkwasser zu verschaffen P.
d. Lagarde
dtsch. schr. 434.
dazu zahlreiche zusammensetzungen wie trinkwasserbehälter: die trinkwasserbehälter und die grossen sammelbecken für das vieh (
auf den Halligen)
tägl. rundschau (1904)
unterh.-beil. 968
a; -beschaffung Schönermark-Stüber
hochbaulex. (1902) 103; -bereiter: die fahrbaren trinkwasserbereiter (
sind) ... mit einer filteranlage ausgerüstet v. Alten
handb. f. heer u. flotte 3, 725; -heilanstalt Krünitz 188, 99; -leitung Karmarsch-Heeren
techn. wb. (1877) 2, 76; -quelle
tägl. rundsch. (1904)
unterh.-beil. 794
c; -system Hebbel
w. 10, 283
W.; -versorgung Lueger
lex. d. ges. techn. (1894) 876; -zufuhr
tägl. rundsch. (1904)
nr. 457. 22)
seltener liegt in der bedeutung nicht der anspruch auf eine gewisse güte und trinkbarkeit, wie unter 1. trinkwasser
ist dann einfach '
zum trinken bestimmtes wasser', '
wasser, welches genossen wird'
u. ä.: halt derhalben darfür, das die flieszenden brunnenquellen das allergesündest trinckwasser sei
G. Riviari Vitruv (1575) 520; gleichwohl hatte die sonne so viel krafft nicht, dasz sie den schnee zerschmeltzen kunte, trinckwasser davon zu haben R. Capel
norden (1678) 109; ein becken für regenwasser ..., woher die bewohner ihr trinkwasser holen Ritter
erdkunde 5, 568; 'merke auf jenen holzkrug, mein bruder', fuhr Gozbert fort, 'in welchem ich mein trinkwasser bewahre G. Freytag (1886) 9, 12; manche menschen holen sich aus diesem brünnlein da ihr trinkwasser Ad. Stifter
sämmtl. werke 5, 1, 29. '
gewässer, aus dem man trinkt': bey diesem zeichen (
welche fische darin vorkommen) kan man auch die guten oder bösen trinckwasser kennen Guarinonius
greuel d. verw. (1610) 414. 33)
ähnlich wie im vorigen abschnitt, für tiere: die kühe schlagen keyn trinckwasser ausz, wann es nur gut und gesund, darzu klar und lauter ist. dann wie sonst die pferd das trüb wasser gern trincken, also haben die kühe das lauter trinckwasser am liebsten. darum ist es auch der besten zeychen eyns an eynem pferd, wann es sein trinckwasser, so offt es trincken soll, vorhin zu trüben pfleget Sebiz
feldbau (1579) 97; damit der kopf (
der giraffe) auch zum trinkwasser herabgelangen könne Schopenhauer 3, 252
Grisebach; achte darauf, dasz dem vieh das trinkwasser nicht ... getrübt wird G. Keller (1889) 8, 10; dazu kam noch der weitere übelstand, dasz die tiere auf der marsch kein trinkwasser fanden Wimmer
gesch. d. dtsch. bodens (1905) 47. 44)
in verengter bedeutung '
wasser aus einer trink- oder heilquelle', '
trinkbarer brunnen': wahrscheinlich verfüge ich mich nächstens in die böhmischen bäder. deren trinkwasser auch diesen winter über sich mir sehr heilsam erwiesen haben Göthe IV 34, 298
W.; das bad- und trinkwasser (
in bad Ratzes) liefern zwei quellen Beda Weber
Tirol 2, 228.